13. Januar 2011, 15:34 Uhr

La-Ida-Teilnehmer hoffen auf Jobs

19 arbeitslose Niederlausitzer absolvierten ein Praktikum im spanischen Galicien

Cottbus. Die Stimmung ist gelöst. Sie haben es geschafft. Im November letzten Jahres kehrten 19 arbeitslose Lausitzer aus Spanien zurück. In Galicien absolvierten sie ein Praktikum in unterschiedlichen Branchen. Sie hoffen, dass sich ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz nun verbessern.

Nicole Garau aus Forst hat ihr Praktikum in einem spanischen Hotel absolviert und dort als Zimmermädchen gearbeitet. Foto: La Ida Foto: La Ida
 Nicole Garau ist stolz. Sie hat einen Monat lang in A Coruña in einem 3-Sterne-Hotel als Zimmermädchen ausgeholfen. Die 23-Jährige ist glücklich, die Beurteilung des Arbeitgebers lautet „sehr gut“. „Das war eine tolle Zeit“, sagt Garau. „Auch mit der Sprache hat es ganz gut geklappt.“ Jetzt hofft sie, dass ihr das Auslandspraktikum zu der erhofften Berufsausbildung im Hotelwesen oder im Bereich Hauswirtschaft verhilft. Die Forsterin hat bereits viele Bewerbungen verschickt. „Ich kämpfe“, sagt sie.

19 junge Arbeitslose unter anderem aus Cottbus, Forst, Drebkau, Senftenberg und Finsterwalde waren im September im Rahmen des Projekts „La Ida“ nach Spanien gereist, um in den Bereichen Hotel und Gastronomie, Verwaltung sowie Garten- und Landschaftsbau ein Praktikum zu absolvieren. „La Ida“ hat das Ziel, ihnen den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.
Teilnehmen können junge ALG-II-Empfänger, aber auch benachteiligte Jugendliche, die sich in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme befinden.

Robert Henning (25) aus Drebkau und René Löwe (31) aus Finsterwalde
Die Teilnehmer Robert Henning (l.) und René Löwe realisierten mit der Sozialpädagogin Corina Häring einen Kalender.Foto: wor1 Foto: wor1
  waren kurz vor ihrer Abreise in Hartz IV gerutscht. Nach ihrer Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau fanden sie keinen Job. In Galicien arbeiteten sie drei Monate lang in Padrón bei der Gärtnerei Planta Joven. In Madlow reichen sie ihre Bewerbungsmappe an Helge Kohlbacher von Fama, einem regionalen Dienstleister und Grünanlagenpfleger, weiter. „Ich habe in Spanien viel gelernt und Initiative gezeigt. Ich erhoffe mir viel“, sagt Henning.

Lob gibt es von Kohlbacher für seine Flexibilität. Der fehlende Führerschein entpuppt sich im Gespräch jedoch als Hürde. „Das ist grundsätzlich ein großes Problem“, sagt Kohlbacher. Viele Arbeitslose könnten sich die Fahrerlaubnis nicht leisten.
Petra Rademacher vom Eigenbetrieb Grundsicherung für Arbeitsuchende im Landkreis Spree-Neiße bestätigt das. Sie ist aber zuversichtlich, dass viele La-Ida-Teilnehmer bald vermittelt werden können. Eine Auslandserfahrung sei für Arbeitgeber der Beweis, dass auf den Bewerber Verlass ist. „Sie haben Ausdauer und Mobilität bewiesen. Und sie sind selbstbewusster geworden“, sagt Rademacher. Heutzutage seien das wichtige Auswahlkriterien.

Für Oliver Kummer aus Turnow ist der Traum von einem Job in Erfüllung gegangen. Der gelernte Koch absolvierte in Spanien ein vierwöchiges Praktikum in einer Gaststätte und verschickte nach seiner Rückkehr fleißig Bewerbungen. In Cottbus hat es nun geklappt. Seit 1. Dezember arbeitet er in einer Pizzeria.
Zum Thema
Das transnationale Projekt „La Ida“ wird vom Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI) in Berlin koordiniert, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Cottbus und mehreren Job-Centern der Niederlausitz. Es wird bis 2012 vom Europäischen Sozialfonds und dem Bundesarbeitsministerium gefördert.
 
„La Ida“ ermöglicht jungen ALG-II-Empfängern ein ein- oder dreimonatiges Betriebspraktikum in Galicien . Es gibt auch Plätze für benachteiligte Jugendliche, die sich in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme befinden. „La Ida“ arbeitet in Spanien mit der Stiftung Paideia zusammen, die über ein weites Netzwerk von Firmen verfügt.
 
Ansprechpartner sind die zuständige Arge sowie der Jobvermittler. Infos unter: www.la-ida.de
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Erstellt am: 13. Januar 2011, 15:34 Uhr
Geändert am: 13. Januar 2011, 15:37 Uhr
Autor: Von Ulrike Worlitz

Von Ulrike Worlitz