Tod auf den Gleisen am Übergang Halbendorfer Weg
An dieser Stelle der Bahnstrecke im Bereich des Halbendorfer Weges nahm sich der 61-Jährige das Leben. Foto: Foto: Angelika Brinkop
Dem Lokführer stand der Schreck noch ins Gesicht geschrieben. Kurz vor dem Bahnübergang am Halbendorfer Weg in Weißwasser sah er, wie ein Mann aus dem Gebüsch hervor kam und sich auf die Gleise legte. Trotz der eingeleiteten Notbremsung hatte der Eisenbahner keine Chance, den Zusammenstoß zwischen dem Triebwagen und dem Mann zu verhindern. Der Zug der Lausitz-Bahn mit der Nr. 84913, der von Cottbus nach Zittau unterwegs war und planmäßig um 12.07 Uhr in Weißwasser ankommen sollte, kam erst 200 Meter hinter dem Bahnübergang zum Stehen.
Den herbeigerufenen Rettungskräften, der Polizei und der Feuerwehr bot sich ein Bild des Grauens. Der Zug hatte den Kopf vom Körper des Mannes getrennt. Jede Hilfe kam hier zu spät.
Wie die RUNDSCHAU vor Ort erfuhr, handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Selbstmord. Die Ermittler fanden im Gebüsch hinter dem Autohaus ein altes Fahrrad, mit dem der tödlich Verletzte möglicherweise zur Stelle an den Gleisen fuhr.
Im Gebüsch hatte er im Gras ein Taschentuch fein säuberlich ausgebreitet, um dort Platz zu nehmen. Gleich daneben lag der Fahrplan der LausitzBahn. Somit lag nahe, dass er gezielt auf den nächsten Zug wartete, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Anrainer berichteten, dass sich der Betroffene beim Herannahen der Bahn aus dem Gebüsch auf die Gleise bewegte.
Der Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, Uwe Horbaschk, bestätigte später gegenüber der RUNDSCHAU die Version des Selbstmordes. Bei dem Getöteten handelt es sich um einen 61-jährigen Mann aus Forst. Laut Horbaschk seien die Motive für seinen Freitod im persönlichen Bereich zu suchen. Er sei psychisch krank gewesen und habe bereits mehrfach Suizidversuche unternommen. Seit dem 20. Mai war der 61-Jährige bei der Polizeihauptwache in Forst als vermisst gemeldet gewesen.
Für die Fahrgäste des betroffenen Zuges richtete die Lausitz-Bahn einen Bus-Notverkehr ein. Die Strecke war für kürzere Zeit gesperrt. Dadurch kam es zu geringfügigen Verspätungen und Einschränkungen im Bahnverkehr.