Tschechen als neue Zielgruppe im Seenland
Tourismus-Anbieter setzen künftig auf Besucher aus Tschechien und auf Hoyerswerda als Herz der Region
Hoyerswerda Die Stadt Hoyerswerda sollte innerhalb des Lausitzer Seenlandes eine zentrale Bedeutung bekommen. Nach Ansicht des Geschäftsführers der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien, Holm Große, muss die Stadt das Herz der Region werden.
„Wir sind da auf einem guten Wege“, sagte der Geschäftsführer erst kürzlich während der Dresdner Reisemesse in einem Gespräch mit der Lausitzer Rundschau. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, habe bereits das Projektbüro „Koordinierung Lausitzer Seenland“ seinen Sitz in Hoyerswerda. Auch der Verein „Tourismusverband Lausitzer Seenland“, der Anfang April neu gegründet werde, habe seinen Sitz in der Stadt.
Einstellen auf Touristenströme
Aufgabe von Hoyerswerda müsse jetzt sein, sich nicht nur als Kommune zu sehen, sondern selbst als Lausitzer Seenland zu begreifen. „Das Gefühl muss vor Ort gelebt werden“, sagte Große. Am heutigen Montag ist die vierte Gesprächsrunde zum Lausitzer Seenland mit Vertretern des sächsischen Landwirtschafts- und Umweltministeriums im Technologiepark Lauta geplant. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Hoyerswerda wird Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) an der Veranstaltung teilnehmen.
Der Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft „Lausitzer Seenland“, Marcus Heberle, verwies zudem auf den 2. und 3. Juni, wenn in Hoyerswerda die 3. Lausitzer Seenland-Messe stattfindet.
Nach Auffassung von Große muss sich die Stadt auch auf verstärkte Touristenströme aus Tschechien einstellen. „Die sind in der Region sehr aktiv“, sagte der Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft. In der ganzen Oberlausitz liegen die tschechischen Gäste bei den ausländischen Touristen nach den Holländern auf Platz zwei.
Danach kommen die Österreicher. Hoyerswerda müsse auf die erhöhte Anzahl tschechischer Besucher reagieren und die sprachlichen Voraussetzungen schaffen.
Die Besucher aus dem Nachbarland würden sich fürs Radfahren und Skaten interessieren und Urlaub in Familie machen.
Die Region um Hoyerswerda biete insgesamt gute Voraussetzungen für das Radwandern, betonte Große. Die Nachfrage nach dieser Form von Freizeitvergnügen sei seit 2002 um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Für die Vermarktung aller Radwege in der Oberlausitz werden durchschnittlich 60 000 Euro ausgegeben.
Mit Industriekultur punkten
Die Lausitzer Industriekultur sei ein weiterer touristischer Anziehungspunkt, mit dem Hoyerswerda punkten könne. Als Beispiel nannte der Geschäftsführer die Energiefabrik Knappenrode. Tagestouristen aus Dresden, Cottbus oder Berlin würden sich für den Zoo Hoyerswerda oder die Krabat-Mühle interessieren. „Wir können sagen, dass noch vor sieben bis acht Jahren eine Freizeitkultur nur im Süden der Oberlausitz bestand“, sagte Große. Das habe sich mit der Entwicklung in Hoyerswerda und Umgebung grundlegend geändert.
Mit der Entwicklung der Übernachtungen kann die Marketinggesellschaft im letzten Jahr zufrieden sein. In der Oberlausitz habe es ein Plus von zwei Prozent gegenüber 2010 gegeben, sagte Große.
Extras zum Artikel
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:23 Uhr
Autor: fll

Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden