Russland gewinnt auf dem 21. FilmFestival Cottbus
Cottbus Ein eigenartiger Jahrgang: Die Wettbewerbsfilme des 21.FilmFestivalsCottbus waren bis kurz vor Schluss ganz und gar nicht dazu angetan, sonderlich gute Laune zu verbreiten. Die beiden letzten Beiträge brachten dann doch noch das Lächeln zurück.
Sieben Wettbewerbsfilme haben die Gegenwart thematisiert, ein achter, „Der Feind“ (Serbien und Montenegro) von Dejan Zecevic handelte im Jahr 1995 unmittelbar nach dem Kriegsende in Bosnien und hat sich als konsequente Horrorvision zum Favoriten vieler Kinogänger entwickelt. Die Festival-Jury sah das anders und kürte – etwas überraschend – „Portrait im Zwielicht“ von Angelina Nikonova aus Russland zum Hauptpreisträger. 20000 Euro und die gläserne Lubina gingen an einen Streifen über eine Frau, die sich an ihrem Vergewaltiger rächen will, sich aber dann ganz anders entscheidet. Die Gegenwartsfilme haben auf strikten Pessimismus gesetzt und endeten nicht selten tödlich. Der erste Beitrag „Sonnige Tage“ des Kasachen Nariman Turebayev, hatte den Takt vorgegeben: Ein junger Mann, dem alles verloren geht, der nicht die geringste Hoffnung haben kann und an seinem 25. Geburtstag unter die Räder eines Lastwagens kommt.
Mit auffälliger Stilistik bestach immerhin „Crulic - Der Weg ins Jenseits“ von Anca Damian aus Rumänien. Die wahre Geschichte eines 33-Jährigen Rumänen, der in Polen unschuldig inhaftiert wird, aus Protest in den Hungerstreik tritt und – von allen Behörden vergessen – stirbt, wird mit verschiedenen Mitteln des Animationsfilms erzählt. Eine ebenfalls wahre und extrem aufwühlende Story, die bis heute die Gemüter bewegt, hat der Pole Krzysztof Lukasziewicz mit seinem Film „Lynchen“ aufgearbeitet. Ein mehrfach vorbestrafter Obdachloser terrorisiert die Bewohner eines kleinen Dorfes im Nordosten Polens. Die unterbesetzte Polizei ist überfordert, irgendwann greifen die Männer des Ortes zur Selbstjustiz und erschlagen den Mann. Auch die anderen Gegenwartsfilme hatten nur einen Tenor: Es gibt in den postsozialistischen Ländern viele Verlierer.
Den Schlusspunkt aber setzten zwei Beiträge, die vor sozialistischem Hintergrund spielen. Bis ins Jahr 1974 zurück geht „Personalausweis“, konsequenterweise eine tschechisch-slowakische Koproduktion unter Regie des in Prag geborenen Ondrej Trojan. Er entwirft das Bild einer Jugend, die sich zunehmend an kommunistischen Regeln stößt und die Gewalt der Staatsmacht zu spüren bekommt – aber immer den Willen zur Opposition bewahrt. Und der Streifen, der als letzter ins Rennen um den mit 20
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Erstellt am: 05. November 2011, 20:05 Uhr
Geändert am: 01. März 2012, 14:01 Uhr
Autor: pm

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