04. März 2010, 17:09 Uhr

„Wir sind nicht auf der Welt, um pausenlos glücklich zu sein“

Interview Lebenskunst-Philosoph Prof. Wilhelm Schmid über vierblättrige Kleeblätter, den Sinn des Daseins und seine Zerbrechlichkeit, positives Denken und das Menschenrecht auf schlechte Laune

Cottbus Glück ist nicht das Wichtigste im Leben, ist sich Prof. Wilhelm Schmid sicher. Der in Berlin lebende führende Lebenskunst-Philosoph Deutschlands plädiert in der RUNDSCHAU-Serie „Was für ein Glück“ nicht nur dafür, die ganze Fülle des Lebens zur Kenntnis zu nehmen und nach dem zu suchen, was Sinn macht: Er zeigt die Lebenskunst zum Glück und tritt auch für das Menschenrecht auf schlechte Laune ein.

 

Wilhelm Schmid, Lebenskunst-Philosoph
Prof. Wilhelm Schmid, Lebenskunst-Philosoph
Prof. Schmid, sind Sie ein glücklicher Mann?

Ich versuche, ein sinnvoller Mensch zu sein und ein sinnvolles Leben zu führen. Ein Mensch, der mit seinen Sinnen lebt und sich um Sinn kümmert.

Wann waren Sie das letzte Mal so richtig glücklich?

Heute Morgen habe ich einen doppelten Espresso getrunken. Das ist meine sicherste Methode, mir eine glückliche Stunde zu verschaffen. Besonders glücklich wird sie dadurch, dass ich die Stunde prallvoll mit Arbeit anfülle.

 

 

Suchen Sie im Frühling auf der Wiese nach vierblättrigen Kleeblättern?

Das macht nur Eckart von Hirschhausen. Der ist mein Freund, der darf das. Aber ich rutsche nicht auf Knien auf Wiesen rum. Ich finde grüne Wiesen wunderschön, unabhängig davon, ob darauf vierblättrige Kleeblätter wachsen oder Gänseblümchen.

 

 

Was löst denn bei Ihnen Glücksgefühle aus?

Richtige Glücksgefühle habe ich, wenn mein Sohn eine Zwei in Mathe mit nach Hause bringt. Der Dreizehnjährige hat in diesem Fach auch schon Fünfen geschrieben. Früher habe ich mich gemeinsam mit ihm hingesetzt und wir haben Mathe gebüffelt, aber dann kam ich selbst nicht mehr mit. Jetzt hat seine ältere Schwester kräftig mitgeholfen, dass ihm Mathe machmal sogar Spaß macht.

 

 

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Erstellt am: 04. März 2010, 17:09 Uhr
Geändert am: 01. März 2012, 10:44 Uhr
Autor: Mit Prof. Wilhelm Schmid sprach Ida Kretzschmar

Mit Prof. Wilhelm Schmid sprach Ida Kretzschmar

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