14. Oktober 2011, 00:00 Uhr

Görlitzer Software-Tester wollen wachsen

Die Lausitzer Zweigstelle könnte von 160 auf bis zu 300 Mitarbeiter aufgestockt werden

Görlitz Die Görlitzer Zweigstelle des international tätigen Softwaretesters SQS möchte weiter in den Lausitzer Standort investieren. Geplant ist, im kommenden Jahr bis zu 140 neue Arbeitsplätze an der Neiße zu schaffen.

Mario Hoffmann, einer von 160 Mitarbeitern des SQS-Testcenters Görlitz, checkt ein Programm für den Hamburger Hafen. Foto: Menschner / ume1 Foto: Menschner / ume1
Mario Hoffmann sitzt vor zwei Bildschirmen. Der eine zeigt eine Google Maps-Draufsicht auf den Hamburger Hafen. Auf dem anderen erscheint eine lange Liste von Zahlenkolonnen, denen mehrere Tabellenfelder mit kryptisch anmutenden Informationen folgen. „Jede Nummer steht für einen Container, der hier auf seinem Weg von irgendeinem Hafen in der Welt nach Hamburg minutiös verfolgt werden kann“, erklärt der Mitarbeiter des SQS-Testcenters in Görlitz. Seine Aufgabe ist es, verschiedene Vorgänge, die für die Zollanmeldung der Container und ihres Inhaltes relevant sind, zu simulieren. Ein Klick, und eine weitere Liste erscheint auf dem Monitor, dahinter Kästen mit grünen Haken oder roten Kreuzen. „Die Häkchen stehen für Vorgänge, die einwandfrei funktionieren, die Kreuze für solche, wo noch nachgebessert werden muss“, so Mario Hoffmann.

Solche Softwaretests bilden das alltägliche Geschäft der insgesamt etwa 160 Mitarbeiter des Görlitzer Testcenters, das zur SQS Software Quality Systems AG mit Hauptsitz in Köln gehört. Das Unternehmen sieht sich mit circa 2000 Mitarbeitern in 14 Ländern als weltweit größten Anbieter von Softwaretests und -qualitätsmanagement. Im Jahr 2010 erwirtschaftete die SQS AG einen Umsatz von fast 163 Millionen Euro.

In Görlitz ist SQS seit 2008 ansässig. „Unsere Mitarbeiter arbeiten sowohl vor Ort beim Kunden als auch hier im Testcenter“, erklärt der Görlitzer Niederlassungsleiter Christian Marx. Zu den Kunden zählen solch namhafte Unternehmen wie Daimler, die Deutsche Bank, JP Morgan und die Allianz. Viele Programme werden ständig weiterentwickelt und bedürfen daher in regelmäßigen Abständen neuer Testphasen – die Basis für langfristige Geschäftsbeziehungen zwischen SQS und ihren Kunden, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit zur Spezialisierung für die Mitarbeiter. „An größeren Projekten arbeiten gleichzeitig bis zu 40 Tester in festen Teams“, so Christian Marx.

Hoher Kostendruck

Die Auslagerung von Leistungen, die nicht zum eigenen Kerngeschäft zählen, an Dienstleister – das sogenannte Outsourcing – bildet einen der großen Trends in der modernen Wirtschaftswelt. Das Testen von Softwareprogrammen stellt hierbei einen nahezu idealtypischen Fall dar. „Natürlich wollen die Auftraggeber damit die eigenen Kosten reduzieren“, betont der Leiter des Görlitzer Testcenters. Für die SQS AG erhöht dies den Druck, möglichst kostengünstig agieren zu müssen: „Wir gehen von der aufwandbezogenen Preisbildung immer mehr zu Festpreisen über“, erklärt er. Dies bedeutet: Für jedes Projekt steht ein bestimmtes Budget zur Verfügung. „Für den Kunden reduziert dieser ,managed service' die Kosten und gestaltet sie zugleich transparenter“, so Christian Marx. Ein weiteres wichtiges Schlagwort, mit dem er die Arbeit des Testcenters charakterisiert, lautet „Skalierbarkeit“ und meint die Fähigkeit, die eigenen Ressourcen je nach Bedarf schnell und flexibel anders einsetzen zu können.

Gehaltsstruktur als Argument

Auch die Auswahl der Stadt Görlitz als Standort eines SQS-Testcenters – daraus macht Christian Marx keinen Hehl – lag unter anderem in der relativ günstigen Gehaltsstruktur des hiesigen Arbeitsmarktes begründet. War das Unternehmen zunächst in der Südstadt ansässig, hat es sich jetzt auf der Brückenstraße, in unmittelbarer Nähe zur Hochschule, einquartiert – am Standort des früheren b.i.b. Bildungszentrum für informationsverarbeitende Berufe. Dort belegt das Unternehmen derzeit zwei von drei Etagen – Platz für Erweiterungen ist also vorhanden. Und den will man auch in Anspruch nehmen: „Wir planen, unsere Mitarbeiterzahl im nächsten Jahr bis auf 300 zu erhöhen“, erklärt Christian Marx. Gesucht werden Tester, die eine IT-Ausbildung mitbringen; doch auch Quereinsteiger haben eine Chance. „Wir sind für die Region Görlitz ein sehr attraktiver Arbeitgeber“, versichert Christian Marx, und verweist auf 35 konkrete Personalgespräche, die beim jüngsten Tag der offenen Tür geführt wurden.
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Erstellt am: 14. Oktober 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Oktober 2011, 03:08 Uhr
Autor: Von Uwe Menschner

Von Uwe Menschner

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