09. Januar 2012, 10:02 Uhr

Paukenschlag: Füchse siegen in Ravensburg

Weißwasser Zwei Heimniederlagen in Folge tun weh: Der Kampf um die Playoffs wird für die Lausitzer Füchse immer mehr zu einem Eishockey-Krimi. Mit dem 4:3-Sieg in Ravensburg sorgte Weißwasser am Sonntag aber für einen Paukenschlag.

Lausitzer Fuechse vs. SERC Wild Wings
Augen zu und durch: Füchse-Verteidiger Tomas Gulda duelliert sich in dieser Szene mit dem Schwenninger Radek Krestan. Foto: Thomas Heide
Was für eine tolle Aufholjagd! Die Lausitzer Füchse lagen am Sonntagabend bei den Ravensburg Tower Stars schon mit 0:3 im Rückstand, ehe sie den Meister der 2. Bundesliga mit vier Treffern in Folge schockten. Zudem hielt Weißwasser dank des Auswärtssieges einen Mitbewerber um den Einzug in die Playoff-Runde der besten acht Teams erfolgreich auf Distanz.

Die Füchse liegen weiterhin auf Platz sieben. Der Abstand zu Rang neun beträgt sechs Punkte. Der schwach in die Saison gestartete Meister aus Ravensburg rutschte auf Platz elf ab.

Es war also ein ganz wichtiger Auswärtssieg in Ravensburg. Nach dem 0:3-Rückstand legten die Gäste ab dem zweiten Drittel richtig los. Chris Straube (25. und 47. Minute), Marcus Sommerfeld (34.) und Matt McKnight (43.) drehten mit ihren Treffern die Partie. In der Schlussphase mussten die Gäste zwar mächtig zittern, ließen sich den Dreier aber nicht mehr entreißen.

Für Stürmer Björn Bombis war die Partie in Ravensburg schon im ersten Drittel zu Ende. Nach einem Ellenbogencheck blieb Bombis mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in der Kabine. Dafür rückte Youngster Florian Brenninger in der ersten Sturmreihe an die Seite von Zweifach-Torschütze Straube und Danny Albrecht.

Lausitzer Fuechse vs. SERC Wild Wings
Tor oder regelwidriges Torraumabseits? Das ist die Frage. Trainer Dirk Rohrbach monierte, dass der Füchse-Spieler umgestoßen worden sei ... Die umstrittenste Szene im ganzen SPiel. Tor oder nicht Tor. Da Derlago (WSW) im Tor liegt Foto: Thomas Heide
Nicht die Spieler, sondern die Chefs der Füchse hatten am Freitag nach der 2:4-Heimniederlage gegen die Wild Wings Schwenningen gehörige Kopfschmerzen. Trainer Dirk Rohrbach sah die Kommunikation in der Schiedsrichterkabine ernsthaft gestört. Teammanager Ralf Hantschke konnte dagegen kaum an sich halten. „Unfassbar“, sei der Auftritt von Zsolt Heffler aus Dinslaken gewesen.

Rohrbach und Hantschke sahen zwingenden Redebedarf – und suchten deshalb nach dem Spiel das Gespräch in der Schiri-Umkleidekabine. Was war genau passiert? Heffler hatte in der 50. Minute ein Tor der Füchse nicht anerkannt. Es wäre der Treffer zum 3:3 gewesen und das Spiel hätte danach durchaus eine andere Wendung nehmen können. Für Verwirrung sorgte Schiri Heffler vor allem mit der Rücknahme seiner ursprünglichen Entscheidung. Erst zeigte er auf Tor, dann entschied er auf Torraumabseits, also kein Tor. „Er muss doch bei seinem Standpunkt bleiben“, so Rohrbach.

Es habe zwar in der Tat ein Weißwasseraner Spieler im Torraum gelegen. Vorangegangen sei jedoch ein Schwenninger Foul, betonte der Füchse-Coach nach dem Betrachten der Videobilder: „Ich habe schon viele Schiedsrichter gesehen, die solche Tore geben, zumindest aber Strafe gegen Schwenningen.“

Der Frust im Füchse-Lager wurde nach dem Spiel sogar noch größer, weil sich die Aufarbeitung der strittigen Szene in der Schiri-Kabine nach Darstellung von Rohrbach schwierig gestaltete. „Wenn ich sachlich eine Frage stelle, dann erwarte ich auch eine sachliche Antwort“, monierte er.

Lausitzer Fuechse vs. SERC Wild Wings
... Kapitän Sebastian Klenner suchte den Dialog mit Schiri Zsolt Heffler. Auch nach dem Spiel wurde die Szene heftig diskutiert. Foto: Thomas Heide
Nach Informationen der RUNDSCHAU verweigerte der Hauptschiedsrichter aber im Wesentlichen die Kommunikation und ließ stattdessen einen seiner Assistenten reden.

Rohrbach war sauer: „Niemand macht Fehler mit Absicht. Aber ich erwarte, dass man dann zumindest eine Meinung dazu hat. Der Deutsche Eishockey-Bund wünscht ausdrücklich eine Kommunikation mit den Schiedsrichtern. Aber sie ist einfach nicht da.“

So unbefriedigend wie der Besuch in der Schiri-Kabine war aus Sicht der Füchse auch das Ergebnis gegen Schwenningen. Denn die Gastgeber hatten vor 1909 Zuschauern im ersten Drittel zwar erhebliche Probleme. Sie steigerten sich aber im Verlauf der Partie und hätten deshalb zumindest die Verlängerung und damit einen Punkt verdient gehabt. In den letzten Minuten schwangen sich die Füchse beim Stand von 2:3 sogar zu einem regelrechten Sturmlauf auf. Der Ausgleich wollte jedoch nicht fallen. Erstens, weil die Präzision im Abschluss fehlte. Und zweitens, weil Schiri Heffler in der entscheidenden Situation eben nicht die Regelauslegung der Weißwasseraner Verantwortlichen teilte.

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Erstellt am: 09. Januar 2012, 10:02 Uhr
Geändert am: 09. Januar 2012, 10:13 Uhr
Autor: Von Frank Noack

Von Frank Noack

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