Energie holt nur einen Punkt gegen die TuS Koblenz
Cottbus
Wieder kein Sieg für Energie Cottbus: Gegen die Abstiegsbedrohte TuS Koblenz reichte es am Samstag vor 8200 Zuschauern im Stadion der Freundschaft nur zu einem 1:1-Unentschieden. Erst einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause und einem bärenstarken Nils Petersen hatten es die Lausitzer überhaupt zu verdanken, dass ein Punkt in Cottbus bleibt.
Der Cottbuser Ovidiu Burca (r) und Koblenz' Edmond Kapllani rangeln um den Ball.
Die erste Hälfte war alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen: Cottbus spielte unterirdisch schlecht und kam erst nach 40 Minuten zu einer halben Torchance. Ansonsten klappte nach vorne garnichts. In der 30. Minute musste Roger schon vom Platz wegen schlechter Leistung. Stürmer Emil Jula, der nur auf der Bank saß, kam und sorgte für etwas Belebung.
Koblenz dagegen blieb über die gesamte Spielzeit ihrer Taktik treu: Hinten reinstellen und vorne auf Konter hoffen. In der 13. Minuten hatten sie damit auch Erfolg. Bei einem langen Freistoß schlief die gesamte FCE-Abwehr. Edmond Kapllani nahm den Ball locker an und schob ihn aus fünf Metern unbedrängt an Tremmel vorbei ins Tor.
2. Bundesliga Energie Cottbus gegen TuS Koblenz (1:1). Nach einem über weite Strecken desolaten Spiel erkämpft Energie Cottbus mit einer starken Schlußphase noch ein Unentschieden gegen Koblenz. Emil Jula kommt im Strafraum nicht an den Ball, der KoblenzerTormann Dieter Paucken sichert den Ball. Foto: M. Behnke (DC)
Entsprechend fiel nach dem Schlusspfiff auch die Kritik von FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz aus: "Ich finde es gut, wenn eine Mannschaft menschliche Züge und Gefühle zeigt. Aber das waren heute in den ersten 70 Minuten die völlig falschen Signale. Für das Potenzial der Mannschaft war der Punkt heute zu wenig." Besonders enttäuscht war er über das Verhalten von Roger nach seiner Auswechslung: Beide würdigten sich keines Blickes und auch den Handschlag verwährte der Brasilianer. Wolltiz quittierte das mit Abwinken: "Wenn ich bei so einer schlechten Leistung ausgewechselt worden wäre, hätte ich mich beim Trainer und beim Team entschuldigt. Er fragt sich aber immer noch, warum er ausgewechselt wurde."
06.02.2010 - 2. Fußball-Bundesliga Saison 2009/2010 - 21. Spieltag Saison 2009/10 - FC Energie Cottbus - TuS Koblenz: Nils Petersen macht den Ausgleich Foto: Peter Aswendt (www.aswendt.de)
Erst nach der Pause wachten die Cottbuser auf und verstärkten den Druck auf das Koblenzer Tor. Als erflogreich erwies sich dabei die Einwechslung von Nils Petersen, der sofort das Feuer auf das TuS-Tor aufnahm. Doch erst in der 81. Minute schaffte er es, den starken Dieter Paucken im Koblenzer Tor mit einem Kopfball zu überwinden. Am Ende hatten die Cottbuser noch mehrmals den Siegtreffer auf dem Schlappen - aber es fehlte doch wieder das nötige Quäntchen Glück. Energie-Trainer Wollitz über seine gelungene Einwechslung: "Wenn Nils Petersen sich weiter so präsentiert, wird er immer in der ersten Elf stehen. Das war Fußball mit Herz und Klasse. Das Team hat in den letzten 20 Minuten endlich Reaktion und den Willen gezeigt. Nötig wäre das aber über 90 Minuten. Jeder Spieler muss endlich bereit sein, für diese Region alles zu geben. Energie hat alles, was ein Fußballprofi haben kann - aber was geben wir dem Verein und den Menschen zurück? Das muss sich jeder Spieler fragen." Cottbus tritt mit 24 Punkten weiter auf der Stelle in der 2. Liga.
06.02.2010 - 2. Fußball-Bundesliga Saison 2009/2010 - 21. Spieltag Saison 2009/10 - FC Energie Cottbus - TuS Koblenz: Enttäuschte Cottbuser Spieler Foto: Peter Aswendt (www.aswendt.de)
Das von Ex-FCE-Coach Petrik Sander trainierte Koblenz bleibt auf Tabellenplatz 16 und muss weiter um den Klassenverbleib bangen. Sander machte seinem Team nach dem Spiel Vorwürfe. „Ich ärgere mich sehr, dass wir eine Riesenchance liegenlassen haben, alle drei Punkte mitzunehmen“, sagte er.
Für Sander war es eine emotionale Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. „Es ist schon ein sehr komisches Gefühl“, bekannte der TuS-Coach, der bis September 2007 knapp drei Jahre Cheftrainer beim FC Energie gewesen war und das Team in die Bundesliga geführt hatte. „Ich habe keinen Grund, mich zu verstecken. Es war eine sehr schöne Zeit in Cottbus“, erklärte Sander.
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Cottbus | 06.02.2010
Energie erkämpft einen Punkt gegen Koblenz
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