Bewerben per E-Mail – die Form muss stimmen
Abkürzungen und ein lässiger Tonfall wie im Chat kommen dabei nicht gut an
Online-Bewerbungen machen vieles einfacher. Im Handumdrehen können Bewerber auf eine Anzeige reagieren und ihre Unterlagen einreichen. Außerdem fällt das Kopieren von Zeugnissen und Lebenslauf weg. Doch auch beim Bewerben per Mausklick gibt es etliche Fettnäpfchen.
FALSCHE ANREDE: Ein allzu lockerer Tonfall kommt nicht gut an: „Hallo, ich bin der Jens“ sei die falsche Art, eine Online-Bewerbung zu beginnen, sagt Vogelsang. Die Standardformel zu Beginn des Anschreibens sei immer noch „Sehr geehrte Damen und Herren“. Auch der Gruß am Ende des Anschreibens darf nicht flapsig klingen. „Manche wollen da unbedingt eine persönliche Note reinbringen und schreiben dann so etwas wie 'sonnige Grüße' – bitte nicht!“, ergänzt Vogelsang. „Und man sollte auch keine Abkürzungen wie 'MFG' oder 'LG' für 'Liebe Grüße' benutzen.“
E-MAIL-ADRESSE: Spitznamen in der E-Mail-Adresse gehen gar nicht. „Also bitte nicht heissehexe123“, sagt die Etikette-Trainerin. „Eine seriöse Adresse besteht aus dem Vornamen und Nachnamen, also zum Beispiel Max.Mustermann und dann der Provider“, erklärt Winkler.
ZU LANG: Die Länge einer E-Mail ist zwar nicht begrenzt – die Geduld des Personalers aber schon. Eine Online-Bewerbung
darf daher nicht in einen Roman ausarten. Mehr als 1600 bis 2000 Anschläge inklusive Leerzeichen sollte das Anschreiben nicht haben. Als Ausdruck dürfe es nicht länger als eine Seite sein.
ZU VIEL: Ein Wust von Anhängen schreckt Personaler bloß ab. „Am besten packt man Lebenslauf, Zeugnisse, Foto und andere Referenzen alle in ein Dokument und hängt das an“, rät Winkler. Das Anschreiben kann dabei gleich in der E-Mail stehen und muss nicht zusätzlich angehängt werden.
HALBE SACHEN: Ein Link zur eigenen Homepage reicht nicht als Bewerbung. Ein Internetauftritt kann die Bewerbung aber ergänzen. Eine solche Seite sollte aber ausschließlich Bewerbungszwecken dienen, rät die IHK Karlsruhe.
ZU LANGSAM: Wer sich online bewirbt, sollte schnell auf Rückmeldungen reagieren. „Man muss innerhalb von 24 Stunden antworten – sonst ist die Stelle weg“, warnt Winkler. Tägliches Abrufen der eigenen E-Mails sei daher Pflicht. Sonst verpassen Bewerber eventuell ein Angebot. FORMAT: Bewerber sollten für Anhänge immer gängige Dateiformate wie ein PDF-Dokument verwenden, empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Andernfalls kann es passieren, dass die Anhänge sich nicht öffnen lassen oder falsch angezeigt werden.
Erstellt am: 13. Januar 2011, 12:52 Uhr
Geändert am: 13. Januar 2011, 14:09 Uhr
Autor: dpa/cm
