Krimi der Füchse um den Playoff-Einzug
EISHOCKEY Füchse gewinnen dank Aufholjagd in Ravensburg 4:3 / Ärger über Schiri-Leistung bei Heimniederlage
Weißwasser Zwei Heim niederlagen in Folge tun weh: Der Kampf um die Playoffs wird für die Lausitzer Füchse immer mehr zu einem Eishockey-Krimi. Dazu kommt der Frust über den Schiedsrichter nach dem 2:4 am Freitag gegen Schwenningen.
Rohrbach und Hantschke sahen zwingenden Redebedarf – und suchten deshalb nach dem Spiel das Gespräch in der Schiri-Umkleidekabine. Was war genau passiert? Heffler hatte in der 50. Minute ein Tor der Füchse nicht anerkannt. Es wäre der Treffer zum 3:3 gewesen und das Spiel hätte danach durchaus eine ganz andere Wendung nehmen können. Für Verwirrung sorgte Schiri Heffler vor allem mit der Rücknahme seiner ursprüng lichen Entscheidung. Erst zeigte er auf Tor, dann entschied er auf Torraumabseits, also kein Tor. „Er muss doch bei seinem Standpunkt bleiben“, kritisierte Rohrbach.
Es habe zwar in der Tat ein Weißwasseraner Spieler im Torraum gelegen. Vorangegangen sei jedoch ein Schwenninger Foul, betonte der Füchse-Coach nach dem Betrachten der Videobilder: „Ich habe schon viele Schiedsrichter gesehen, die solche Tore geben, zumindest aber Strafe gegen Schwenningen.“
Der Frust im Füchse-Lager wurde nach dem Spiel sogar noch größer, weil sich die Aufarbeitung der strittigen Szene in der Schiri-Kabine nach Darstellung von Rohrbach schwierig gestaltete. „Wenn ich sachlich eine Frage stelle, dann erwarte ich auch eine sachliche Antwort“, monierte er.
Nach Informationen der RUNDSCHAU verweigerte der Hauptschiedsrichter aber im Wesent lichen die Kommunikation und ließ stattdessen einen seiner Assistenten reden. Rohrbach: „Niemand macht Fehler mit Absicht. Aber ich erwarte, dass man dann zumindest eine Meinung dazu hat. Der Deutsche Eishockey-Bund wünscht ausdrücklich eine Kommunikation mit den Schiedsrichtern. Aber sie ist einfach nicht da.“
So unbefriedigend wie der Besuch in der Schiri-Kabine war aus Sicht der Füchse auch das Ergebnis gegen Schwenningen. Denn die Gastgeber hatten vor 1909 Zuschauern im ersten Drittel zwar erhebliche Probleme. Sie steigerten sich aber im Verlauf der Partie und hätten deshalb zumindest die Verlängerung und damit einen Punkt verdient gehabt. In den letzten Minuten schwangen sich die Füchse beim Stand von 2:3 sogar zu einem regelrechten Sturmlauf auf. Der Ausgleich wollte jedoch nicht fallen. Erstens, weil die Präzision im Abschluss fehlte. Und zweitens, weil Schiri Heffler in der entscheidenden Situation eben nicht die Regelauslegung der Weißwasse raner Verantwort lichen teilte.
Der letztjährige Vizemeister aus Schwenningen rettete deshalb den Sieg über die Zeit und kam kurz vor Schluss zum 4:2-Endstand. „Wir haben mit dem Glück des Tüchtigen sehr gut verteidigt. Es war ein Kampf um jeden Zentimeter“, bilanzierte Gäste-Trainer Jürgen Rumrich die turbulente Endphase.
Füchse-Trainer Dirk Rohrbach konnte seinem Team immerhin assistieren, dass es „gegen ein Topteam bis zum Schluss alles versucht“ hatte.
Lieber wären Rohrbach natürlich Punkte gewesen. Immerhin ist sein Team mit zwei Heim niederlagen in das neue Jahr gestartet. Erst das 2:6 gegen Heilbronn, am Freitag dann das 2:4 gegen Schwenningen. Die Füchse schafften es in beiden Partien nicht, eine konstante Leistung über 60 Minuten abzuliefern. Gegen Heilbronn folgte einem tollen Start der Komplett-Einbruch ab dem zweiten Drittel. Gegen Schwenningen lief es umgekehrt: Weißwasser fand schwer in die Partie, wurde mit zunehmender Spielzeit aber stärker.
„Wir stehen jetzt in Pflicht“, hatte Füchse-Coach Dirk Rohrbach vor dem Auswärtsspiel am Sonntagabend in Ravensburg betont (die Partie dauerte bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch an). Schließlich ist der amtierende Zweitliga-Meister aufgrund seines schwachen Saisonstarts derzeit ein direkter Mit bewerber um den Einzug in die Playoff-Runde der besten acht Mannschaften.
Dieser Kampf wird immer mehr zum Krimi, weil sich bis auf Schlusslicht Bietigheim praktisch noch alle Teams Hoffnung machen dürfen.
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Erstellt am: 09. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Januar 2012, 09:57 Uhr
Autor: Von Frank Noack

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