Mehr Schutz für die Wölfe auf dem Truppenübungsplatz „Oberlausitz“
Weißkeißel Er ist einer der wichtigsten Lebensräume der Wölfe und anderer geschützter Tiere und Pflanzen, jetzt haben sich die Bundeswehr und der Freistaat Sachsen auch über den künftigen Naturschutz auf dem Truppenübungsplatz „Oberlausitz“ bei Weißkeißel (Kreis Görlitz) verständigt.
Wichtigster Punkt der Regelung: Der Bund ist fortan für das Management und die Kosten des Naturschutzes allein verantwortlich, der Freistaat übernimmt die Kontrolle und verzichtet darauf, das Areal förmlich als Naturschutzgebiet auszuweisen. So bleiben dem Militär größere Einschränkungen bei seinen Übungen und dem Freistaat größere Kosten erspart. Da sie rund einen Monat Zeit für die Naturpflege einplane, verzichte die Bundeswehr rechnerisch auf ein Zwölftel des Areals. Dies entspreche einem Gegenwert von drei Millionen Euro, hieß es.
Trotz Gefechtsausbildung, Panzerschießbahnen und Sprengübungen der Bundeswehr hat sich der einzige militärisch genutzte Truppenübungsplatz in Sachsen zu einem Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Es ist als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet mit europä ischem Rang geschützt. „Mit Wolf und Seeadler sind bei der Bundeswehr strenge geschützte Arten zu Hause. Binnendünen und Sandheiden sind einzigartige Lebensraumtypen“, sagte Kupfer. „Das Biotop in der Panzerspur ist hier Realität“, erklärte Schmidt. Auch im militärisch genutzten Wald ließen sich Wünsche der Bundeswehr mit dem Naturschutz gut in Einklang bringen, so der Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Dirk Kühnau.
Tatsächlich störe der Übungsbetrieb die Wölfe in der Muskauer Heide überhaupt nicht, bestätigte Jana Schellenberg vom Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“. Die Tiere seien mittlerweile fast ausschließlich auf ehemaligen oder aktiven Übungsplätzen zu Hause. Dank der großen Flächen gebe es genügend Rückzugsräume, und die Wölfe wüssten zudem sehr genau, wo es knallt. Im Gegensatz zu normalen Landschaftsgebieten würden sie auf dem gesperrten Truppenübungsplatz nicht von Spaziergängern mit Hunden oder der Landwirtschaft gestört.
In der Lausitz leben mittlerweile etwa 50 Wölfe in sechs Rudeln und in einem welpenlosen Paar zusammen.
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Erstellt am: 16. Januar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 29. Februar 2012, 14:27 Uhr
Autor: Sven Heitkamp

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