18. November 2009, 11:54 Uhr

„Der Erfolg der ersten Episode bleibt unerklärlich“

Interview Kaum einer kennt das Sandmännchen so gut wie er: Dr. Volker Petzold (58). Seit fast 20 Jahren beschäftigt er sich mit der Fernsehfigur und ist heute der Experte in Sachen Sandmann. Die RUNDSCHAU sprach mit ihm über das Phänomen Sandmännchen, schwierige Recherchen und kühne Momente.

Sandmännchen-Experte Volker Petzold. Foto: privat/Tina Endler

Herr Petzold, wie wird man Sandmännchen-Experte?
Mich hat das Schicksal in der Wendezeit quasi in den Deutschen Fernsehfunk gespült. Der war 1990, 1991 herum im Umbruch. Damals wurde versucht, den Sender zu einer eigenständigen Anstalt zu machen – das wissen heute noch die Wenigsten. Zunächst war ich als stellvertretender Chefredakteur angestellt. Als dann aber Ende 1991 klar war, dass der DFF aufgelöst wird, gelangte ich in die sogenannte Abwicklungsgesellschaft und war für das Programmvermögen zuständig. Als mir die Hinterlassenschaften des Sandmännchens in die Hände fielen, fing ich an, mich damit näher zu beschäftigen.

Worum handelte es sich bei den Hinterlassenschaften?
Damals befand sich das Sandmännchen-Studio in Berlin-Mahlsdorf. Zunächst sollte es sich nur verkleinern, das heißt, es mussten sämtliche Kulissenteile und Fahrzeuge raus. Sie sollten sogar weggeschmissen werden. Also habe ich mich darum gekümmert, dass sie ins Filmmuseum Potsdam kommen. Ich konzipierte eine Ausstellung, die die Geschichte des Sandmännchens widerspiegeln und eben auch für Erwachsene interessant sein sollte. Während der Arbeit merkte ich aber schnell, dass es so gut wie keine Literatur über das Sandmännchen gab.

Gibt es dafür eine Erklärung?
Harald Serowski, der Fahrzeug-Gestalter, bestätigte mir, dass es zu „Ostzeiten“ einfach nicht gewollt war, über das Sandmännchen zu schreiben. Es sollte so geheimnisvoll bleiben, wie es war.

Extras zum Artikel
Artikel gehört zur Serie:
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 18. November 2009, 11:54 Uhr
Geändert am: 01. März 2012, 13:52 Uhr
Autor: Mit Volker Petzold sprach Ulrike Worlitz

Mit Volker Petzold sprach Ulrike Worlitz

Jüngste Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden
Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren