Die Partie war an Spannung kaum mehr zu übertreffen. Das Spiel wurde dem Charakter eines Derbys voll gerecht. Alle Akteure gingen bis an ihre Leistungsgrenze. Auch mit neuem Trainergespann, in dem Dieter Zwieb die Verantwortung für die Mannschaft trug, setzten sich die favorisierten Gäste dank ihres ausgeglichenen Kaders durch. Beide Teams zeigten viel Respekt voreinander und begannen mit einem defensiv eingestellten Deckungsblock.

Gäste mit besserem Start

Schnell glichen die Gäste den Eröffnungstreffer von Sebastian Schultz aus. Durch Tore von Christoph Wilde, Pawel Prokop und Jaroslaw Gallus übernahmen sie die Führung. Das HC-Spiel war gefällig und wurde mit schnellen Passwegen vorgetragen. Doch mit einer aufmerksamen Deckung und einer starker Torwartleistung von Tony Mudrick hielten die Lübbenauer dagegen. Die Angriffe der Gastgeber wurden stattdessen zu selten über die Flügel vorgetragen, waren zudem von vielen Fehlern begleitet, die der HC zu Konterangriffen nutzte.

Die Gäste setzten sich allmählich ab. Pawel Prokop erzielte in der 16. Minute den Treffer zum 3:8. Mit Steven Schnitzer und Dustin Trenkmann sorgte Lübbenau danach für mehr Gefahr im Angriff. In der 23. Minute gelang den Spreewaldstädtern durch Sebastian Köhler der Anschlusstreffer zum 10:11. Im Gegenzug konnte der HC-Angriff nur mit einem Foul gestoppt werden. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Stephan Pavelka sicher zum 10:12-Halbzeitstand.

Zwar wehrten die Hausherren den ersten Gäste-Angriff im zweiten Abschnitt noch ab, doch die folgenden Fehlwürfe der Lübbenauer nutzten die wurfstarken Rückraumschützen Christoph Wilde und Jaroslaw Gallus zum 11:15.

Leidenschaft und Siegeswille beider Teams bestimmten das Geschehen. Die Strafzeiten häuften sich. Es entwickelte sich ein Spiel, in dem die Schiedsrichter alle Mühe hatten, das Geschehen zu kontrollieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. So standen wiederholt auf beiden Seiten nur vier Akteure auf dem Parkett. In Unterzahl verkürzten Christopher Perschk und Dustin Trenkmann den Spielstand in der 47. Minute auf 18:21. Lübbenau war mit den Gästen wieder auf Augenhöhe. TSG-Keeper Steve Sangl vereitelte in dieser Phase beste Torchancen des Gegners.

TSG vergibt Überzahlspiel

Als Dustin Trenkmann in der 55. Minute das 22:24 erzielte, fand die Begeisterung der Zuschauer ihren Höhepunkt. Danach vergaben die Lübbenauer aber trotz Überzahl den möglichen Anschluss. Auch wenn Dustin Trenkmann mit seinem fünften Treffer zum 23:25 das Spiel weiter offen hielt, entschied der ausgeglichenere Kader des HC mit Toren von Jens Kranig und Stephan Pavelka, der einen Siebenmeter verwandelte, dieses spannende Derby. Am Ende siegten die Gäste verdient mit 27:23.

Stimmen zum Spiel

Kai-Uwe Weilmünster, Trainer vom HC Spreewald: „Nach den aufregenden Geschehnissen im Verein sind wir froh, dass sich unsere Mannschaft davon unbeeindruckt zeigte und in dem über weite Strecken ausgeglichenen Derby am Ende zulegen konnte.“

Sylvio Schelletter, Lübbenauer Trainer: „Meine Mannschaft hat hervorragend gekämpft und ihr Leistungspotenzial ausgeschöpft. Sie war dem HC im gesamten Spiel ein gleichwertiger Gegner. Bei besserer Chancenverwertung besonders in der ersten Halbzeit wäre auch eine Punkteteilung möglich gewesen.“