Mit Drogen verdient und gescheitert
Hoyerswerdaer flog auf und wird zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt
Bautzen Zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren hat die Große Strafkammer des Landgerichtes Bautzen einen 24-Jährigen aus Hoyerswerda verurteilt, der binnen eines Jahres mit fast einem Zentner Haschisch und 13 Kilogramm Marihuana gehandelt hat. Durch die Preisgabe eines seiner Dresdener Hauptlieferanten hatte sein Anwalt auf eine Strafminderung gesetzt. Das Gericht folgte aber der Forderung der Staatsanwaltschaft.
Seit Anfang 2010 war S., wie in der Anklageschrift festgestellt, mindestens einmal im Monat nach Dresden gefahren, um dort in einer Privatwohnung jeweils 5000 Gramm Haschisch sowie wechselnde Mengen Marihuana zu erwerben.
Für den ersten Deal hatte der Arbeitslose, der eine Ausbildung zum Bürokaufmann aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, nach eigenem Bekunden seine „gesamten Ersparnisse zusammengekratzt“. Der Kontakt zu seinem „Großhändler“ war durch einen Bekannten aus der Drogenszene von Bautzen, wo André S. damals lebte, zustande gekommen. Er erwarb das Haschisch im Jahre 2010 zu einem Gramm-Preis von 1,60 Euro und verkaufte es – zumeist in Hoyerswerda – für 1,80 Euro weiter. Für Marihuana lagen Einkaufs- und Verkaufspreise bei 4,50 beziehungsweise 5,50 Euro. Im vergangenen Jahr wurde der „Stoff“ in der Beschaffung etwas billiger. Insgesamt setzte S. mit seinen Geschäften mehr als 130 000 Euro um. Die Geschäfte liefen so gut, dass am Tage seiner Festnahme im Juli 2011 Bargeldbestände von mehr als 30 000 Euro in seiner Wohnung gefunden wurden.
Auf die Spur gekommen war die Polizei André S. durch die Überwachung des Telefonanschlusses eines seiner Hauptkunden. Nach der Observation einer Übergabe in Dresden stellten ihn die Beamten, als er sich in einem Mietwagen auf dem Weg nach Hoyerswerda befand. Seit seiner Festnahme sitzt er in Dresden in Untersuchungshaft.
Zu diesem Zeitpunkt, so betonte er, habe er schon versucht, sich aus der Drogenszene zurückzuziehen: „Doch der Einstieg ist leicht, der Ausstieg jedoch schwer. Da kommt man nicht so ohne weiteres raus.“ Nach anfänglichem Schweigen zeigte sich der Hoyerswerdaer kooperativ und führte die Fahnder auf die Spur seiner beiden Hauptlieferanten in Dresden, die – maßgeblich durch seine Aussage – unlängst ebenfalls festgenommen werden konnten. „Dies sollte bei der Strafzumessung zugunsten des Angeklagten ins Gewicht fallen“, forderte Verteidiger Arnd Holzhauser, der auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren plädierte. Er verwies auch auf die ernsthaften Anstrengungen seines Mandanten, sich von seiner Vergangenheit zu lösen.
S. selbst erklärte, dass er sich in suchttherapeutische sowie psychologische Behandlung begeben habe. Er wolle nach der Verbüßung seiner Strafe beruflich Fuß fassen und eine Familie gründen, versicherte er. Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme falle es ihm schwerer als anderen, die Haft zu ertragen. Die Strafforderung der Staatsanwaltschaft hatte sich auf vier Jahre belaufen. Gegen den Hauptabnehmer des Hoyerswerdaers wird demnächst vor dem Landgericht Bautzen verhandelt.
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Erstellt am: 08. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Februar 2012, 03:14 Uhr
Autor: Von Uwe Menschner

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