1. Ostdeutscher Projektzirkus bringt zwei Goethe-Schulen und 245 Kinder zusammen
Welzow
Das Schulhaus ist über und über mit bunten Plakaten beklebt, aber es ist leer. Dafür ist das Zirkuszelt voll.
Schulzirkus in Welzow: Trainer Michael Weisheit weist die Trapezgruppe ein. Fotos: Gentzsch
An der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ hat am Montag um 7.25 Uhr die einwöchige Projektwoche „Schulzirkus“ begonnen. Zehn zirzensische Angebote gibt es für die in zwei Gruppen eingeteilten Schüler – von Akrobatik bis Zauberei ist alles dabei. Was in so kurzer Zeit machbar ist, das soll in vier zirkusreifen Vorstellungen zu sehen sein.Felix Gralla (9) ist eigentlich Fußballer beim WSV Borussia, doch jetzt will er Trapezkünstler werden. Warum? „Weil's Spaß macht, viel Bewegung dabei ist und anschließend sieht's noch gut aus. Außerdem ist es ja Kunst.“ Michael Weisheit, einer von elf Trainern des 1. Ostdeutschen Projektcirkus Andre Sperlich, hört das gern. Die 245 Kinder, darunter 57 aus der Goethe-Grundschule Neupetershain, haben Spaß und eine Woche lang Zirkusschule. „Es wird aber nicht nur trainiert“, sagt Schulleiterin Jana Ullmann.
Sondern? „In der Zeit, in der die Kinder nicht in ihren Darbietungsgruppen üben, findet projektorientierter Unterricht mit Aufgaben rund um den Zirkus statt.“ Dabei lernen die Kinder aus Welzow und aus Neupetershain in bunt zusammengewürfelten Zirkusgruppen. Das sei gut so, da können sich Schüler und Lehrer schon mal beschnuppern, da ab dem neuen Schuljahr die Neupetershainer in die Welzower Grundschule einziehen. Weil es nun aber zur Projektwoche mehr Gruppen als Klassen gibt, seien acht ehemalige Lehrerkollegen, die schon im Ruhestand sind, reaktiviert worden. „Mit so einer großen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, gesteht Jan Ullmann. Total begeistert ergänzt ihr Schulleiterkollege Lutz Giese aus Neupetershain: „Beim Zeltaufbau haben die Welzower und Neupetershainer Feuerwehrkameraden und Welzower Vatis geholfen.
Die meisten von ihnen sind dann auch beim Zeltabbau am Samstag ab 16 Uhr wieder dabei.“ Projektzirkusdirektor Andre Sperlich (34) weiß das zu schätzen. „Unsere 14 Leute würden das allein so schnell nicht hinbekommen. Aber – wir hatten mal 160 Helfer. Das war ein riesen Volksfest und die Feuerwehr hat gegrillt.“Auch ein Projektzirkus kostet Geld, das müssen die Eltern aufbringen, denn gefördert wird der lehrreiche Zirkusspaß nicht. Deshalb habe es an beiden Schulen vorher eine Umfrage gegeben, wie die Schulleiter erklären. Die meisten Eltern hätten sich für die 24-Euro-Variante entschieden: Teilnahmegebühr inklusive zwei Tickets für Erwachsene. „Und wer damit ein Problem hat, dem helfen wir mit Geld aus unserem Schulsozialfonds“, sagt Jana Ullmann. kg Vorstellungen in Kostüm und Maske der Gruppe A unter dem Zirkusnamen „de Fantastico“ sind am Donnerstag um 17 Uhr sowie am Samstag um 10 Uhr zu erleben. Die Gruppe B firmiert unter dem Namen „Sternzauber“ und spielt am Freitag um 17 Uhr sowie am Samstag um 14 Uhr.
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