06. September 2010, 00:00 Uhr

OB-Wahl: Pötzsch vorne – Rauh will kämpfen

Kein OB-Kandidat mit absoluter Mehrheit / Gute Wahlbeteiligung / Neuwahl 26. September

Weißwasser 87 Minuten nach der Schließung der Wahllokale steht fest: Weißwasser muss in drei Wochen erneut wählen – keiner der sechs OB-Kandidaten bekam gestern die erforderliche absolute Mehrheit. Mit 37,5 Prozent der abgebenen Stimmen liegt zum Ende der Auszählung Torsten Pötzsch (Klartext) vorn, gefolgt von Hartwig Rauh (parteilos) mit 29,6 Prozent. Bernhard Waldau (CDU) landet bei 16,7, Uwe Bücklein (Linke) bei 8,9 Prozent, dann folgen Danilo Hermann mit 4,4 und Jens Greiner mit 2,8 Prozent (beide parteilos).

Mit Spannung werden im Rathaus die ersten Ergebnisse notiert. Amtsinhaber Hartwig Rauh (l.), Uwe Bücklein (r.), Torsten Pötzsch (hinten im Bild) verfolgen die Geschehenisse. Foto: Martina Albert
Die ersten Ergebnisse kommen um 18.24 Uhr aus dem Wahllokal im Wohngebietstreff »Hallo Nachbar« in der Glückaufstraße. Rauh liegt mit 35,7 Prozent vorne, Pötzsch folgt mit 31,4 Prozent der Stimmen. Beide Kandidaten sind da, als die Ergebnisse kommen. Die Anspannung ist bei beiden fast mit Händen greifbar. Wenige Minuten später meldet das zweite Wahlbüro. An der Spitze findet ein Wechsel statt, Torsten Pötzsch liegt nun mit 33 Prozent vorn, Hartwig Rauh kommt auf 31 Prozent. Im Verlauf des Wahlabends kann Pötzsch seinen Vorsprung ausbauen. Am Ende liegt er 7,9 Prozent vor Amtsinhaber Rauh. Doch der gibt sich kampfesbereit. »Ich werde kämpfen, ich weiß jetzt, worum es geht und mit welchem Gegenkandidaten ich zu tun habe«, so Rauh.



Er werde in den nächsten drei Wochen alles tun, um aufzuholen. »Wir haben verschiedene Strategien entwickelt«, sagt er. Torsten Pötzsch zeigt sich kurz nach der Auszählung überrascht und froh. »Mit dem Ergebnis habe ich nicht gerechnet - ich hatte Rauh und dann die CDU vorn gesehen«, so Pötzsch. Aus seiner Sicht ist klar, dass die Mehrheit der Weißwasseraner einen Wechsel will. Für ihn steht aber auch fest, dass er sich nicht auf dem Vorsprung ausruhen will. Im Gegenteil, wie er betont: »Ich werde Gas geben.« Vor allem gelte es nun, Gespräche mit anderen Kandidaten zu führen. Und noch etwas ist Pötzsch ein Anliegen: »Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung am 26. September wieder so gut ist.«

Zum Thema:
Mit 45,8 Prozent liegt die Wahlbeteiligung klar über der von 2003. Damals wählten im ersten Wahlgang 31,3 Prozent. »Für Weißwasser ist das ein sehr guter Wert«, so die Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, Esther Liebal.

  
Kandidaten-Stimmen
Hartwig Rauh (parteilos): „Ich bin stolz und dankbar, dass so viele Weißwasseraner zu mir halten – trotz der massiven Angriffe der letzten Monate. In den nächsten drei Wochen gilt es nun, 600 Stimmen aufzuholen.“

Bernhard Waldau (CDU): „Ich hatte schon mehr erwartet, ganz klar. Es ist aber ein deutlicher Wunsch nach Wechsel zu verzeichnen. Anfang der Woche entscheide ich, wie es weitergeht.“

Uwe Bücklein (Linke): „Ein zweistelliges Ergebnis wäre schön gewesen. Die letzten Tage wurde aber klar, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rauh und Pötzsch geben wird. Dienstag kommen Fraktion und Stadtvorstand zusammen. Dann werden wir entscheiden, ob ich nochmal antrete. Letztlich zählt, was das Beste für Weißwasser ist.“

Torsten Pötzsch (Klartext): „Mit dem Ergebnis habe ich nicht gerechnet, freue mich aber sehr. Es ist ein Zeichen, dass ein Wechsel gewünscht ist. Die nächsten Wochen gilt es Gas zu geben. Wir werden in den nächsten Tagen auch viele Gespräche führen.“

Jens Greiner (parteilos): „Ein Wettkampf beinhaltet Gewinner und Verlierer – so ist das nunmal. Entäuscht bin ich aber schon. Ob ich weitermache, entscheide ich in den nächsten Tagen.“

Danilo Hermann (parteilos): „Ein bisschen enttäuscht bin ich auf jeden Fall. Ich denke aber, ich mache weiter – auf halber Strecke gebe ich nicht auf.“
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Erstellt am: 06. September 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:30 Uhr
Autor: Von Martina Albert

Von Martina Albert

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