01. Februar 2012, 00:00 Uhr

Marco Kurth: Kein Blick zurück im Zorn

FUSSBALL Marco Kurth wechselt von Cottbus nach Magdeburg

Cottbus Marco Kurth verlässt den FC Energie Cottbus und geht zum Viertligisten 1. FC Magdeburg. Ein Wechsel, der absehbar war und dennoch für Wehmut sorgen dürfte. Der 33-Jährige war bei Mitspielern und Fans sehr beliebt.

Die Bilanz von Marco Kurth beim FCE lässt sich wohl am besten mit jener 33. Spielminute am 8. November 2008 beschreiben. In der Erstliga-Partie beim VfL Wolfsburg dreht Kurth gerade jubelnd ab – er hat ein sensationelles Volleytor aus mehr als 20 Metern geschossen. Es ist sein drittes von insgesamt nur acht Erstliga-Spielen, quasi der Höhepunkt seiner Karriere. Doch dann der Schock: Der Treffer wird nicht anerkannt, ein Cottbuser Mitspieler soll im Abseits dem Keeper die Sicht verdeckt haben.

Diese Szene steht stellvertretend dafür, dass Kurth beim FCE wohl einfach ein bisschen das Glück gefehlt hat. In entscheidenden Saisonphasen war er verletzt oder wurde häufig von seinen Trainern Bojan Prasnikar und danach Claus-Dieter Wollitz nach schlechten Spielen als Erster aus der Mannschaft genommen. Er pendelte oft zwischen Startelf und Ersatzbank und kam trotzdem auf 63 Pflichtspiele.

Dabei konnte man in den dreieinhalb Jahren zwischenzeitlich sogar mit Statistiken belegen, dass Energie mit Kurth in der Startelf rein rechnerisch deutlich erfolgreicher gespielt hat. Sicherlich nicht wegen seiner Torgefahr. Solche Treffer wie gegen Wolfsburg erzielte er nur selten, Kurths Qualitäten waren anderer Art. Er galt als Kämpfer, Läufer, Teamplayer. In der Mannschaft hatte sein Wort Gewicht, gerade bei den jüngeren Spielern hatte der 33-Jährige einen guten Ruf. Er gab ihnen Tipps, war wichtiger Ansprechpartner.

Zurück in die alte Heimat

Eigentlich ein Typ, auf den Trainer wie Rudi Bommer stehen. Doch Kurth wurde schon vor Bommers Ankunft aussortiert, die Vertragsauflösung am Dienstag war lange geplant. Kurth erklärte auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Wenn meine Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird, bin ich der Letzte, der seinen Vertrag nur noch absitzt.“ Kurth hat einen Sportmanagement-Abschluss, er weiß, wie das Geschäft funktioniert. Deswegen mischt sich auch kein Zorn in den Blick zurück. Kurth schwärmt stattdessen zum Abschied: „Trotz einiger Rückschläge war es eine wunderbare Zeit in Cottbus, die ich nicht missen möchte.“

Nun sucht er in der alten Heimat eine neue Herausforderung – womöglich die letzte seiner Profi-Karriere. Nur 40 Minuten entfernt von seinem Elternhaus in Klostermansfeld wird Kurth in Magdeburg auflaufen. Seine Frau Isabel wird zwar mit den Töchtern Milla und Minou im sächsischen Schneeberg bleiben, wo die Familie seit einem Aue-Engagement lebt. Doch die Großeltern dürften ihre Enkel nun öfter sehen. „Es ist schön, dass ich nun näher an meinen Eltern dran bin, wir hatten zuletzt nicht so viel Zeit für sie“, bestätigt Kurth. Dabei haben familiäre Belange bei seinem Wechsel zum Viertligisten nicht die Hauptrolle gespielt. Kurth ist und bleibt ehrgeizig, er will mit dem FCM etwas erreichen. Er sagt mit der ihm typischen Bestimmtheit: „Diese Stadt und dieses Stadion sind sicherlich nicht für die 4. Liga gedacht.“

Transferticker: Straith ausgeliehen – Trehkopf zurück – Adi Filho nach Rumänien: www.lr-online.de/fcenergie

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Erstellt am: 01. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. Februar 2012, 15:59 Uhr
Autor: Von Jan Lehmann

Von Jan Lehmann

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