Die GEZ lässt Rietschen bluten
Enorme Gebührennachzahlungen für Fernseher der Feuerwehren im Landkreis
Rietschen
Schock bei Feuerwehren und Kommunen im Landkreis. Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) hat kräftige Nachzahlungen verlangt, weil Fernseher und Videorekorder, die zu Schulungszwecken der Kameraden genutzt wurden, nicht angemeldet waren.
Entsetzen im Rietschener Gemeinderat: 19 300 Euro Nachzahlung an die Gebühreneinzugszentrale (GEZ), weil zu Schulungszwecken der Feuerwehrleute bestimmte Fernseher und Videorekorder in den Gerätehäusern über Jahre nicht angemeldet waren. Mit Zähneknirschen musste die außerplanmäßige Ausgabe in den Verwaltungshaushalt 2010 eingestellt werden. „Dafür, dass sich die Kameraden weiterbilden, werden wir jetzt noch bestraft“, so die verständnislose Reaktion von Kämmerin Sigune Hilke. Die Floriansjünger hätten keine Fernsehabende veranstaltet, was auch gar nicht gegangen wäre, weil die Geräte an keine Antenne angeschlossen gewesen seien, wie erklärt wurde. „Der Mann von der GEZ hat uns gesagt, dass es für eine Gebührenerhebung schon ausreicht, wenn bei einer Kontrolle ein Fernseher vorgefunden wird, der in der Kiste irgendwo in der Ecke steht, also gar nicht genutzt wird“, sagte Sigune Hilke gestern der RUNDSCHAU. Kindereinrichtungen wären von den Gebühren befreit, wenn sie einen Antrag stellen, hieß es.
Rietschens Gemeindewehrleiter Wilfried Reckusch kann die Aussage vom verpackten Fernseher bestätigen. Um nicht noch mal so finanziell auf die Nase zu fallen, habe die Feuerwehr reagiert. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen und haben aus allen Gerätehäusern die Fernsehapparate entfernt. Jetzt steht nur noch einer im Rietschener Objekt, der ist angemeldet. Wenn jetzt Schulungen in den Ortswehren stattfinden, ,wandern' Beamer, Laptop und Leinwand von Rietschen in die dortigen Gerätehäuser“, erläuterte Reckusch auf Nachfrage der RUNDSCHAU.
Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden