04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Erster Schritt für eine Investition

Groß Düben verkauft Teil der Tagesanlagen Halbendorf / Käufer plant Junghennenaufzucht

Groß Düben Der Tagesordnungspunkt Beratung und Beschluss über den Verkauf einer noch zu vermessenden Teilfläche in der Gemarkung Halbendorf hat nicht ahnen lassen, dass es da hoch her gehen würde. Doch die Debatte im Gemeinderat Groß Düben am Donnerstag war geladen.

Lange schon laufen Bemühungen, um Flächen aus der ehemaligen Tagesanlage der Grube Frieden zwischen Weißwasser und Halbendorf an den Mann oder die Frau zu bringen. Nun sollen 68 000 Quadratmeter veräußert werden. Diese Fläche kann Bürgermeister Helmut Krautz (SPD) nun dem Investor für den Verkaufspreis von einem Euro anbieten, nachdem der Gemeinderat den Verkauf mit acht Ja-, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung befürwortet hat. Festgelegt wurde, dass sich der Investor vorstellen soll. Das ist nach Angaben des Bürgermeisters die Ehlego Landhof GmbH mit Sitz in Roggosen. Geplant sei eine Junghennenaufzucht in fünf Ställen, so die Information im Verlauf der Sitzung.

Rainer Marusch aus Halbendorf kritisierte massiv, überhaupt nichts in der Hand zu haben zu dem Projekt. Er erinnerte an einen anderen Bewerber, der mit umfangreichem Material informiert hatte. „Ich weiß nicht, was dort passieren soll, wie viel Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem verkaufen wir zu einem Preis, an dem wir nichts verdienen“, so der Vorwurf von Marusch. René Köppen aus Groß Düben verstand diesbezüglich die Welt nicht mehr. „Wir können doch froh sein, dass wir das Grundstück los sind. Zig mal haben wir schon darüber diskutiert.“ Schleifes Hauptamtsleiterin Marion Mudra erläuterte, dass dieser Beschluss wichtig sei, damit der Bürgermeister in Verkaufsgespräche eintreten kann. Der Kauvertrag werde dann notariell beschieden, wo auch Wegerechte festgelegt werden.

Heinz Grosa plädierte dafür, nur unter Vorbehalt zu verkaufen und sich ein Rückkaufrecht festzuschreiben, wenn auf dem Gelände nichts passieren sollte.

Helmut Krautz erläuterte, jetzt erstmals Kontakt mit dem Investor zu haben, bislang habe ein Vermittler die Verhandlungen geführt. „Glaubt mir doch auch mal was“, rief er in den Rat. Mehrfach werde dieser mit dem Projekt noch zu tun haben, wenn der Bebauungsplan (dies übernimmt der Investor) besprochen wird. In diesem Zusammenhang müsse ein Bundesimmissionsschutzverfahren durchlaufen werden, dass es in sich habe.

Laut Krautz wisse der Käufer, wie es dort auf dem Gelände aussehe. So werde er auch die Beräumung dieses Areals vornehmen.

Zum Thema:

Zum Thema„Wir haben wirklich den allerersten Schritt getan“, so Ulla Ehlenberger, Geschäftsführerin der Ehlego Landhof GmbH Roggosen, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Sie war am Freitag auch bei Bürgermeister Helmut Krautz, um mit ihm ein erstes Gespräch zu führen. Die Eier seien noch nicht mal gelegt, sagte sie, um im Bild zu bleiben. Mindestens ein Viertel Jahr brauche das Unternehmen nun, um wichtige Fragen abzuprüfen, ob das Gelände geeignet sei etc.. „Dann bin ich aber auch gern bereit, in den Rat zu gehen, um mich den Fragen zu stellen“, so die Geschäftsführerin.Laut Helmut Krautz gibt es zwei weitere Interessenten für den Kauf von Teilflächen auf dem Gebiet.Die Gemeinde hatte im Jahr 2000 von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH dieses ehemalige Betriebsgelände der Grube Frieden zwischen Weißwasser und Halbendorf käuflich erworben. Das damals mit dem Ziel, Platz für Gewerbeansiedlungen zu haben. Doch die Nachfrage von potenziellen Interessenten hielt sich in Grenzen.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:21 Uhr
Autor: Von Regina Weiß

Von Regina Weiß

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