09. Februar 2012, 00:00 Uhr

Groß Dübener Karnevalisten feiern am Wochenende trotz Todesfalls in ihren Reihen

„Maik hätte das bestimmt so gewollt“

Groß Düben Im Groß Dübener Karnevalsclub war man nach dem Tod von Mitglied Maik Stoppe unsicher: Soll am Wochenende gefeiert werden oder nicht? Dann jedoch haben die Angehörigen des Verstorbenen diese Frage beantwortet.

Er war im Vorstand des Karnevalsclubs, er war mit 27 Jahren der Jüngste im Elferrat, und er war der Chef der Feuerwehr. Vor allem aber war Maik Stoppe gerade bei den Jüngeren im Dorf sehr beliebt, sagt Klaus Marks. Als der 1. Vorsitzende das im Schankraum der Gaststätte Köppen erzählt, wird nebenan im Saal geprobt. Funkengarde, Männerballett, Alte Funken und Falten-Feen studieren ihre Einlagen ein. „Unschuldslämmer, Schwarze Schafe, in Groß Düben bekommt jeder seine Strafe“ heißt das Programm, das sie am Freitag und Samstag ab 20 Uhr zeigen werden, um die Besucher zum Lachen zu bringen.

Das Traurige dabei: Maik Stoppe wird nicht wie in den Vorjahren für Licht und Ton sorgen. Das, sagt Vorsitzender Marks, muss nun der zweite Techniker allein übernehmen, unterstützt vom Disc Jockey. „Wir kriegen das schon hin“, ist Marks sicher. Wie er auch überzeugt davon ist, dass die komplette Veranstaltung gut über die Bühne gehen wird. Die Groß Dübener Karnevalisten seien professionell genug, um die Gäste nichts von ihrer Trauer um Maik Stoppe spüren zu lassen. „Diese schauspielerische Qualität haben wir schon.“ Es werde auch keine Gedenkminute geben oder Trauerflor angelegt. Das passe nicht zu einer Karnevalsfeier. Getrauert werden könne bei anderer Gelegenheit, so Marks, am Donnerstag zum Beispiel bei der Beerdigung.

Programm leicht verändert

Wäre es nach ihnen gegangen – möglicherweise hätten die Groß Dübener Karnevalisten die beiden Aufführungen abgesagt. „Es gab beide Meinungen“, sagt Marks. „Doch dann hat uns Familie Stoppe die Entscheidung abgenommen und ausdrücklich gewünscht, dass wir trotzdem Karneval feiern sollen.“

Der Bruder des Verstorbenen setzt sich mit an den Tisch und bestätigt: „Maik hätte das bestimmt so gewollt.“ 2007, sagt Klaus Marks, sei sein Schwiegervater gestorben, ebenfalls eingefleischter Karnevalist und Moderator bei den Karnevalsfeiern. Damals habe Maik Stoppe zu denen gehört, die sich für das Feiern trotz des Todesfalls ausgesprochen haben. Dazu sei es dann allerdings nicht gekommen. Der Moderator konnte so schnell nicht ersetzt werden.

Nebenan im Festsaal studieren derweil die Falten-Feen einen Sketch ein. Kriminelle haben die Groß Dübener Zamperkasse gestohlen. Nun ist die Empörung groß. Kathleen Fechner und Laura Frytkow geben Tänzern Hinweise. Die Tänze erzählen Geschichten. Zum Beispiel, was Kriminelle so alles mit ihrer Beute anfangen. Ein wenig, erzählt Klaus Marks, musste das Programm umgestellt werden nach dem Tod Maik Stoppes. Es gab Mitwirkende, die sich emotional außerstande sahen, Karneval zu feiern. „Einige wenige“, sagt der Vorsitzende. Aber sie würden den anderen das Feiern nicht übel nehmen. Im Gegenteil hätten sie die sogar noch darin bestärkt. Allerdings habe das Programm daraufhin leicht verändert werden müssen.

Karten-Vorbestellung

Kai Besa ist neu im Elferrat.
Einer, der am Freitag und Samstag das Programm mit bestreitet, ist Kai Besa, der neue Präsident des Groß Dübener Elferrates. Seine Eröffnungsrede stehe schon auf dem Papier. Er freue sich darauf, sie zu halten. Und nein, zu Maik Stoppe werde er dabei nichts sagen. „Das wäre sicher nicht der richtige Platz dafür.“

Der Tod des Feuerwehrmannes und Karnevalisten tut offenbar auch dem Besucher-Interesse keinen Abbruch. Die zweite Vorstellung am Samstag sei bereits fast ausverkauft, so Vorsitzender Klaus Marks. Für den Freitag bekomme man noch Karten an der Abendkasse. Wer die Samstag-Vorstellung sehen will, sollte telefonisch einen Platz reservieren. Die Anrufe entgegen nimmt Siegbert Kretschmer unter der Nummer 0357731 70026. Einlass ist um 19 Uhr. Das Programm beginnt um 20 Uhr und endet gegen Mitternacht. Danach wird weiter gefeiert.
 
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Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:40 Uhr
Autor: Von Daniel Preikschat

Von Daniel Preikschat

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