09. Februar 2010, 00:00 Uhr

Telefonzellen werden kaum noch genutzt

Telekom fragt zum Rückbau die Spremberger Stadtverwaltung

Spremberg Es sieht schlecht aus für die Wiedererrichtung der Telefonzelle an der Schillerstraße/Ecke Johann-Sebastian-Bach-Weg in Spremberg. Laut Telekom AG wird dieser Standort im Wohngebiet auf dem Georgenberg „nahezu nicht genutzt“. Auf dem Weg zum Spremberger Bau- und Planungsamt ist nun ein Anschreiben zum kompletten Rückbau.

Die Telefonzelle an der Schillerstraße war eine der Opfer der Silvesternacht. Mit Feuerwerkskörpern haben Unbekannte zum Jahreswechsel die Telefonzelle gesprengt, teilte die Polizei mit. Seitdem liegen die gelben Wände übereinander im Schnee. Wie Georg von Wagner von der Telekom AG der RUNDSCHAU mitteilt, betreibe das Unternehmen derzeit an sieben Standorten in Spremberg und an jeweils einem Standort in Schwarze Pumpe und Trattendorf eine solche öffentliche Telekommunikationsstelle. „Sie zu betreiben, das ist eine unserer Pflichtleistungen gegenüber der Öffentlichkeit. Dabei gilt es aber, zwischen der Aufrechterhaltung notwendiger – weil genutzter – Standorte und unnötiger – weil ungenutzter – Standorte abzuwägen“, so Georg von Wagner. Zwar warte die Telekom nun erst einmal auf die Entscheidung der Spremberger Stadtverwaltung. „Aber der Standort an der Schillerstraße wird nahezu nicht genutzt – sonst würde dort mehr Umsatz anfallen“, sagt von Wagner. Aber generell seien Telefonzellen nicht out. „Es werden durchaus auch neue Standorte von der Telekom aufgebaut – wenn sie gebraucht werden. „Dabei können wir dann auch neue Dienstleistungen wie SMS, MMS und Internet mit anbieten“, sagt Georg von Wagner.

Sprembergs Bauamtsleiter Gerd Schmiedel rechnet zum Ende der Woche damit, dass das Schreiben auf seinem Schreibtisch landet. „In aller Regel werden wir von der Telekom lediglich über den Rückbau eine Telefonzelle informiert.“ Wie Jürgen Will von der Telekom bestätigte, belaufe sich die Schadenssumme im Fall der Telefonzelle auf dem Georgenberg auf rund 10 000 Euro.

Im Januar des Jahres 1881 war das erste Telefonhäuschen als Fernsprechkiosk in Berlin in Betrieb genommen worden. Zum vertrauten Stadtbild gehörten sie aber erst ab den 1920er Jahren. Die post-gelbe Telefonzelle, wie sie in der Schillerstraße stand, ist in einigen deutschen Landstrichen fast ausgestorben. Hier prägen Telefonhäuschen in den Telekom-Farben Weißgrau und Magenta das Stadtbild.

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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 10:02 Uhr
Autor: Von Ulrike Worlitz und Annett Igel

Von Ulrike Worlitz und Annett Igel

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