30. Januar 2012, 00:00 Uhr

Energie gewinnt 5:0 – aber noch ist nicht alles rund

FUSSBALL Energie Cottbus feiert gelungene Generalprobe gegen Zbrojovka Brno

Cottbus Energie Cottbus schießt sich auf den Zweitliga-Start ein. Beim 5:0 gegen den tschechischen Zweitligisten Zbrojovka Brno sah es über weite Strecken gut aus, was die Cottbuser im Stadion der Freundschaft anstellten. Dennoch ist längst nicht alles rund beim FCE. Die RUNDSCHAU sagt, wo Energie acht Tage vor dem scharfen Start bei 1860 München steht.

FC Energie Cottbus - FC Zbrojovka Brno am 29.01.2012
Härter als die Lederkugel: Energie-Verteidiger Uwe Möhrle erwies sich als stabiler Abwehrchef, selbst das Spielgerät zog gegen ihn eindeutig den Kürzeren Foto: Steffen Beyer
Das war richtig gut: Ein 5:0-Heimsieg – wenngleich gegen einen etwas überforderten Gegner – ist allemal eine gelungene Generalprobe. Besonders der Fakt, dass Energie sich vor den heimischen Fans so ordentlich präsentierte, freute Trainer Rudi Bommer. Er hatte seinem Team eingeimpft: „Das ist unser Wohnzimmer. Hier lassen wir uns nichts nehmen.“ Er will der Mannschaft zur alten Heimstärke verhelfen.

Durch das frühe Pressing konnte Cottbus zumindest in der ersten Hälfte viele Bälle erobern und Chancen erarbeiten. Bommers größter Verdienst bisher ist wohl, dass Energie nun wieder schneller zum Abschluss kommt. Besonders Torjäger Rangelov machte mit drei Treffern (14./28./68.) – darunter ein wunderbarer direkter Freistoß in den Winkel – vor, wie Energie in den kommenden Wochen effektiv punkten könnte. Die beiden Mittelfeldspieler Christian Müller (34.) und Jules Reimerink (86.) holten sich zudem mit ihren Treffern Selbstbewusstsein.



Das war in Ordnung: Wie Energie im Mittelfeld mit Marc Andre Kruska und Ivica Banovic den Rhythmus diktierte, das wirkte ziemlich abgeklärt. Auch das Zusammenspiel zwischen Dennis Sörensen und Rangelov war in Ordnung, wenngleich der Däne etwas blass blieb.

Gut sah aus, was Energie bei Standardsituationen veranstaltete. Neben Rangelovs Freistoßtor war auch Müllers Treffer ein ruhender Ball vorausgegangen. Ziebigs Ecke hatte Banovic genau auf ihn verlängert. Trainer Bommer kündigte an: „Mit diesem Thema beschäftigen wir uns in der kommenden Woche noch stärker. Allerdings sah das schon überraschend gut aus.“



Das muss noch besser werden: Energie kam gegen die Tschechen oft über die Flügel. Grundsätzlich ist das sehr löblich, doch Cottbus schlug daraus zu wenig Profit. Die Flanken landeten noch zu oft beim Gegner, allein Reimerinks Vorarbeit für das 4:0 durch Rangelov hebelte die tschechische Abwehr aus.

Kritische Worte fand Bommer zudem noch zum Abspielverhalten in der defensiven Zone. „Wir hatten da in beiden Halbzeiten ein paar Querpässe dabei, die haben mir überhaupt nicht gefallen. Solche Bälle können tödlich sein, die müssen wir abstellen.“



Das könnte sich noch ändern: Die Startelf gegen Brno war ein deutliches Zeichen dafür, wie Energie kommenden Montag auch in der Allianz-Arena auflaufen könnte. Doch der Trainer lässt den Spielern auf der Reservebank noch ein paar Hintertüren offen. So hat dem Vernehmen nach Jules Reimerink noch gute Karten, ins Team zu rücken. Und Leonardo Bittencourt sowieso. Das Jungtalent, das im Sommer zu Borussia Dortmund wechselt, ist für Bommer derzeit erste Alternative im offensiven Mittelfeld. Bommer betont: „Es ist immer gut, wenn man als Trainer die Qual der Wahl hat.“

Nicht zufrieden ist Bommer hingegen mit den Alternativen auf den Außenverteidigerpositionen. Am Sonntag testete er Nachwuchsmann David Urban auf der linken Seite. Er denkt sogar darüber nach, doch noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Am Sonntag sagte er – allerdings nur bezogen auf mögliche Abgänge – dass ja noch bis Dienstag Zeit sei: „Da kann noch viel passieren.“



Das ist offen: Wie schnell Neuzugang Marius Bilasco in die Nähe der Startelf rücken kann, bleibt auch nach seinem Debüt für Energie ungewiss. Der rumänische Angreifer wurde nach überstandener Angina in der zweiten Halbzeit eingewechselt, agierte neben Rangelov in der Spitze. Dabei entwickelte er noch nicht die große Torgefahr, sein Trainer war trotzdem zufrieden: „Bilasco hat gezeigt, dass er das neben Rangelov spielen kann. Natürlich fehlt ihm nach seiner Krankheit noch die Fitness.“

Wie fit Angreifer Martin Fenin tatsächlich ist, muss ebenfalls noch abgewartet werden. Der Tscheche präsentiert sich laut Bommer im Trainer „sehr stark“. Die Entscheidung liege jetzt bei den Ärzten. Fenin müsse nach seiner Hirnblutung noch eine zweitägige Untersuchung über sich ergehen lassen. Der Termin dafür steht noch nicht fest.

Die besten Bilder vom Energie-Testspiel gegen Zbrojovka Brno finden Sie unter lr-online.de/fcenergie

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Erstellt am: 30. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 30. Januar 2012, 10:31 Uhr
Autor: Von Jan Lehmann

Von Jan Lehmann

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