Briefe für die Stadträte, saurer Hering für die Karnevalisten
HKC-Narren am Aschermittwoch im Rathaus
Hoyerswerda
Saurer Hering ist ein ideales Aschermittwochs-Gericht. Dass Oberbürgermeister Stefan Skora auf das Katerfrühstück im Ratskeller mit den Spitzen des HKC, des Hoyerswerdaer Karneval Clubs Gelb-Blau, verzichtete, lag aber nur an Terminnot und natürlich dem Fakt, dass der Stadt-Chef schon seit dem frühen Morgen in gewohnt allernüchternster Bestform war.
Präsident, Oberbürgermeister, königliche Hoheit: HKC-Chef Andreas Kubale (l.) in Zivil, Stadtoberhaupt Stefan Skora (M.) im Dienstanzug und Prinz Jens in Karnevals-Gala. Im Hoyerswerdaer Ratskeller bekam Skora auch Briefe an die Stadträte. Foto: Uwe Jordan Foto: Uwe Jordan
Kopfschmerzen hätte er freilich doch bekommen können. Wenigstens ein paar; denn für die Rückgabe des am 11.11. an HKC-Prinz Jens (Dreißig) übergebenen Rathausschlüssels und der Stadtkasse hatte Skora sich ein paar Minuten vor einer Eilfahrt nach Bautzen abgezwackt–und die Karnevalisten nutzten die Chance, dem Oberbürgermeister ein paar Versäumnisse unter die Nase zu reiben. So hatten sie ihm am 11.11. einen Kalender mit wichtigen Terminen übergeben – aber weder ein Abendessen beim Elferrat noch ein Prinzenfrühstück hatten den Weg in die Tagesplanung des Politikers gefunden. Immerhin hatte er sich für die „Stadtratssitzung“ entschuldigt, zu der der HKC am letzten Sonnabend in die Lausitzhalle geladen hatte. Wollten doch die Karnevalisten dort die Aufgabe abrechnen, die ihnen Skora am 11.11. für ihre Regierungszeit gestellt hatte: Ein Spielcasino für Hoyerswerda planen, um die Stadtfinanzen auf Vordermann zu bringen! Die Gelb-Blauen zeigten dem Publikum ein ausführliches Programm, aber da außer Skora alle (alle!) der persönlich eingeladenen Stadträte fehlten, konnte über das Kasino-Konzept nicht abgestimmt werden. Beziehungsweise hätte es doch; denn Rat Sandro Fiebig hatte in seiner Absage sein Stimmrecht an HKC-Präsident Andreas Kubale abgetreten. Aber der wollte dann ganz alleine auch nicht die Verantwortung übernehmen.
Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden