Die ungewisse Zukunft von Welzow
Welzow Viele Lausitzer Orte leiden unter Abwanderung und Überalterung. In Welzow (Spree-Neiße) kommt dazu die drohende Teil-Umsiedlung für den Bergbau. Die Abbaggerung könnte jedoch auch eine Chance sein.
Besonders bedrohlich sind indes die Probleme, die man nicht sofort sieht. Abwanderung und Überalterung liegen über dem Durchschnitt der Region. Von rund 7500 Einwohnern im Jahr 1989 sind nur noch 4100 da. Das entspricht dem dramatischen Umbruch von Hoyerswerda nur im zehnfach kleineren Maßstab. So kleine Städte fallen jedoch nicht unter die dafür vorgesehenen Hilfsprogramme.
Kohle und Glas haben Welzow Anfang des 20. Jahrhunderts vom verschlafenen Dorf zur Stadt gemacht. 5000 Industriearbeitsplätze hatte der Ort vor 20 Jahren, 4000 Pendler kamen täglich nach Welzow. Heute bieten rund 100 kleine und mittelständische Firmen etwa 500 Menschen Arbeit. Die Stadt, als Industriesiedlung in die Fläche gebaut, sucht nach einer neuen Rolle. Birgit Zuchold (SPD), seit Ende Juni Bürgermeisterin in Welzow, hat ein schweres Erbe übernommen. Zu den gravierenden Strukturproblemen kommt eine leere Kasse. Von acht Millionen Euro im Verwaltungshaushalt der Stadt stehen nur vier Prozent für freiwillige Leistungen zur Verfügung. „Wir sind bitterarm“, sagt die Bürgermeisterin. Dass trotzdem in Straßen und öffentliche Einrichtungen investiert wird, ist zu einem großen Teil dem Braunkohlebergbau zu verdanken.
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Erstellt am: 07. Oktober 2009, 19:12 Uhr
Geändert am: 08. März 2012, 14:26 Uhr
Autor: Von Simone Wendler

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