04. November 2011, 00:00 Uhr

Zwischen alten Seilschaften und neuen Lobbyisten

Spielfilm mit Jacob Matschenz in der Kammerbühne

In der Reihe Specials ist am heutigen Freitag um 17 Uhr in der Kammerbühne der Film „Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen“ zu sehen, der seinen Kinostart am 12. Januar 2012 haben wird.

Mike (Jacob Matschenz, der auch Mitglied der diesjährigen Festival-Jury ist) ist ein Kleinkrimineller, der ohne Vater aufwuchs und seinen eigenen Weg erst finden muss. Foto: Stephanie Kulbach Foto: Stephanie Kulbach
Im Mittelpunkt dieses Dramas steht der 20-jährige Mike (Jungstar Jacob Matschenz, der auch Mitglied der diesjährigen Festival-Jury ist), ein Kleinkrimineller, der ohne Vater aufwuchs und seinen eigenen Weg erst finden muss. Das ist nicht einfach in einer Rostocker Plattenbausiedlung. Als er bei einem Einbruch von Konrad Böhm (Bernhart Schütz) ertappt wird, ändert sich Mikes Leben schlagartig. Der charismatische Böhm ist Ex-Ost-Agent, der sich zum smarten Kapitalisten gewandelt hat und führt Mike in eine Parallelwelt internationaler Lobbyisten und ehemaliger DDR-Geheimdienstler ein. Die alten Netzwerke funktionieren wie geschmiert. Mike ist fasziniert, zumal Böhm ihm als eine Art Vaterfigur erstmals im Leben auch klare Grenzen setzt. Doch dann erfährt Mike etwas über den Tod seines Vaters vor 20 Jahren . . .

„Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen“ ist das Spielfilmdebüt des vielfach preisgekrönten Dokumentarfilmregisseurs Marc Bauder („Jeder schweigt von etwas anderem“). Als Mikes Mutter, die nicht alle ihre Geheimnisse preisgeben kann, ist Jenny Schily („Schlafkrankheit“) zu sehen, Tochter des früheren Bundesinnenministers Otto Schily. In weiteren Rollen erscheinen Heinz Hoenig und Jürgen Holtz.

Der Film zeichnet das facettenreiche Panorama eines wilden deutschen Ostens, in dem die neuen Goldgräber ihre Grenzen abgesteckt haben und die DDR-Vergangenheit auf unheimliche Weise lebendig bleibt. Die Geschichte basiert auf Tatsachen und langjährigen Recherchen über die Hintergründe des Baus der russischen Gas-Pipeline in Westeuropa.

Seit dem 6. September fließt übrigens nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit erstmals russisches Erdgas in der Ostseepipeline „Nord Stream“ Richtung Deutschland. Die Pipeline ist von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Premier Wladimir Putin eingeweiht worden . . .
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Erstellt am: 04. November 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. März 2012, 14:02 Uhr
Autor: pb

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