29. Oktober 2010, 00:00 Uhr

„Sehe uns am Ende auf Platz vier“

Handball: RUNDSCHAU-Interview mit LHC-Trainer Marcel Linge / Heimspiel in Kolkwitz

Cottbus Platz sechs nach einem Viertel der Oberliga-Saison – so lautet die nüchterne Bilanz von Absteiger LHC Cottbus. Vor dem Heimspiel gegen den Mecklenburger HC (Kolkwitz-Center, Samstag 17 Uhr) zieht Trainer Marcel Linge eine erste Zwischenbilanz. Wo sieht er den Regionalliga-Absteiger am Ende der Saison? Wie haben sich die Neuzugänge integriert? Im RUNDSCHAU-Interview steht der 35-Jährige Rede und Antwort.

Marcel Linge, rund ein Viertel der Saison ist gespielt, der LHC steht auf Platz sechs. Entspricht die Platzierung Ihren Erwartungen?
Wir sind voll zufrieden und bis auf den verlorenen Punkt gegen Altlandsberg im Soll. Ziel ist es, die Klasse zu halten. Wir haben die jüngste Mannschaft der Liga und auch das kleinste Budget. Es gilt, den Handball in Cottbus zu erhalten und dafür ist am Ende der Saison ein einstelliger Tabellenplatz und der Abbau der Schulden das große Ziel.

Was war die größte Umstellung nach dem Abstieg aus der Regionalliga?
Die finanziellen Einschnitte. Fast alle Spieler und Verantwortlichen trainieren, organisieren und spielen fünf bis sechs Tage die Woche ehrenamtlich für den Handball.

Mit Torsten Borrack vom HC Spreewald und Robert Takev vom VfL Potsdam gab es nur zwei Neuverpflichtungen, trotz einiger Abgänge. Haben sich die Spieler wie erwartet inte griert und den LHC verstärkt?
Ich freue mich über beide Zugänge. Torsten stellt sich trotz seines Alters in den Dienst der Mannschaft. Robert ist für mich der Spieler, der zusammen mit Max Kröning, Martin Robert und Robert Michling in den nächsten Jahren die Leitfiguren des LHC sein wird. Dafür habe ich vier Monate mit ihm verhandelt. Es sind aber auch noch ein paar gute Spieler aus der A-Jugend zur Mannschaft gestoßen. Und wichtig ist auch die Unterstützung von Peter Melzer, der gerade im taktischen Bereich Gold wert ist.

Wie schwer wiegt der lange Ausfall von Matthias Lehmann (siehe zum Thema)?
Matthias ist nicht zu ersetzen. Er ist sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff einer unserer besten Spieler. Ich hoffe, dass er wieder fit wird und nach so einer Verletzung überhaupt wieder zu alter Leistungsstärke findet. Hinzu kommt, dass der Vertrag von Matthias zum Saisonende ausläuft und er von seiten der TSG Lübbenau unter Druck gesetzt wird, aufgrund seiner Lehrstelle bei der Stadt Lübbenau demnächst in Lübbenau Handball zu spielen. Wir hoffen, dass uns da noch was einfällt und wir Matthias weiter im Trikot des LHC spielen sehen.

Wo sehen Sie den LHC am Ende der Saison in der Oberliga?
Ich denke, wir können zwischen Platz eins und neun alles erreichen. In der Lausitz-Arena sind wir nur schwer zu schlagen, denn das ist unser Wohnzimmer und auch die Zuschauer erkennen nach und nach das Potenzial der jungen Mannschaft. Leider müssen wir aber viel zu oft in Ausweichhallen spielen. Die Verantwortlichen sollten schnellstens nachdenken, wofür die Lausitz-Arena geschaffen wurde und welchen zweck die Stadthalle oder Messehalle erfüllen könnten. Realistisch sehe ich uns am Ende dieser Saison auf Platz vier - hinter dem SV Brandenburg, dem HC Neuruppin und TMBW Berlin.

Mit Marcel Linge

sprach Thomas Juschus

Zum Thema:
Nach den letzten Untersuchungen wird LHC-Rückraumspieler Matthias Lehmann nun voraussichtlich schon am Freitag operiert. Was den Eingriff und die anschließende Weiterbehandlung betrifft, geben sich die Ärzte sehr zuversichtlich, teilte der LHC mit. Der 22-Jährige hat sich einen Meniskusschaden und vorderen Kreuzbandriss zugezogen.
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Erstellt am: 29. Oktober 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 29. Oktober 2010, 09:25 Uhr
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