30. Juni 2009, 19:48 Uhr

FCE sagt Freundschaftsspiel nach NPD-Drohung ab

Storkow/Cottbus Der FC Energie Cottbus hat ein für kommenden Sonnabend, 4. Juli, geplantes Freundschaftsspiel gegen den FSV Germania Storkow 90 kurzfristig abgesagt. Der angebliche Grund: Der FCE soll zu viel Angst vor Ausschreitungen am Rande der Partie haben.

Ronny Gersch
Auf der Internetseite des Fußballvereins Germania Storkow 90 e. V. war bis zum gestrigen Dienstag die Welt noch in Ordnung. Große Vorfreude herrschte seit Wochen in Storkow (Oder-Spree) auf ein tolles Fußballfest am kommenden Samstag. Unter dem Titel „Mit Energie für Toleranz“ sollten als Höhepunkt des Tages am Nachmittag die Bundesligaprofis vom FC Energie Cottbus gegen die Storkower Kicker antreten. Doch dann sagte der Zweitligist seine Teilnahme plötzlich ab. „Die Sicherheit unserer Spieler ist nicht gewährleistet“, bestätigt Energie-Pressesprecher Ronny Gersch gegenüber der RUNDSCHAU die Entscheidung des Vereinspräsidiums für den Sinneswandel.

Anlass ist eine angemeldete Demonstration der Brandenburger NPD, die in der Region um Storkow eine örtliche Hochburg hat. Schon seit Tagen hatten die Rechtsextremisten im Internet und mit Flugblättern das Motto des vom Brandenburger Bildungsministerium und vom Energiekonzern Vattenfall unterstützten Fußballfestes attackiert. Mit einem „offenen Brief“ wurde versucht, Germania-Präsident Johann Kney unter Druck zu setzen, damit der das Motto „Mit Energie für Toleranz“ noch kippt.

Der Verein Germania habe jedoch den Tag, an dem auch eine Traditionsmannschaft von DDR-Profi- und Nationalspielern auflaufen wird, bewusst in den Zusammenhang mit dem Landeskonzept „Tolerantes Brandenburg“ gestellt, so Germania-Präsident Kney. Auf dieses Konzept weist der FC Energie Cottbus auch auf seiner offiziellen Homepage in der Rubrik „Rassismus die Rote Karte“ ausdrücklich hin.

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Erstellt am: 30. Juni 2009, 19:48 Uhr
Geändert am: 01. Juli 2009, 22:19 Uhr
Autor: Von Simone Wendler und Jan Siegel

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