Kandidaten-Check 12: Wie kann die Stadt Weißwasser von der Nähe zu Polen profitieren?
Weißwasser Der tägliche Kandidaten-Check der RUNDSCHAU vor den OB-Wahlen am 5. September.
Berhard Waldau (CDU): Weißwasser darf nicht nur Mittelzentrum und Publikumsmagnet für die deutsche Bevölkerung sein. Unser Einzugsgebiet reicht rund um Weißwasser und damit selbstverständlich auch bis Polen. Wir müssen die polnischen Nachbarn gezielt auf unsere Einkaufsund Freizeitangebote aufmerksam machen und sie öfter zu uns locken. Ein Herzensanliegen ist mir außerdem die Intensivierung der Kontakte zu unserer polnischen Partnerstadt Sorau.
Uwe Bücklein (Linke): Meine Geburtsstadt Zweibrücken hat eine ähnliche wirtschaftsgeografische Lage wie Weißwasser. Immer, wenn Zweibrücken nach einem gewonnenen Krieg sein Umland ins lothringische erweitern konnte, erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Trotz der EU sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zum Nachbarland Frankreich eher sporadisch. Diese Entwicklung scheint sich auch hier verfestigt zu haben, weil in erster Linie Verständigungsprobleme die weitere Entwicklung stark behindern. Wenn es möglich ist diese Sprachbarriere zu beseitigen, sind vielfältige Möglichkeiten zunächst auf gesellschaftlicher und dann auf wirtschaftlicher Ebene denkbar. Der Projektleiter Osteuropa der GAB hat in diesem Jahr die höchste Auszeichnung des polnischen Roten Kreuzes für die Zusammenarbeit des Osteuropa Projektes mit polnischen Partnern erhalten. Weiter so!
Torsten Pötzsch (Klartext): Weißwasser und Tourismus – fest steht: Die Nähe zu Polen birgt viele Chancen. Es gibt Arbeitsmodelle, die auf die Kooperation mit Polen abstellen. Es ist nicht so, dass Polen Arbeitsplätze besetzen, die Weißwasseraner haben könnten. Eher ist der Trend, dass Weißwasseraner auch in Polen Arbeit finden. Und dieser Weg ist wesentlich kürzer als nach Bayern. Damit die territoriale Lage aber zur Chance wird, muss es Sprachkurse geben. Es müssen Angebote geschaffen werden, die von Mentalität über Versicherung bis Arbeitsrecht alle offenen Fragen und die Chancen beiderseits der Neiße klären. Wird das noch durch politische und wirtschaftliche Kooperationen flankiert, wird aus dem Arbeitsfeld Tourismus auch ein Dienstleistungs- oder Handwerksfeld. Und das bringt eben nicht nur Touristen in die Region, sondern schafft hier Arbeit. Das wird dann auch von der EU finanziell honoriert.
Jens Greiner (parteilos): Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Städtepartnerschaft zu Zary. Unsere polnische Partnerstadt ist mittelständisch geprägt und hat eine gewisse Tourismusindustrie. Diese Partnerschaft sollten wir ausbauen und vertiefen. Wenn es uns beispielsweise gelingt als gemeinsame, grenzüberschreitende Tourismusregion zu positionieren, dann wäre das für beide Gemeinden von Vorteil. Die Grenze zu Polen muss zu einer Brücke werden. Das bedeutet auch, dass wir ganz konkret in unseren Schulen Unterricht der polnischen Sprache anbieten, dass Beschilderungen und auch Speisekarten in Restaurants mehrsprachig sind.
Danilo Hermann (parteilos): Indem wir enger zusammenarbeiten. Ähnlich wie in Frankfurt-Oder.
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Erstellt am: 29. August 2010, 12:38 Uhr
Geändert am: 29. August 2010, 12:38 Uhr
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