07. September 2011, 00:00 Uhr

Zweimal Wolfsrisse in Proschim innerhalb von 24 Stunden

Zwei Nächte in Folge reißt das Raubtier iacht Schafe in der Siedlung am Welzower Weg

Der Schreck sitzt tief bei den Bewohnern: Gleich in zwei aufeinanderfolgenden Nächten haben Wölfe in der kleinen Siedlung Proschim-Ausbauten mehrere Schafe gerissen. Das beunruhigt nun auch die Wolfsexperten.

Wolfsexperte Steffen Butzeck (r.) untersucht den Kadaver des gerissenen Kamerunschafes, das Tierhalterin Andrea Kapelle gehörte. Foto: cw Foto: cw
Die 50-jährige Andrea Kapelle aus Proschim trauert um ihr ältestes Schaf. „Bis zwei Uhr habe ich am Montagmorgen immer wieder mit der Taschenlampe auf die Wiese hinter dem Haus geleuchtet, um zu sehen, ob bei unseren drei Kamerunschafen alles in Ordnung ist.“ Schließlich hatten Wölfe erst eine Nacht zuvor 150 Meter neben ihrem Grundstück sieben Schwarzkopfschafe auf einer eingezäunten Weide getötet. Das mulmige Gefühl, mit dem Andrea Kapelle endlich eingeschlafen war, trügte sie nicht. Denn das acht Jahre alte Leittier „Lassie“ der kleinen Schafherde lag am Morgen tot und aufgerissen auf dem benachbarten Maisstoppelfeld. Ein Wolf hatte ihm auf der eingezäunten Wiese die Kehle aufgebissen und es offenbar durch ein aufgescharrtes Loch unter dem Zaun ins Freie gebracht.

Wenige Stunden später steht Wolfsexperte Steffen Butzeck vom Landesumweltamt mit seinem Team in Proschim vor dem Kadaver. Zum zweiten Mal innerhalb von nur 24 Stunden. „Wir untersuchen den Kadaver auf Bissspuren und die Haare mit genetischen Tests. Vielleicht lässt sich feststellen, welcher Wolf hier zugange war“, sagt Steffen Butzeck – und zeigt sich beunruhigt. „Es kann ein Problem werden, wenn sich ein Wolf daran gewöhnt, auf diese Weise bei Schafen leichte Beute zu machen.“

Die Umzäunungen der Weideflächen der beiden betroffenen Proschimer Nutztierhalter entsprechen laut Butzeck nicht den Anforderungen in einem mit Wölfen besiedelten Gebiet: Sie sind zu niedrig und nicht tief genug in die Erde gegraben. Andrea Kapelle weiß das jetzt zwar, fühlt sich aber mit diesem Problem alleingelassen: „Man hätte uns Tierhaltern klarer sagen müssen, was auf uns zukommt und wie man sich jetzt richtig verhält.“ Sie könne nicht verstehen, dass die Wölfe geschützt sind, die Anwohner aber allein mit diesem Problem dastehen. So denkt auch ihr Nachbar Gerd Räbiger, der eine Nacht zuvor sieben Tiere verloren hat. „Den absolut wolfssicheren Zaun zu bauen, das kann doch kaum jemand bezahlen“, schimpft er. Der Proschimer befürchtet, dass die Hobby-Tierhalter ihre Herden abschaffen.

Unterdessen warnt Markus Bathen vom Spremberger Wolfsbüro vor Hysterie: „Seit dem Jahr 2005 leben die Wölfe in der Region um Spremberg, aber einem Menschen haben sie sich hier noch nie aggressiv genähert“, sagt er. „Der Wolf gehört in der Lausitz einfach zu einem funktionierenden Ökosystem – auch wenn er immer wieder Schafe reißen wird, die nicht genügend geschützt sind.“
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Erstellt am: 07. September 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. September 2011, 09:39 Uhr
Autor: Von Catrin Würz, Torsten Richter und René Wappler

Von Catrin Würz, Torsten Richter und René Wappler

Jüngste Kommentare (56)

Wolf zieht Blutspur durch Proschim

von kc24

... Die überschrift ist ja wieder BLÖD-zeitungsmäßig ..

Der Wolf hat hier un der Gegend genauso eine Daseinsberechtigung wie wir Menschen.

btw: unser Schafe kommen nachts rein.

ach so

von unbekannt

Antwort auf folgenden Beitrag von kc24 am 08.09.2011 14:05 Uhr

Noch mal, Wolle hat eine Daseinsberechtigung in Rumänien. Das muß reichen.

Zitat:btw: unser Schafe kommen nachts rein

Ja wie cool ist das denn. Gottlob gibts Leute, die 1 Schaf besitzen. Oder anders ausgedrückt, es gibt immer Exemplare, die nicht von frü bis Mittag denken können, da sich ihr Horizont auf dem eigenen Grundstück dreht................

Wenn die Gebrüder Grimm geahnt hätten

von BerndMueller

welch nachhaltige geistige Verwirrung ihr "Rotkäppchen und der Wolf" anrichtet......

Wölfe weg !!

von unbekannt

Die Wölfe müssen weg. Sie gehören einfach nicht in unsere Kulturlandschaft. Es gibt auf der Welt genügend angestammten Lebensraum für diese Art : Dünnbesiedelte Gebiete der Karpaten, Skandinavien, Kanada.... Da muss man nicht mit aller Macht versuchen, diese Art wieder hier anzusiedeln.

@Abendstern....keine Worte, sondern Taten

von unbekannt

Mit den ganzen Darlegungen von Abendstern haben wir hier einen kompetenten Fachmann/Frau der/die uns die neuen Zäune, Ställe realisiert, finanziert und die gerissenen Schafe der Betroffenen ersetzt. Eigentlich toll, .... Oder höre ich da Zweifel? Wie schon von anderen erwähnt, der Steuerzahler hat schon vorgelegt,
Also "Abendstern" wir erwarten nun die Aktivitäten!

Mach dich Schlau

von Abendstern

Antwort auf folgenden Beitrag von unbekannt am 07.09.2011 22:52 Uhr

Wir müssen ALLE Tätig werden und nicht darauf warten bis uns jemand an die Hand nimmt und uns zeigt wie es richtig geht! Informiere dich richtig und du stellst fest, das es Fördermittel gibt:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/showDetails.do?id=2107805
oder
www.wolfsregion-lausitz.de

Viel Spaß beim Schau machen und "Aktiv" werden!

Irgendwie

von firefighter5

scheine ich in Biologie gepennt zu haben. Ich habe mal gelernt, dass Tiere nur soviel reißen, wie sie zur Nahrungsaufnahme brauchen. Und für einen Wolf ist ja wohl ein Schaf ausreichend für eine Mahlzeit. Aber gleich sieben in einer Nacht sollte uns schon zu denken geben. Ich denke, es war hier ein Rudel aus mehreren Wölfen am Werk oder der hier aufgetauchte Wolf ist krank und dann gehört er getötet. Wohlgemerkt, dieser Wolf, nicht alle. Aber vielleicht habe ich in Biologie wirklich geschlafen.

Auslösereiz Bewegung

von Schwejk

Antwort auf folgenden Beitrag von firefighter5 am 07.09.2011 18:14 Uhr

Der Fuchs braucht zum Sattwerden auch nur eine Henne, aber er macht meist alle Tiere im Stall kalt - der Panik der Beutetiere sei dank.

Was ist bloß los?

von Abendstern

Ich wohne auch in der Lausitz! Aber ich schütze meine Tiere vor Wölfen, wie auch vor Mardern und Füchsen...oder wollt ihr die jetzt auch "abknallen"? Pferde, Schafe und Esel gehören nachts in den Stall, da brauch man auch keinen 2-Meter-Zaun gegen Wölfe...Hühner und Gänse kommen auch in ihre Häuser, denn Fuchs und Marder stehen da genauso drauf!
Wo soll das mit dem ausrotten enden?
Wollen wir jetzt Vögel abschießen, weil sie unser Obst anknabbern?
Oder Wildschweine und Rehe, weil sie unsere Felder nieder machen?
Wie ist das mit den Bienen? Die könnte man doch auch vernichten, schließlich belästigen sie uns im Sommer beim Eis essen...
Und Delfine könnte man doch auch auslöschen, wie können die es nur wagen unsere Fische zu essen!
Tiger, Löwen und eigentlich sämtliche Raubtiere sind wohl völlig überflüssig...die reißen eh nur unser Vieh...

Und die Finanzhaie...

von crusader

Antwort auf folgenden Beitrag von Abendstern am 07.09.2011 14:33 Uhr

nicht vergessen,die fressen nämlich gerade unser Geld.

Na ja Oldy

von crusader

Antwort auf folgenden Beitrag von Oldy am 08.09.2011 12:40 Uhr

"Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: es stimmt." Oskar Wilde

Und vielleicht...

von crusader

Antwort auf folgenden Beitrag von crusader am 09.09.2011 10:55 Uhr

spende ich etwas für ein Schaf,denn auch einem Wolf steht Futter zu, woll.

aha :-)

von unbekannt

Antwort auf folgenden Beitrag von Abendstern am 07.09.2011 14:33 Uhr

Solchen Quark kann man sich ja kaum durchlesen. Oder wie hole ich mein Gebäude für die jeweilige Tiersorte, dort wo sie gerade grast, beispielsweise in 5 Kilometer abgelegene Regionen? Ach nee, klar, ich schaffe 200 Schafe oder Rinde logischerweise mit dem Auto jeden Tag heim grinsen

weiter...

von Abendstern

Antwort auf folgenden Beitrag von Abendstern am 07.09.2011 14:33 Uhr

Manche haben scheinbar ihren Verstand ausgeschalten!
Klar, ist der Verlust der Schafe ärgerlich, schließlich leben die Halter davon.
Aber den Wolf abknallen ist auch keine Lösung! Es gibt Behörden, die den Verlust ersetzen!
Wir sollten froh und stolz sein, das ein solch wunderschönes Geschöpf bei uns wieder Fuß fassen konnte...
Nicht die Wölfe bringen unsere heile Welt durcheinander...das vergessen die meisten!
Wir breiten uns aus, betonieren immer mehr Grünflächen, verkleinern die Wälder, halten Tiere in Massen und schicken sie auf die Schlachtbank, wir machen die Erde krank mit unserem Müll und unseren Giften...wie viele Tierarten haben es dem Mensch zu verdanken, das sie fast oder gänzlich ausgestorben sind? WIR müssen uns der Umwelt anpassen und nicht umgekehrt! Schließlich sind wir auch nur zu Gast hier!

sos

von unbekannt

Antwort auf folgenden Beitrag von Abendstern am 07.09.2011 14:36 Uhr

Nicht Behörden ersetzen den Schaden, sondern Du und ich mit unseren Sterermitteln. Wenn überhaupt, denn wenn da wer auf die Idee kommt, der Zaun hängt zu locker, ist mit 3 Meter zu niedrig, ist nicht 5 Meter eingegraben, gibts nüscht.

Dafür...

von Abendstern

Antwort auf folgenden Beitrag von unbekannt am 07.09.2011 19:29 Uhr

...können meine Steuergelder gerne eingesetzt werden. Es gibt genug unsinnigere Dinge für die unsere Steuern verschwendet werden!

weiter...

von Abendstern

Antwort auf folgenden Beitrag von Abendstern am 07.09.2011 14:36 Uhr

Die Leute, die vom "abknallen" reden, haben vergessen das wir nicht alleine auf der Erde sind und auf Grund unserer Intelligenz eine gewisse Verantwortung haben! Töten darf doch nicht das einzige sein, was uns einfällt!
Wir sollten den Menschen danken, die versuchen die Fehler unserer Vorfahren wieder gut zu machen und der Erde etwas wieder zu geben!
Und ja, wir sollten uns Sorgen um unsere Kinder machen, wenn sie draußen alleine spielen! Aber nicht wegen Wölfen, sondern wegen kranken Menschen! Wie viele Kinder wurden in den letzten 100 Jahren vom Wolf getötet oder angefallen? Und wie viele Kinder wurden in der gleichen Zeit von perversen Menschen getötet oder missbraucht! Diese Menschen wären ein besserer Grund auf die Jagd zu gehen!

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