Partnerglück aus dem Internet
Cottbus Arbeitsplatz, Disco oder eine Bar – diese Orte gelten auf der Suche nach neuen Bekanntschaften oder potenziellen Partnern als ideal. Direkt auf einen Unbekannten zuzugehen ist aber nicht jedermanns Sache. Die Alternative: eine Kontaktanzeige aufgeben – oder eine Internet-Singlebörse aufsuchen. Letztere werden immer beliebter. Anonym können sich die User hier ein Bild vom Gegenüber machen. Tina F. * fand so ihr Partnerglück in Cottbus.
Die Bekanntschaften sollten neu sein und aus der direkten Umgebung kommen. „In Senftenberg hat man kaum eine Möglichkeit jemanden kennenzulernen, den man nicht schon irgendwie kennt“, verdeutlicht die heute 26-Jährige. Sie ist 1,77 Meter groß, blond, attraktiv, wirkt aufgeschlossen und gar nicht kontaktscheu. Trotzdem kam es für Tina F. nicht infrage, neue Leute in einer Disco oder Bar kennenzulernen. „Dafür bin ich zu schüchtern“, bekennt sie. Die Anonymität einer Singlebörse sei ein großer Vorteil. „Es ist leichter, als jemanden in der Disco kennenzulernen. Die Hemmschwelle ist einfach niedriger.“
Wie anonym der eigene Auftritt sein soll, entscheidet sich schon beim Erstellen des Profils. Name, Alter, Gewicht, Hobbys, oder das eigene Bild: „Man kann selbst entscheiden, was man preisgibt“, erläutert Tina F.. Auf dem virtuellen Singlemarktplatz jemanden zu finden, der zu einem passt, ist einfach. Über eine Suchfunktion können bevorzugte Merkmale und Interessen eingegeben werden. Dann werden dem Benutzer Vorschläge unterbreitet. So kann sich Mann oder Frau passende Profile anschauen, und dann entscheiden mit dem Gegenüber via Textnachricht in Verbindung zu treten oder nicht. „Mit vier Leuten habe ich sehr kurzfristig Nachrichten ausgetauscht“, berichtet die Lausitzerin. „Dabei merkt man schnell, ob man auf einer Wellenlänge liegt.“ Eine Abfuhr tue nicht so weh, wie in der realen Welt.
Der Nachteil der Singlebörse: Der Nutzer kann anhand des Profils nicht nachvollziehen, ob der Gegenüber wahre Angaben macht. „Man muss vorsichtig sein und sich nicht unüberlegt mit jemandem treffen“, warnt Tina F.. Vorsicht ließ sie daher walten, nachdem ihr zwei Wochen nach der Anmeldung das Profil von C83*, das Pseudonym ihres jetzigen Freundes Carsten*, auffiel. „Ich habe ihm gleich eine Nachricht geschickt“, erzählt die junge Frau. Ein Grinsen huscht über ihr Gesicht. Noch am gleichen Abend erhielt sie eine Antwort.
Weitere Nachrichten wurden ausgetauscht. „Er hat mir schnell seinen richtigen Namen verraten“, berichtet die Senftenbergerin, die seine Angaben mit denen im Internet-Netzwerk StudiVZ verglich. „Alles stimmte überein. Da war ich mir über seine Person sicher“, so Tina F. Eine Woche später lief der Kontakt übers Telefon. Eine weitere Woche später folgte das erste Treffen. „Wir haben uns in Cottbus zum Sushi-Essen verabredet.“ Ihre Mutter und Freunde wussten über den Ort der Verabredung Bescheid. „Das gab mir ein sicheres Gefühl.“ Beim Essen funkte es sofort.
Seit mehr als einem Jahr ist sie nun mit dem gleichaltrigen Cottbuser zusammen. „Und es funktioniert immer noch“, sagt die 26-Jährige und strahlt glücklich über das ganze Gesicht.
*Namen von der Redaktion geändert
Erstellt am: 09. März 2012, 14:33 Uhr
Geändert am: 09. März 2012, 14:33 Uhr
Autor: Felix Gaber

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