05. Oktober 2011, 00:00 Uhr

Spremberger Rockerszene weiter im Visier

Extremismus-Experte Dirk Wilking: „Gremium MC gilt als wichtige Hausnummer“

Spremberg Ein Musterfall auch für Spremberg? Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hat jetzt zwei Klubs aus der Rockerszene in Frankfurt am Main verboten: Die Hells-Angels-Ableger „Westend“ und „Frankfurt“ sollen gegen Strafgesetze verstoßen haben. Im RUNDSCHAU-Interview spricht Ex tremismus-Experte Dirk Wilking darüber, ob diese Entscheidung Folgen für Clubs in der Lausitz haben könnte.

Dirk Wilking. Archivfoto: Michael Helbig / mih1
Noch lassen sich die Rocker vom Gremium MC Tag für Tag seelenruhig ihr Mittagessen am Spremberger Markt schmecken. Müssen sie bald in den Untergrund abtauchen?

Ein Verbot wie in Hessen wäre in unserer Region gewagt. In Frankfurt trifft der Vorwurf des Verstoßes gegen die Strafgesetze jeweils den gesamten Club. Hier aber handelt nicht die ganze Gruppe kriminell. So hat der frühere Präsident den Gremium MC verlassen, nachdem er wegen Drogenhandels mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Es dürfte schwer sein, seine illegalen Geschäfte dem Club anzuhängen.

Wovon leben die Spremberger Rocker?

Sie gehen in aller Regel einem Beruf nach, oft im Handwerk – und mitunter wohl weniger legalen Tätigkeiten, zu denen in der Vergangenheit Schutzgeld-Erpressung gehörte, Handel mit Anabolika und eben Drogengeschäfte.

Die Spremberger Polizei sieht derzeit keine Anhaltspunkte für Schutzgelderpressung bei Händlern aus der Stadt.

Das mag im Augenblick stimmen. Aber in den vergangenen Jahren sind uns mehrere solcher Fälle bekannt geworden – wenn auch meistens durch Zufall, weil die betroffenen Unternehmer in aller Regel nicht zur Polizei gehen.

Sie beobachten die Spremberger Rockerszene seit vielen Jahren. Das spricht dafür, dass der hiesige Gremium MC in Deutschland einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

Auf jeden Fall. Auch wenn die Spremberger nur eine Truppe von ungefähr 15 Mann umfassen, haben sie dafür gesorgt, dass Gremium ein eigenes Chapter – also eine Abteilung – in Berlin bekommt. Vor allem hier in Ostdeutschland gelten sie als wichtige Hausnummer.

Hängt das mit der umtriebigen Naziszene zusammen?

Vordergründig ist der Gremium MC keine politische Vereinigung. Doch mehrere Mitglieder pflegen freundschaftliche Kontakte zur rechtsextremen Szene, zum Beispiel über die gemeinsame Leidenschaft für Fußball.



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Erstellt am: 05. Oktober 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 05. Oktober 2011, 13:04 Uhr
Autor: Mit Dirk Wilking sprach René Wappler

Jüngste Kommentare (7)

???

von unbekannt

warum wird dieses leidige thema auf einmal wieder aufegfahren?? ich finde es schrecklich, dass diese ganz normalen leute beobachtet werden und sich eschauffiert wird, dass sie sich jeden mittag ihr essen öffentlich schmecken lassen... was soll das?? fallen diese "rechten" in der stadt spb groß auf? verhalten sie sich, wie beispielsweise "linke" gruppen?? ziehen mit bierflaschen durch die straßen, pöbeln leute an?, beschmieren diese bösen leute hauswände?? zünden diese menschen autos und gartenlauben an, wobei fast 2 menschen gestorben wären?? NEIN,...!!! und warum nicht, weil diese leute auch arbeiten gehen im gegensatz zu vielen linken. ich finde es einfach schade dass dieses thema so aufgeputscht wird nur weil es momentan wohl nichts interessanteres gibt... lasst sie doch einfach in ruhe machen!! es sind normale menschen wie du und ich!!

Antwort !

von Tin08

Antwort auf folgenden Beitrag von unbekannt am 08.10.2011 09:52 Uhr

Lolo,Du sprichst aus was auch viele Spremberger denken.Ich selbst habe mehr als einmal am Nachbartisch dieser Motorradfans gesessen.Und nie erlebt,daß diese andere Gäste angepöbelt haben.Auch mir scheint es ,daß es gewollt sein könnte,diese über die Presse zu diskretieren.Sei es durch "Wichtigtuer oder andere Schreiber".Deren Wunsch ist leicht durchschaubar-Werden diese öffentlich provoziert,dann kann es ja nicht mehr lange dauern,bis diese "Taten" folgen lassen.Und schon hat man reißerische Schlagzeilen.Dabei haben nicht nur Spremberg
genügend Themen über die man berichten könnte.Sozialabbau,zunehmende Verarmung usw.sind z.B.Themen,die in der Bevölkerung bei realistischer Berichterstattung immer gut ankommen.Anstatt Feindbilder zu erzeugen,die nicht da sind !

Sie fantasieren mal wieder

von Scofield

Antwort auf folgenden Beitrag von Tin08 am 09.10.2011 09:55 Uhr

Herr Tinus, ihre Brille hätte ich gerne. Wo ist in Spremberg steigende Armut festzustellen? Kennen sie die Statistiken? Lesen Sie die mal - sie sprechen eine diametrale Sprache ihrer Behauptungen. Ich könnte glauben sie wohnen bei uns in Guben, aber Sozialabbau in Spremberg? Unfug - soviel soziale Leistungen wie in Spremberg bekommen sie nirgendwo in Deutschland. Kitajahr, Ferienzuschuss, Kultur, Sport und Vereinsförderung. Familienkarten und Kinderrabatte, kostenlose Turnhallen, subventioniertes Schulessen und und und und. Sowas hätte ich in Guben auch gern alles!!! Kommen Sie mal aus ihrem Keller! Die linke Szene in Spremberg gibt es doch seit der (berechtigten) Inhaftierung des Brandstifters gar nicht mehr. Endlich Platz für alle anderen und den werden diese nutzen? Wer "Fick dich" auf dem Helm stehen hat gehört sicher nicht zu den Samaritern. Wer Veranstalter zwingt bestimmte Türsteher zu nehmen ist auch kein Unternehmer sondern ein Krimineller....

Antwort !

von Tin08

Antwort auf folgenden Beitrag von Scofield am 09.10.2011 20:32 Uhr

Wie wäre es denn ,sich mit solchen "Behauptungen" oder auch Verharmlosungen mit einem Beitrag an die LR. zu wenden ? Aber dazu fehlt wohl der Mut zur Phrasendrescherei.Sie dürfen auch darin erwähnen,daß bei Ihnen (nach eigenen Aussagen) der Mensch erst ab Akademiker anfängt.Erwähnenswert die Inflationsrate gegenüber der Einkommensentwicklung.Hier anonym Stimmung gegen Millionen armer Leute erzeugen ist einfach und primitiv .Wann wird Ihr Artikel erscheinen,ich bin gespannt ? Oder sind Sie auch dazu zu feige ?

hmm

von naja1

die türsteher können untereinnander auch machen was sie wollen. mir ist im grunde egal wer wo an der tür steht. doch leider werden dadurch veranstaltungen kaputt gewirtschaftet. der veranstalter wird unter druck gesetzt, die gäste sind durch gewalttaten und pöbeleien verunsichert, bleiben am ende aus und der laden kann dicht machen. also wenn irgendwelche vereine schutz für geld anbieten, sollten sie ihren job auch richtig machen. und von rechtssystem dürfte auch garnicht die rede sein denn ein rechtssystem besteht aus rechte und pflichten. wir reden hier nicht von populismus sondern viel eher von opportunismus.

Schutzgelderpressungen

von kofferfisch

funktionieren nur da, wo der Staat keinen Schutz gewaehrt. Wenn sie funktionieren, dann hat ein besseres Rechtssystem eiun schlechteres abgeloest. Die Gefahr besteht hier wohl eher nicht.

Populismus

von kofferfisch

Man muss sich klarmachen, dass Gebietsansprueche als solches voellig oin Ordnung sind. Es ist auch nicht verboten, Tuersteher zu sein. Solche Herrschaftsansprueche sind etwa im Bereich des Handymarktes, Apple gegen Samsung, oder des Marktes fuer Autohaendler, VW gdegen unabhaengige Haendler, voellig normal. Sie verstossen allenfalls gegen EU-Recht. Die Rocjer duerfen beoi diesen Kaempfen nur nicht noetigen und auch sonst keine Gewalt anwenden. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Aus dem einen kann man nicht ohne Weiteres auf das andere schliessen.

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