Eishockey-Team wirft Stadtrat raus
Andreas Kaulfuß fühlt sich für Meinungsäußerung zu Bürgermeister-Abwahl abgestraft
Weißwasser CDU-Stadtrat Andreas Kaulfuß darf nicht mehr im Senioren-Eishockey-Team „Chiefs“ mitspielen. Grund dafür ist seine am Mittwoch im Stadtrat geäußerte Kritik an der Abwahl von Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD).
Das Verbot übermittelt habe ihm Dieter Krein im Namen der ganzen Mannschaft, so Kaulfuß. Krein ist Torwart der Chiefs und so etwas wie der inoffizielle Vorstand. Bis Ende März solle Kaulfuß dem Spiel- und Trainingsbetrieb fernbleiben, sei ihm mitgeteilt worden. Danach werde entschieden, ob wieder spielen darf.
Die Begründung für den Rauswurf ist für den Betroffenen „beschämend“ und Zeugnis eines zutiefst undemokratischen Verhaltens. Überhaupt nicht verstehen kann Kaulfuß, warum er sich außerdem noch bei jedem Spieler entschuldigen soll. „Wofür denn“, fragt er. Einzig aufgrund seiner Meinungsäußerung im Stadtrat zur Abwahl von Finanzbürgermeister Ronald Krause sei er im Team nicht mehr willkommen.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass unter den Kufenflitzern vier Stadträte der Fraktion Klartext sind und weitere Mitglieder dieser Wählergruppe. Mit der Abwahl Krauses, hatte Kaulfuß kritisiert, sei Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) nun den einzigen Mitarbeiter los, der ihn kontrollieren und den Stadtrat unabhängig von ihm informieren könne. Klartext sei nun eine „Regierungspartei“. Auch sei ihm schleierhaft, wie Klartext die Abwahl Krauses finanziell als Gewinn verbuchen könne.
Die CDU-Fraktion hat die Suspendierung von Kaulfuß in einer Pressemitteilung am Samstag als „Repressalie auf eine Meinungsäußerung“ angeprangert. Aus Sicht von Klartext-Stadtrat Andreas Friebel, der selbst auch bei den Chiefs spielt, ist das unzutreffend. Nicht die Meinung von Kaulfuß zur Abwahl Krauses an sich habe Anstoß erregt, sondern die Schärfe und Wortwahl, mit der er sie geäußert habe. Hinzu kämen weitere verbale Zusammenstöße vor und nach dem Auftritt von Kaulfuß im Stadtrat, die Friebel aber nur vage andeutet. Anliegen war, so Friebel, Kaulfuß eine Auszeit zu geben, damit sich die Wogen glätten könnten. „Wir sollten alle etwas Abstand gewinnen.“ Entschuldigen müsse sich Kaulfuß nicht.
Wenn er nun auch nicht mehr Eishockey spielen darf, so wolle er doch als Stadtrat weiter seine Arbeit machen, sagt Kaulfuß. Das sei er seinen Wählern und auch sich selbst schuldig. Und statt Eishockey zu spielen, gehe er nun eben schwimmen. „Das ist schließlich auch gesund.“
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 31. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Mai 2012, 11:38 Uhr
Autor: Von Daniel Preikschat

Jüngste Kommentare (61)
Eigentlich nichts besonderes
von Altanschliesser
sondern nur ein etwas extremes Beispiel des kommunalen Filzes, der in jeder Stadt mehr oder weniger vorhanden ist. Wer da aus der Reihe tanzt, wird halt mit gesellschaftlicher Ächtung bestraft. Dumm nur für die Bürger, wenn sich die Verwaltung nur noch mit sich selbst beschäftigt und die eigentlichen Aufgaben liegenbleiben.
Denkt mal darüber nach
von Nasowasauch
Antwort auf folgenden Beitrag von Altanschliesser am 04.02.2012 12:01 Uhr
Wer am lautesten schreit-ist meistens im Unrecht, sagt eine alte Weisheit.
Politisches Foul auf dem Eis in Weißwasser
von dabinich
Das Thema ist nun also schon in den Überregionalteil der LR gelangt. (zu finden unter Politik in der heutigen Ausgabe der LR)
Das ist ganz große Werbung für unsere Stadt!
Soweit hat es die Fraktion der „Sportfreunde“ Klartext nun also schon geschafft.
Eine weitere Niederlage also für unseren OB, meiner Meinung nach verursacht durch das undemokratische verhalten seiner Fraktion.
Auf ein Wort...
von Nasowasauch
Antwort auf folgenden Beitrag von dabinich am 03.02.2012 11:52 Uhr
...seit wann gehört der OB der Fraktion der CDU an ? ? ? Früher gabs bei der LR das Sommerloch, heute halt das Winterloch. Wenn sonst nix los ist, wird eine beleidigte CDU-Leberwurst serviert und das Thema schön ausgeschlachtet. Druckt doch mal die Rede und ganiert sie mit Kommentaren aller Fraktionen des Stadtrates-das wäre ernsthafter Journalismus und würde mal zur Klärung beitragen.
Es gibt Hoffnung
von Naturstrom
Eine große Hoffnung bleibt, dass Herr Krause in 5 Jahren, wenn dann auch die Rücklage der Stadt restlos aufgebraucht ist, gegen T. Pötzsch bei der nächsten OB-Wahl antritt. Seine Kandidatur wäre mit einer Stadt die finanziell kaum noch Mittel hat, nicht zu unterschätzen. Die Leute wissen um seine Kompetenzen in diesem Bereich. Für Weißwasser jedenfalls kann sich das nur wünschen. Wie hat Krause bei seiner Wahl 2003 so schön gesagt: „ «Man kann keine Wunder schaffen, nur, weil es mangels dieser an Bewunderern mangeln könnte»“, das trifft auf die heutige Politik vom OB mehr zu denn je.
Aufgewacht
von dabinich
Die Geschehnisse um Krause und Kaulfuß sind doch nur die Spitze des Eisbergs. Da gab es schon ganz andere Dinge in der letzten Zeit. Leider hat die Presse da versagt und hat diese Themen nicht aufgegriffen. Ich bin mehr als besorgt, wenn ich sehe was sich in der Stadt seit der letzten Stadtratswahl verändert und entwickelt hat.
Aktuell in Sachen "Klartext"
von stadt
Antwort auf folgenden Beitrag von dabinich am 02.02.2012 20:55 Uhr
Als langjähriger Mitarbeiter der Stadtverwaltung fasse ich auf Grund der ganzen derzeitigen Entwicklungen endlich den Mut, "aus dem Nähkästchen" zu plaudern.
Die Stimmung ist in der Stadtverwaltung derzeit katastrophal. Es wir kaum untereinander gesprochen, jedes unerwünschte Wort könnte ja dem OB gemeldet werden, ja und dann ...
Viele Mtarbeiter bedauern den Weggang des Herrn K., er war immer der Einzigste, der niemals mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten hat, egal ob es ungemütlich für ihn werden könnte.
ja und dann....?
von Denker
Antwort auf folgenden Beitrag von stadt am 02.02.2012 21:17 Uhr
Ich denke der Ober-Mobber Krause ist weg? Sollten sich da etwa die Stadträte den falschen ausgesucht haben?
Aufpassen...
von Naturstrom
Antwort auf folgenden Beitrag von stadt am 02.02.2012 21:17 Uhr
Geben Sie Obacht, nicht das man jetzt nach Ihrer IP und Ihrem Klarnamen forscht. Möglich ist hier alles...aber ich kann mir sehr gut vorstellen was Sie meinen.
so einfach ist das nicht............
von sabbelphillip
Antwort auf folgenden Beitrag von Naturstrom am 02.02.2012 21:54 Uhr
Das funktioniert so einfach nicht für die, die es gern wüssten, das sollte man schon wissen. Für die LR machbar, nicht aber für die, die es betrifft. Und wenn ja, Infos weitergereicht werden, dann darf man die Frage stellen, wo und wieso das passieren konnte, was im Ernstfall sicherlich unliebsame Fragen gegenüber dieser Seite aufwirft, wo sich widerum andere dafür verantworten MÜSSEN.
guck an
von sabbelphillip
Antwort auf folgenden Beitrag von stadt am 02.02.2012 21:17 Uhr
Unliebsame Äußerungen in der LR wurden im damaligen Wahlkampf mit einer Anzeige gewürdigt, von wem, das erspare ich mir mal auf Grund der damaligen Problematik und der ""Angst"", daß beim kleinsten Fehltritt, der Namen und Behauptungen betrifft, dies wieder genau so gehandhabt wird
Ist das immer noch so, würde mich mal interessieren..........
Fortsetzung auf den Seiten 2 und 3...
von Naturstrom
Die älteren Beiträge sind auf den Seiten 2 und 3 zu finden.
...
von Nasowasauch
Antwort auf folgenden Beitrag von Naturstrom am 02.02.2012 20:06 Uhr
...finde ich auch-endlich Niveau
morgen wieder
von Nasowasauch
Antwort auf folgenden Beitrag von Naturstrom am 02.02.2012 20:06 Uhr
...habe heute keine Lust mehr. Lest morgen mal die Zeitung und nicht nur die, die der SPD gehört...
Falsch
von Naturstrom
Antwort auf folgenden Beitrag von Nasowasauch am 02.02.2012 22:44 Uhr
Falls Sie die LR meinen, diese befindet sich in Besitz der "Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck". Das zu Ihrer Information.
lustig
von Karel74
als ob DIESE Stadt keine anderen Sorgen hat... Welcher Industriebetrieb wurde in den letzten 10 Jahren eigentlich neu gegründet?
Wo führt uns Klartext hin ?
von EinwohnervonWSW
Was hat diese Stadt nicht schon alles erlebt, ein OB Kandidat der später in einem Porno mitspielte oder einen Cafe Besitzer der die Stadt retten wollte.
Da schmeißt der inoffizielle Chef Krein im Namen der ganzen Mannschaft Kaulfuß raus weil der sich doch tatsächlich anmaßt eine andere Meinung zu haben. Der überwiegende Teil sind ja Klartextmitglieder. Nach der Abwahl Krauses hat der Stadtrat keine Informationen mehr und Pötzsch kann ohne jede Kontrolle machen was er will. Meiner Meinung nach müssen sich Pötzsch und Krause auch nicht „lieben“, ist es nicht manchmal die direkte harte und kontroverse Diskussion die einen weiterbringt? Einen finanziellen Vorteil aus der Abwahl würde ich gern erkennen, aber Krause bekommt noch viele Jahre seine Bezüge OHNE das er etwas für die Stadt tut.
Abwahl
von stadt
Antwort auf folgenden Beitrag von EinwohnervonWSW am 02.02.2012 14:31 Uhr
Ich denke Herr K. hat seit 2003 persönlich genügend Kraft und Energie in die Stadtverwaltung gesteckt, ihm ist es zu verdanken, daß diese bis jetzt wieder auf so stabilen finanziellen Füßen steht, aber wie lange noch, bei diesem OB? Für seine Abwahl kann man ihn ja wohl nicht verantwortlich machen und daß er jetzt noch Bezüge bekommt ist ja wohl nur rechtens.
Richtig
von EinwohnervonWSW
Antwort auf folgenden Beitrag von stadt am 02.02.2012 16:36 Uhr
Damit keine Mißverständnisse aufkommen, ich teile diese Meinung. Es ist völlig korrekt das er seine Bezüge weitererhält. Er hat viel getan und einiges erreicht, in und für unsere Stadt. Ich habe mich nur auf das Kasperle Theater von Klartext bezogen, das nach Krauses Abwahl Geld eingespart wird. Und das ist leider falsch !
Sie haben jetzt nur freie Bahn......
Richtig
von stadt
Antwort auf folgenden Beitrag von EinwohnervonWSW am 02.02.2012 18:11 Uhr
Genauso. Einziges Ziel dieser Klartexttruppe war und ist es unter dem Deckmantel "für die Stadt Weißwasser" in die eigene Tasche zu wirtschaften, Zuschüsse für eigene Vereine usw. zu genehmigen, Aufträge günstig zu bekommen, man, wozu hat man denn schließlich den OB als Kumpel. Schaut man sich die Leute von Klartext privat an, der eine ist DJ, die anderen haben eine andere Firma u.s.w., blanker Eigennutz. Und daß sie in keinster Weise loyal verhalten können, beweist ja die Gegenwart. Das Mit Herrn Kaulfuß und Herrn Krause war ihr offiziell für alle Bürger erkennbarer erster Fehler, es werden mit Sicherheit weitere folgen. Weil sie sich so sicher fühlen denken sie nicht über die eventuellen Folgen nach. Jetzt ist der "Selbstbedienungsladen Stadtverwaltung" erst mal eröffnet.