Eine Beschlussvorlage soll das Ende der Spremberger Beteiligung am Flugplatz einläuten. Demnach würde die Stadt Spremberg voraussichtlich bis zum 31. Dezember dieses Jahres ihre Mitgliedschaft kündigen. Denn das Rathaus warnt vor dauerhaften finanziellen Risiken.

Auch die überwiegende Mehrheit der Hauptausschuss-Mitglieder hält einen Rückzug für vernünftig. So sagt Hartmut Höhna (CDU): „Als ein Instrument der Wirtschaftsförderung habe ich den Flughafen in Welzow schon lange nicht mehr wahrgenommen.“ Mit dieser Gesellschaft könne es nicht mehr so weitergehen wie bisher.

Bürgermeister Klaus-Peter Schulze bestätigt: „In den vergangenen vier Jahren hat sich in der Tat wenig auf dem Platz getan.“ Derzeit konzentriere sich der Flughafen in Dresden auf die Geschäftsflieger, was zur Folge habe, dass Welzow künftig noch stärker ins Hintertreffen gerate – zumal dort auch die entsprechende Infrastruktur fehle. Der Bürgermeister hält fest: „Auch angesichts unserer Haushaltslage sehe ich da wirklich keine Zukunft mehr.“

Selbst in Welzow selbst gibt es kritische Stimmen zum Betrieb des Flugplatzes, wie er bisher ausgerichtet war. „In der Vergangenheit wurde einfach verpasst, den Flugplatz unternehmerisch zu betreiben und mit wirtschaftlicher Zielsetzung zukunftsorientiert auszurichten“, moniert beispielsweise Unternehmer Frank Degen. So war es privaten Unternehmen bisher verwehrt, Geschäftsanteile zu erwerben. Frank Degen sieht in einer Auflösung der bisherigen Flugplatzbetriebsgesellschaft sogar eine Chance: „Der Verkehrslandeplatz kann für Welzow auch erhalten bleiben, wenn er gewerblich betrieben wird oder von einem Verein. Das ist anderswo in Deutschland schon vielfach erprobt.“

Allerdings gibt es in Spremberg auch Kommunalpolitiker, die einen Ausstieg aus dem Flugplatz für verfrüht halten. Zu ihnen gehört der frühere Bürgermeister Egon Wochatz (CDU). Er warnt vor einem „Schnellschuss“: Auf ein Jahr mehr käme es bei der Entscheidung nun auch nicht mehr an. Seite 14

 

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Zum ThemaSo gestalteten sich die Zuschuss-Zahlungen der Stadt Spremberg an den Flugplatz in den vergangenen Jahren.2003: 45 966 Euro.2004: 62 720 Euro.2005: 42 768 Euro.2006: 66 320 Euro.2007: 57 312 Euro.2008: 57 024 Euro.2009: 54 080 Euro.2010: 45 665 Euro.2011: 42 350 Euro.Insgesamt belaufen sich die Zuschüsse der Stadt Spremberg damit seit dem Jahr 2003 auf eine Summe von 474 205 Euro.