09. Februar 2012, 00:00 Uhr

Stadt Spremberg verteidigt Bauplan für Bahnhof

Amtsleiter lehnt Konzept aus dem Jahr 2000 ab / Zahl der Züge drastisch gesunken

Spremberg Kann ein zwölf Jahre alter Entwurf als Grundlage für den Umbau des Spremberger Bahnhofsvorplatzes dienen? Nein, sagt Bauamtsleiter Gerd Schmiedel – und widerspricht damit energisch dem früheren Dezernenten Frank-Michael Schober, der den alten Plan aus der Schublade gezogen hat.

Bahnhof Spremberg, Foto: Taubert
Wer am Spremberger Bahnhof aus dem Zug steigt, trifft erst mal auf einen großen leeren Platz. Diesen Schockeffekt wollen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit dem aktuellen Plan mildern, den die Architektin Saskia Hebert aus Berlin vorgelegt hat. Gerd Schmiedel vom Bauamt erklärt dazu: „Wir haben diese Variante mit der Denkmalbehörde abgestimmt – das wäre mit dem Plan aus dem Jahr 2000

nicht möglich gewesen.“

Nach Ansicht des CDU-Stadtverordneten und früheren Dezernenten, Frank-Michael Schober, hätte die Stadt mit dem alten Konzept eine gute architektonische Lösung gefunden und einen wichtigen Auftrag in Spremberg belassen können: Diesen Plan hatte damals die einheimische Firma Aring ausgearbeitet.

Doch mehrere Aspekte sprechen gegen den Wunsch von Frank-Michael Schober. Im Jahr 2000 hielten noch täglich 72 Züge und 194 Busse am Bahnhof. Im Jahr 2009 waren es nur noch 38 Züge und 115 Busse. Galt also im Jahr 2000 noch die Strategie, das alte Gebäude als Bahnhof zu nutzen, soll es nun unabhängig vom Bahnbetrieb umgestaltet werden. Dort könnten also völlig artfremde Anbieter unterkommen, wie zum Beispiel eine Musikschule. Stadtplanerin Claudia Wolf merkt an: „Zudem wird der Bahnsteig den eintreffenden Reisenden eine bessere Orientierung bieten, weil wir den Haltepunkt verlegen.“

Gleisanlagen der Stadtbahn Spremberg. Foto: Archiv
Während einer Bauausschuss-Konferenz im April 2009 war bereits ein Vergleich zwischen der alten und der neuen Variante zur Sprache gekommen. Der CDU-Stadtverordnete Andreas Bränzel stellte fest: „Beide Planer haben in vielen Punkten den gleichen Ansatz.“ So fragte er bei Hans Siedentopf vom Spremberger Büro Aring Bauplanung nach, ob sich dieser in der Lage gefühlt hätte, den Plan aus dem Jahr 2000 so zu entwickeln, dass er den neuen Anforderungen entspricht. Hans Siedentopf entgegnete: „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, und somit kann die Planung in der alten Form nicht genutzt werden.“ Allerdings sei er durchaus bereit gewesen, nach den neuen Bedingungen zu planen – wenn er denn den Auftrag erhalten hätte.

 

Zum Thema:
Der Entwurf des Berliner Büros war aufgrund eines Ideenwettbewerbes an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus entstanden. Wie Architektin Saskia Hebert damals einräumte, habe sie zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass es bereits einen Plan aus dem Jahr 2000 gibt. Der Wettbewerb unter dem Titel „Europan 9“ will nach Angaben der Ausrichter junge Architekten und Stadtplaner in Europa fördern, ihre Ideen bekannt machen und weiterentwickeln.
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Februar 2012, 15:16 Uhr
Autor: Von René Wappler

Von René Wappler

Jüngste Kommentare (2)

Bahnhofsbild

von Gurius

Die Damen und Herren der Presse sollten mal den Spremberger Bahnhof nicht größer machen wie er ist! Das abgebildete Foto zeigt ja wohl den Spremberger Stadtbahnhof an der Berliner Straße der ja wohl nichts mit dem Bahnhof um den es in dem Artikel geht zu tun hat!

Antwort auf Kommentar von "Gurius"

von redaktion

Antwort auf folgenden Beitrag von Gurius am 09.02.2012 11:10 Uhr

Vielen Dank für Ihren Hinweis in Bezug auf das falsche Artikelbild. Natürlich handelte es sich bei dem Bild nicht um den Spremberger Bahnhof, sondern um den alten Spremberger Stadtbahnhof. Der Fehler wurde inzwischen behoben.

Mit freundlichen Grüßen, die Online-Redaktion

Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren