Schwerer Einsatz für Feuerwehr Groß Düben
Kameraden kämpfen Stunden gegen Rauch, Flammen und mit dem Wetter / Alarmierung erfolgt nach Beerdigung
Groß Düben Noch ist unklar, was das Werkstattgebäude an der Dorfstraße in Groß Düben entzündet hat. Von Donnerstag bis Freitag früh hielt es 93 Einsatzkräfte in Atem. Die Floriansjünger mussten von einer Sekunde auf die andere von Trauer auf Dienst umschalten, denn kurz vorher war Groß Dübens Wehrleiter Maik Stoppe zu Grabe getragen worden.
„Das Ganze ist so unwirklich. Es will in unsere Köpfe gar nicht rein“, sucht Alexander Krautz noch am Freitag nach den passenden Worten. Er, der bisher der stellvertretende Wehrleiter war, führt die Wehr in Groß Düben nun kommissarisch. Von einer Sekunde auf die andere mussten alle 19 Kameraden aus Groß Düben den „Schalter“ im Kopf umlegen: von tiefer Trauer auf Dienst. „Das muss man können, das ist unsere Berufung, auch wenn es schwer fällt“, so Alexander Krautz im Namen seiner Kameraden.
Nicht nur die Groß Dübener eilten nach der Alarmierung sofort an den Brandherd auf der Dorfstraße. Alarmiert wurden die Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Schleife (außer Mühlrose) sowie Weißwasser und das brandenburgische Döbern. Mit Polizei und Sanitätern waren 93 Einsatzkräfte vor Ort.
Sie alle waren davon ausgegangen, dass ein großer Holzstapel brennt. Doch das Ganze entpuppte sich dann als 18 mal 30 Meter großer Werkstattkomplex, so Frank Loff von der Feuerwehr Schleife. Er fungierte als Einsatzleiter. Schon die Erreichbarkeit des Objektes auf einem Privatgrundstück war nicht einfach. „Es gab nur die eine Möglichkeit über die Dorfstraße, sonst haben uns Zäune den Weg versperrt“, so der Einsatzleiter. In dem Gebäude brannten Holz und Maschinen, immer wieder loderten die Flammen lichterloh auf. Bis weit in die Nacht kämpfen alle gegen das Feuer. Der Hydrant war auf so viel Wasserentnahme auch nicht ausgelegt, so dass Löschwasser herangefahren werden musste.
Neben dem Feuer hatten die Kameraden mit den Unbilden des Wetters zu kämpfen, sackten doch die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich ab. „Die Kälte hat uns ganz schön zu schaffen gemacht“, so Alexander Krautz. Sie bereitete nicht nur der Technik sowie den Schläuchen Probleme, sondern auch den Einsatzkräften. Das Feuerwehrgerätehaus wurde kurzerhand zur Wärmestube umfunktioniert. Im Schichtsystem konnten sich die Kameraden aufwärmen. Aber auch an der Dorfstraße sorgten Anwohner für Feuerkörbe und warme Getränke. „Ganz toll, wie uns die Anwohner unterstützt haben“, so Frank Loff. Bürgermeister Helmut Krautz hatte derweil die Versorgung im Gerätehaus mit warmen Getränken und Essen organisiert. Das Gasthaus Köppen sowie Doreen Thumann vom Dorfladen halfen bei der Versorgung tatkräftig.
Tatkräftig war auch das Zusammenspiel aller Feuerwehrleute. „Wenn es auch manchmal unter den Orten Befindlichkeiten gibt. Bei den Feuerwehren hat man davon nichts gemerkt. Es hat allen wirklich gut geklappt“, so der Bürgermeister.
Frank Loff bezeichnet das Zusammenspiel der Wehren nicht nur als gut, sondern als sehr gut. „Hochachtung vor den Groß Dübener Kameraden“, so Loff.
Diese übernehmen am Freitag nicht nur das Aufräumen in ihrem Gerätehaus, sondern auch die Brandkontrolle am Freitag. „Es kann sein, dass noch Glutnester vorhanden sind“, so Alexander Krautz.
Derweil hat am Freitag der Brandursachenermittler der Kriminalpolizei seinen Dienst aufgenommen. Laut Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien hat das Feuer 200 Kubikmeter Holz und Maschinen in der Werkstatt vernichtet. Der Schaden beläuft sich derzeit auf rund 100 000 Euro. Da die Brandursache noch völlig im Dunkeln liegt, sucht die Polizei auch Zeugen.
So fragt sie nach, wer im Bereich Dorfstraße speziell in der Nähe des Brandobjektes in den Mittags- und frühen Nachmittagsstunden am Donnerstag verdächtige Personen- oder Fahrzeugbewegungen wahrgenommen hat.
Hinweise, auch zunächst unbedeutend erscheinende, nimmt die Polizei in Weißwasser oder das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion unter der Telefonnummer 03581 468224 entgegen.
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Erstellt am: 11. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:38 Uhr
Autor: Von Regina Weiß

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