06. Februar 2012, 00:00 Uhr

Neuer Anlauf für Netzkäfiganlage am Dreiweiberner See

Land benötigt noch Unterlagen vom Antragsteller

Lohsa/Dreiweiberner See In das Antragsverfahren für den Bau einer Netzkäfiganlage am Dreiweiberner See durch die Aqua Food Peitzer Edelfisch GmbH kommt wieder Bewegung. Wie der Pressesprecher der Landesdirektion Dresden, Dr.

Holm Felber, auf Nachfrage erklärt, werde es Anfang März einen „Termin zur Absprache, welche Unterlagen für die Fortführung des Verfahrens noch nötig sind“, geben. Dabei gehe es insbesondere um Verträglichkeitsuntersuchungen. „Erst wenn dies in der nötigen Qualität vorliegt, können wir mit der Bearbeitung fortfahren“, so Felber. Immerhin handele es sich um ein Vorhaben innerhalb eines „Natura 2000“-Schutzgebietes.

„Das Antragsverfahren hat zwei Jahre lang geruht und läuft erst seit einem Vierteljahr wieder, nachdem der Antragsteller signalisiert hat, dass das Projekt noch aktuell ist“, betont Felber. Letzteres bestätigt der Geschäftsführer der Aqua Food Peitzer Edelfisch GmbH, Wilfried Donath: „Die Käfiganlage ist für uns ein wichtiges Vorhaben. Das Problem liegt im naturschutzfachlichen Teil des Antragsverfahrens. Zum weiteren zeitlichen Ablauf kann ich derzeit noch nichts sagen.“

Die Pläne des Unternehmens, am Nordufer des Dreiweiberner Sees eine Netzkäfiganlage zu errichten, sind seit dem Jahr 2005 bekannt. Ursprünglich sollte die Inbetriebnahme bereits Ende 2006 erfolgen, 2008 die Vermarktung der Forellen und Saiblinge starten. Von einem Fischbesatz von 95 Tonnen war damals die Rede.

Aufgrund seines neutralen pH-Wertes eignet sich der Dreiweiberner See besser als die meisten anderen Gewässer des Lausitzer Seenlandes für die Fischzucht, weshalb die Wahl des Peitzer Unternehmens auf ihn gefallen war. Bereits 2006 lag ein Gutachten des Potsdamer Instituts für Binnenfischerei vor, das der Anlage ökologische Unbedenklichkeit bescheinigte. Ende 2007 war dann die Rede davon, dass sich die Umsetzung aufgrund von geänderten EU-Förderrichtlinien verschiebe. Im April 2009 bestätigte der Lohsaer Rat den Abschluss einer Vereinbarung zum Bau einer Trinkwasserleitung für das Grundstück der Edelfisch GmbH am See. In derselben Sitzung gab es die Zustimmung zum Vorhaben unter der Maßgabe einer jährlichen Fischproduktion von höchstens 60 Tonnen. Danach wurde es ruhig um das Projekt, das jetzt jedoch wieder Fahrt aufnehmen könnte.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 03:06 Uhr
Autor: ume1

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