09. Februar 2012, 00:00 Uhr

Wasserski in Schleife muss weitere Runde drehen

An der geplanten Größe der Gastronomie scheiden sich in Schleife die Geister

Schleife „Zurück in den Ausschuss“ – der amtierende Bürgermeister von Schleife Manfred Hermasch hat dies am Dienstagabend vorgeschlagen. Seine Befürchtung war, der Gemeinderat könnte den Bebauungsplanentwurf Wasserskianlage am Halbendorfer See ablehnen. Die Aussagen zur Gastronomie hatten für erhebliche Irritationen bei den Räten gesorgt.

Planer Ansgar Kaup hat Dienstagabend sehr ausführlich geschildert, wie die Wasserskianlage von Investor André Böhme am Halbendorfer See einmal aussehen soll. Als er allerdings erläuterte, dass zu diesem touristischen Anziehungspunkt auch eine entsprechende gastronomische Versorgung mit Niveau gehöre, regte sich erster Unmut im Gemeinderat Schleife. Kaup sprach von insgesamt 60 Plätzen, die der Investor plant. 30 seien für den Außenbereich, 30 für innen vorgesehen. Gemeinderat Mario Klar brachte daraufhin seine Verwunderung zum Ausdruck. Im Technischen Ausschuss sei von einem Imbiss die Rede gewesen. Nun höre er von einem umfangreichen gastronomischen Angebot. „Ich sehe eine Gefahr für die Strandgaststätte, die bekommt eine große Konkurrenz. In die Strandgaststätte haben wir über den Zweckverband Geld reingesteckt. Sollen wir diese Gelder jetzt einbüßen?“, so Klar. Bernd Juskowiak pflichtete ihm bei. Ansgar Kaup versuchte Überzeugungsarbeit zu leisten und auch Investor André Böhme argumentierte für sein Projekt. „Ich war im letzten Technischen Ausschuss, wollte mich dort den Fragen stellen. Da gab es keine. Ich kann nur sagen, 50 Prozent des Konzeptes macht die Gastronomie aus. Ich muss doch den Gästen etwas anbieten können“, so der Krauschwitzer.

Manfred Hermasch, der weiter die Amtsgeschäfte für den erkrankten Bürgermeister führt, wollte unbedingt verhindern, dass das Projekt an diesem Abend ablehnend beschieden wird. „Dann ist es ein halbes Jahr durch die Gemeindeordnung blockiert. Deshalb stelle ich den Antrag, es zurück in den Technischen Ausschuss zu verweisen“, so Hermasch. Mit einer Enthaltung folgten die Räte diesem Antrag mehrheitlich. Voraussichtlich wird der Plan nun schon in der Februarsitzung noch einmal diskutiert.

Übrigens führt die gastronomische Ausstattung bei dem Projekt nicht das erste Mal zu kontroversen Diskussionen bei den Räten. Im Herbst vergangenen Jahres hatten einige von ihnen dazu laut Bedenken angemeldet, genau wie der Groß Dübener Bürgermeister.

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Zum ThemaAndré Böhme will zwei Wasserskianlagen am Halbendorfer See errichten. Die eine umfasst eine Länge von 713 Meter und wird an fünf Masten gespannt sein. Die kleinere ist für Kinder gedacht, so Planer Ansgar Kaup. Da diese mehr in nord-westliche Richtung des Sees „wandert“ verkleinere sich die Fläche, die aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert werden muss.Bevor gebaut werden kann, muss ein Böschungsgutachten erfolgen, danach werde die Gründung festgelegt, so Kaup. Der Planer hofft, dass kein Emmisionsschutzgutachten notwendig ist, weil die Anlage nicht mehr Lärm erzeugt als ein allgemeines Wohngebiet.Wo hingegen noch Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, ist bei der am See vorbeiführenden Staatsstraße. Die Behörden verlangen den Bau einer Linksabbiegespur. „Dabei erhöht sich das Verkehrsaufkommen, das bei insgesamt 5500 Fahrzeugen liegt, durch die Besucher der Anlage um gerade mal zwei Prozent“, so Kaup.Da die Masten für die Anlage abgespannt werden müssen, werden Eingriffe in den Baumbestand am See notwendig sein. „Es werden aber keine Schneisen geschlagen, sondern bei jedem Baum Einzelfallentscheidungen getroffen“, so Kaup.Baden wird trotz Wasserskianlage weiterhin möglich sein. Der abgegrenzte Badebereich verschiebt sich nach links neben die jetzt vorhandene Strandbar.
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Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:40 Uhr
Autor: Von Regina Weiß

Von Regina Weiß

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