Jagdverbände kritisieren Wolf-Abschuss bei Reichwalde
Rietschen Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) und der Landesjagdverband Sachsen haben den Abschuss des streng geschützten Wolfes bei Reichwalde (Kreis Görlitz) scharf verurteilt.
„Die Jägerschaft ist für eine natürliche Einwanderung von Wölfen“, sagte DJV-Präsident Jochen Borchert in einer Mitteilung vom Montag in Bonn. Mögliche Konflikte ließen sich nicht mit illegalen Abschüssen lösen, sondern mit Managementplänen. Damit reagierten die Verbände auf den ersten illegalen Abschuss, seitdem die Art 1990 unter Schutz gestellt wurde. Die tote Wölfin war im Januar in der Oberlausitz entdeckt worden.
Der Landesjagdverband werde alles tun, um den oder die Täter zu ermitteln und strafrechtliche Konsequenzen durchzusetzen, so der DJV. „Niemand hat das Recht, sich über gesetzliche Normen hinwegzusetzen und so der gesamten sächsischen Jägerschaft in der öffentlichen Wahrnehmung Schaden zuzufügen“, hieß es in einer Mitteilung des Landesjagdverbandes. Stufenweise Managementpläne sollten Schutz und Erhaltung der Arten dienen und möglichen Konflikten vorbeugen. Es gehe darum, dass der Wolf die natürliche Scheu vor dem Menschen behalte.
Der Wolf ist in Deutschland eine streng geschützte Tierart, der illegale Abschuss eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. In der Lausitz leben derzeit fünf Wolfsfamilien und ein Wolfspaar. Der Bestand wird auf rund 40 Tiere geschätzt. In diesem Jahr starben in Sachsen bereits zwei weitere Wölfe durch Verkehrsunfälle.
Erstellt am: 03. März 2009, 10:45 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:18 Uhr
Autor: dpa



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