04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Die Füchse-Tür kommt aus Boxberg

Firma hilzinger will weiter wachsen/Ausbildung wird im Unternehmen am Kraftwerksstandort groß geschrieben

Boxberg 100 verschiedene Türen-Modelle mit 15 verschiedenen Oberflächen kann die Firma hilzinger Innentüren GmbH Boxberg schon jetzt anbieten. In der Vorbereitung sind zwei neue Produktlinien. Die Rede ist auch von der Füchse-Tür, einer Tür mit dem Logo des Eishockey-Zweitligisten.

Holzmechaniker-Lehrling Jan Färber aus Niesky bei der Zargenendfertigung im Boxberger Türenwerk. Fotos: Regina Weiß
Für die neue Eishalle in Weißwasser steht zwar noch nicht der Rohbau, aber Wolf-Ulrich Marzisch, Betriebsleiter bei der hilzinger Innentüren GmbH, denkt schon über Türen im Gebäude nach. „Es gab Gespräche mit dem Sportverein. Eine Füchse-Tür ist möglich“, sagt Marzisch. Möglich deshalb, weil die computergesteuerte Technik im Türenwerk individuell kreatives Design anbieten kann. „Wir haben gerade eine Anfrage eines österreichischen Kunden bekommen, ob wir nicht Türen im Design von Rapid Wien herstellen können“, so Marzisch.

Österreich, Schweiz, Beneluxländer und vor allem Frankreich sind exportseitig die absoluten Wachstumsmärkte für den Produzenten im Industriegebiet am Kraftwerksstandort. Zweistellig seien die Zuwächse im vergangenen Jahr auf der Exportschiene gewesen. „2011 war bisher das erfolgreichste Jahr. Wir konnten Umsatz und Ergebnis deutlich steigern“, unterstreicht Marzisch. 2012 soll noch erfolgreicher werden. Dabei setzt hilzinger nicht nur aufs Ausland, sondern natürlich auch auf den deutschen Markt und vor allem das nähere Umfeld. „Wir fahren mit unseren Türen 1800 Kilometer bis an den Atlantik nach Frankreich, aber wir wollen künftig auch hier in der Region mehr Umsatz generieren“, so Marzisch. Dazu gehöre der Werksverkauf am Standort Boxberg.

„Wer will, kann sich auch die Produktion anschauen“, erklärt Marzisch. Dort laufen die Bänder ein-, teilweise zweischichtig. Rund 40 Mitarbeiter inklusive Vertrieb und Auszubildende gehören zum Unternehmen. „Sehr gut hat sich auch die Zusammenarbeit mit den Werkstätten entwickelt.“ Seit Jahren schon arbeiten bei hilzinger behinderte Mitarbeiter der Niederschlesischen Werkstätten. „Sie gehören einfach dazu“, so Marzisch zur RUNDSCHAU.

Ganz wichtig ist das Thema Ausbildung. Derzeit sind sechs Azubis im Unternehmen: ein Holzmechaniker, ein Fachlagerist und vier Industriekaufleute. Dazu gehört auch die 17-jährige Elisa Grötzner aus Weißwasser. Über die Mittelschule Schleife hat sie etwas über die Firma erfahren, sich beworben und „nun bin ich ganz froh, hier ausgebildet zu werden.“ Nicht Kaffeekochen, Akten vernichten oder sortieren, sondern sehr verantwortungsvolle Aufgaben werden ihr und anderen übertragen. Wenn sie das mit ihren Mitkolleginnen aus anderen Unternehmen vergleicht, dann sei sie eine Ausnahme. „Nur so können die Azubis aber etwas lernen“, sieht sich Wolf-Ulrich Marzisch auf dem richtigen Weg. Man suche junge Menschen, die in der Region bleiben möchten. „Wir bilden nicht aus, um uns auf die Schultern zu klopfen oder um eine billige Arbeitskraft zu haben, sondern um jungen Menschen in der Firma eine Chance zu geben.“ Deshalb wird 2012 wieder auf Ausbildung gesetzt.

Zum Thema:

Zum Thema Der Standort in Boxberg gehört seit 2005 zur hilzinger-Gruppe. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, erklärt Betriebsleiter Wolf-Ulrich Marzisch. hilzinger habe in der ersten Zeit auch Verluste ausgleichen können. Es gibt ein klares Statement zum Standort Boxberg, was sich auch in kurzfristigen Investitionen äußern wird. Über die Kontakte des Mutterhauses und seine 18 Produktionsstandorte in Frankreich profitiere man auch beim Export in dieses Land. Ein Schwerpunkt auf dem deutschen Markt insbesondere in Sachsen ist Leipzig. „Diese Stadt boomt.“- gerade auch in Hinsicht der Sanierung. Laut Marzisch sei der Vorteil der Boxberger, Türen in einem Design fürs ganze Haus liefern zu können. Rund 15 000 Türblätter und Zargen haben im vergangenen Jahr das Werk in Boxberg verlassen. Im Türenwerk soll zusätzlich ein Logistikcenter für die Firmengruppe aufgebaut werden.Seit Kurzem ist die Firma neuer Sponsor der Füchse.
Elisa Grötzner ist froh über die Lehrstelle in Boxberg.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:36 Uhr
Autor: Von Regina Weiß

Von Regina Weiß

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