02. Oktober 2011, 17:23 Uhr

Leuchtturm in Betrieb - Ostsee-Flair im Seenland

Boxberg Symbolträchtig markiert ein weiterer Meilenstein die maritime Entwicklung an Sachsens größtem Gewässer - dem Bärwalder See. Am Südufer sendet der erste Leuchtturm im Lausitzer Seenland seit drei Wochen sein Licht aus. Mit Richtfeuer und Sturmwarnlampe ausgerüstet markiert das rot-weiße Signalzeichen die Einfahrt zum Hafen im Boxberger Ortsteil Klitten.

Erster Leuchtturm mit Signalwirkung für Seenland
Ein Leuchtturm steht im Bärwalder See bei Klitten/Boxberg. Im Hintergrund ist das Braunkohlekraftwerk in Boxberg zu sehen. Der 7,30 Meter hohe Leuchtturm der «Marina Klitten» sorgt seit neuestem für Sicherheit auf dem Wasser. Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild)
Einen der imposantesten Ausblicke im Lausitzer Seenland können Besucher an der Südküste des Bärwalder Sees genießen. Vom Klittener Ufer reicht der Blick über das mit knapp 1300 Hektar größte Gewässer Sachsens zur imposanten Silhouette des Kraftwerks Boxberg mit seinem letzten verbliebenen 300-Meter-Schornstein und den hohen Kühltürmen. Das Kraftwerk ist übrigens knapp 30 Jahre älter als der See, der seit 1997 geflutet wird. Dessen Wasserfüllstand bewegt sich derzeit LMBV-Angaben zufolge bei 86 Prozent. Und nicht zuletzt gilt als Kraftwerk, einst das größte in der DDR, als Ursache für den heutigen Bärwalder See. Denn es handelt sich um eine riesige Kohlengrube. In den Jahren von 1976 bis 1992 wurden dort 185 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert und im nahen Kraftwerk verstromt. Dieses bezieht seine Kohle inzwischen aus den Tagebauen Nochten und Reichwalde.

Die neueste Attraktion am Bärwalder See ist ein kleiner Leuchtturm. Zwar wirkt er mit seinen 7,30 Meter Höhe neben seinen „Kollegen“ an der Ostsee wahrlich bescheiden, doch nicht minder attraktiv. Schließlich besitzt der erste Lausitzer Leuchtturm über ein eigenes Leuchtfeuer, das Seglern und dem Passagierschiff „Jasua“ den richtigen Weg anzeigt. Der heutige Leuchtturm diente noch vor Jahren als Spitze des einstigen Fernsehturms auf dem Löbauer Berg. Investor Arnd Gundlach erwarb die Einzelteile und baute sie zum heutigen Leuchtturm zusammen.

Darüber hinaus lenkt auch die Klittener Marina die Blicke auf sich. Rund um den Bärwalder See führt ein asphaltierter Radweg, von dem sich immer wieder neue faszinierende Ausblicke auf das Wasser und das Kraftwerk eröffnen.

Am Westufer wartet die Erinnerungsstätte für die beiden abgebaggerten Orte Merzdorf und Schöpsdorf auf Besucher. Im Norden, am Boxberger Ufer, lädt das sogenannte „Ohr“ ein, ein monumentales Landschaftsbauwerk eines polnischen Künstlers, das im Oktober 2007 eröffnet wurde. Von dort aus bieten sich wiederum reizvolle Ausblicke. Bei klarer Sicht ist der Löbauer Berg, auf dessen Gipfel sich einst der heutige Leuchtturm befand, erkennbar. Im „Ohr“ eingebettet findet sich neben Großkoschen das zweite Amphitheater des Lausitzer Seenlandes.

Von Senftenberg aus ist der Bärwalder See in rund einer halben Stunde Fahrzeit mit dem Auto erreicht. Die Anreise erfolgt am besten über Hoyerswerda und Uhyst zum Südufer. Dieses befindet sich unmittelbar an der Ortsverbindung von Uhyst nach Klitten.

Darüber hinaus ist der Bärwalder See von Senftenberg aus in einer Tagestour auch per Fahrrad gut erreichbar. Ohne Pausen gerechnet sind Radler ungefähr drei bis vier Stunden bis an die südöstliche Eingangspforte des Lausitzer Seenlandes unterwegs.
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Erstellt am: 02. Oktober 2011, 17:23 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:38 Uhr
Autor: Von Torsten Richter

Von Torsten Richter

Jüngste Kommentare (1)

Geschmackssache

von Matheo

Imposanter Ausblick vs. Erholung am See...
Also mir wär die "Aussicht" am See zu häßlich. Ich bin als Bewohner von Lauchhammer zwar den Anblick von Schornsteinen und Kühltürmen gewohnt und sehe das ganze als Notwendigkeit für unsere derzeitige Energieversorgung, aber an einem See möchte ich das nicht unbedingt als Kulisse haben. Wer soll denn bitte bei dem Anblick am Strand liegen und sich erholen?
Ostsee-Flair soll das also sein. Also ich war anscheinend an einer anderen Ostsee. Da schwamm irgendwie nie ein rauchendes Kohlekraftwerk im Hintergrund herum. zwinkern

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