28. Mai 2009, 00:00 Uhr

Aggressiven Wölfen droht Abschuss

Managementplan des Freistaates Sachsen vorgestellt

Lausitz Der seit Langem erwartete Managementplan für die sächsischen Wölfe liegt jetzt vor. Wie Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) bei der Präsentation des Planes am Mittwoch sagte, soll dieser „einen weiteren Beitrag dazu leisten, dass sich die Menschen in den Wolfsregionen sicher fühlen“.

Laut dem Managementplan, der vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie rund 45 Verbänden und Interessengruppen erarbeitet wurde, liegt die Hauptzuständigkeit für die Wolfsproblematik künftig bei den Landratsämtern. „Jeder sächsische Landkreis benennt einen sachkundigen Beauftragten, der als Ansprechpartner für alle Fragen, die mit dem Wolf zu tun haben, zur Verfügung steht“, sagte Hans-Jörg Vorberger, Referatsleiter im Ministerium. Dies bedeute nicht, dass sich das Ministerium aus der Verantwortung zurückziehen wolle – „wir halten es jedoch für wichtig, dass überall vor Ort ein Ansprechpartner für die Bürger erreichbar ist“.

 

Für Minister Kupfer stellt der Plan das Ergebnis eines langwierigen und breit angelegten Diskussionsprozesses dar. „Die Forderungen reichen vom kompletten Verbot der Jagd in den Wolfsgebieten bis hin zur vollständigen Ausrottung der Wölfe“, erklärte er.

 

Nur eine Initiative dagegen

 

Letztlich habe man sich mit übergroßer Mehrheit auf das Papier einigen können, dem lediglich die Bürgerinitiative „Sicher leben unter Wölfen“ die Zustimmung verweigerte. „Diese Initiative hatte gefordert, dass die Wölfe mit allen Mitteln von menschlichen Siedlungen ferngehalten werden müssen“, erläuterte Hans-Jörg Vorberger. Ein solches Vorgehen lasse sich aber nicht mit dem geltenden EU-Recht, das den Wolf unter Schutz stellt, vereinbaren. „Wohl eröffnet der Plan jedoch die Möglichkeit, Wölfe, die sich auffällig verhalten, aus der Natur zu entnehmen“, fügte Kupfer hinzu. „Dies bedeutet in der letzten Konsequenz den Abschuss.“ Dieser solle durch die Landratsämter und die Polizei organisiert werden.

 

„Bei Wölfen, die sich aggressiv gegenüber Menschen verhalten, wird ohne Wenn und Aber so verfahren“, versicherte Hans-Jörg Vorberger. Der Plan sieht dies auch bei mehrmaliger Annäherung an den Menschen vor – selbst wenn keine Aggressivität zu erkennen ist –, bei Übergriffen auf Hunde sowie, wenn Nutztiere getötet werden und dabei Schutzbarrieren überwunden worden sind. „Fälle, in denen dies nötig wäre, sind bislang nicht bekannt“, so Kupfer. „Die Sicherheit der Menschen hat jedoch in jedem Fall oberste Priorität.“

 

Der Managementplan legt auch die Modalitäten für die Förderung von Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren vor den Wölfen fest. „Bereits seit geraumer Zeit fördern wir entsprechende Maßnahmen zu 60 Prozent“, so Kupfer.

 

Kompetenzzentrum in Arbeit

 

Beschwerden von Tierhaltern habe der Minister zum Anlass genommen, in seinem Haus für eine schnellere Bearbeitung der Anträge zu sorgen. Laut Referatsleiter Hans-Jörg Vorberger sind von 50 gestellten Anträgen noch 23 in Bearbeitung.

 

Der sächsische Schaf- und Ziegenzüchterverband richtet derzeit ein „Kompetenzzentrum Herdenschutz“ ein, zu dem Herdenschutzhunde gehören, die im gesamten Freistaat zum Einsatz kommen können. Der Umweltminister hofft, dass mit dem Vorliegen des Managementplanes die Diskussion um die Wölfe im Freistaat Sachsen nunmehr an Schärfe und Emotionalität verliert.
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Erstellt am: 28. Mai 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 29. Februar 2012, 14:29 Uhr
Autor: Von Uwe Menschner

Von Uwe Menschner

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