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Spremberg

Waldbesitzer ärgern sich über gefräßiges Wild

Proschim Mächtig geärgert hat sich die Proschimer Waldbesitzerin Marianne Kapelle während der jüngsten Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Lieske–Proschim-Welzow. „Das Wild frisst unseren Wald weg“, sagte sie.

04.06.2010
Kaum ein junges Bäumchen, insbesondere Laubholz, schaffe es aufzuwachsen, da es beizeiten von Rehen oder Hirschen gefressen werde. »In den vergangenen 20 Jahren ist im Wald ohne Zaun kein Gehölz nachgewachsen«, erklärte Marianne Kapelle. Früher sei das anders gewesen. »Da sahen die Wälder gut aus«, sagte sie. Marianne Kapelle stellte aber klar, dass sie die heutigen Waidmänner bedauere. »Die Jäger sind zu sehr mit dem Wild an und in landwirtschaftlichen Flächen beschäftigt.«

Dem pflichtete Jäger Willi Beutler bei. »Wir sind Dienstleister für die Landwirtschaft geworden. Es geht eigentlich nur noch um die Bewachung der großen Maisschläge«, sagte er. Da gebe es für die Verhinderung von Wildschäden im Wald nur noch wenige Kapazitäten.

FBG-Vorsitzender Christoph Hänsel rief die Waldbesitzer auf, in den Jagdgenossenschaften mehr Einfluss auf die Abschusspläne zu nehmen und darauf zu drängen, dass mehr Rehe und Hirsche geschossen werden.

Revierförster Ulrich Dittmann wies darauf hin, dass nicht nur das Wild an der Misere die Schuld trage. »Die riesigen Monokulturen wie Mais und Raps laden die Tiere doch regelrecht ein. Und wenn die Felder abgeerntet sind, ziehen sie wieder in den Wald und machen dort Schaden.« Besser sei eine kleinstrukturierte Landschaft mit verschiedenen Kulturen auf engem Raum, Feldgehölzen und Waldflächen, so Dittmann. Dann würden sich die Probleme minimieren.

Torsten Richter
Torsten Richter
 
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