11. März 2010, 00:00 Uhr

Schwans sind bei Fuchsens gut aufgehoben

Spremberger Familie kümmert sich seit 30 Jahren um Schwäne

Spremberg Das Schwanenpärchen „Lady“ und „Junior“ wird unruhig in seinem Winterquartier bei der Spremberger Familie Fuchs. „Die Tiere wollen hinaus aufs Wasser und ihre Runden drehen“, sagte Elfi Fuchs. Doch der Schwanenteich ist noch zugefroren. Vierzehn Tage könnte es schon noch dauern, bevor die Schwäne zum Teich watscheln.

Das Türchen bei Fuchsens steht immer offen und bietet Schwänen jederzeit Zuflucht. Mehr als 60 Schwäne seien es in den vergangenen 30 Jahren gewesen, die ein und aus gegangen seien. „Die ganze Schwanengeschichte hat eigentlich damit begonnen, als die Tiere eines Tages vor unserem Tor standen und wir sie aufgenommen haben. Inzwischen hört auch unsere ,Lady' auf ihren Namen und ich verständige mich mit ihr in der Schwanensprache“, sagt Wolfgang Fuchs. Seine Ehefrau hat sogar eine „Schwanenakte“ angelegt, in der alle Ereignisse festgehalten werden.

Nachwuchs könnte kommen

Die Spremberger Familie hat die Tiere in Zusammenarbeit mit der Tierschutzliga aufgezogen, bevor sie dann als Jungschwäne in die Natur entlassen werden konnten. Schwanennachwuchs hat es in den vergangenen vier Jahren nicht gegeben, doch in diesem Jahr könnte es vielleicht klappen. Denn Schwäne sind erst ab dem dritten Lebensjahr geschlechtsreif und Junior sei jetzt vier Jahre. Elfi Fuchs hatte den Höckerschwan im Internet ausfindig gemacht. Im Januar 2007 ist das Tier per Spedition aus einer Zuchtfarm aus Syke bei Bremen nach Spremberg gekommen. Die Paarungszeit ist im März/April, 37 bis 40 Tage wird gebrütet und im Mai/Juni schlüpfen die kleinen Schwäne aus dem Ei. Beim Nestbau seien auch die Männer der Spremberger Stadtbrigade behilflich. „Sie bringen das Stroh mit und wir liefern Zweige und Schilf dazu. Jedes Jahr richten die Mitarbeiter das Nest für das Schwanenpärchen her, das klappt bestens“, erzählt Elfi Fuchs.

Schwäne können 40 Jahre alt werden, sind hoch sensibel und schlafen immer auf dem Wasser, nie an Land. Schwan „Peter“ hat es bislang am längsten auf dem Schwanenteich ausgehalten – mindestens 30 Jahre, dann ist er durch äußere Gewalteinwirkung ums Leben gekommen. Elfi Fuchs berichtet: „Nach der Wende wurden zwei Tiere geköpft, das war sehr tragisch. Es kommt auch vor, dass ein Schwan eines natürlichen Todes stirbt. Dann sorgen wir für Ersatz, wie beispielsweise mit unserem Junior.“

Wenn das Heimatfest heranrückt, müssen die Tiere für vierzehn Tage den Schwanenteich verlassen und sich in ihrem Quartier bei Fuchsens aufhalten. Eine komplizierte Aktion, denn die Tiere lassen sich nämlich nicht einfangen. Deshalb lockt Schwanenmutter Elfi das Pärchen jeden Tag einen halben Meter näher, bis sie endlich das Grundstück erreicht haben. In dieser kurzen Zeit verputzen sie dann schon mal 60 Salatköpfe. Natürlich sorgen Elfi und Wolfgang Fuchs auch in der Winterzeit für abwechslungsreiche Kost und kaufen Wirsingkohl. „Grünkohl mögen sie nicht mehr“, sagt Wolfgang Fuchs. Einige Euros kommen für Schwans Beköstigung schon zusammen. Dennoch hat Familie Fuchs eine Bitte an die Spaziergänger: „Bitte die Schwäne nicht füttern.“ Das sei nicht böse gemeint, aber die Tiere sind Vegetarier. Vom vielen Brot würden sie zu schwer und die Knochen zu weich.

Eher Enten statt Schwäne

Was sagt Elfi Fuchs zum Welzower Schwanenteich, können dort Schwäne sesshaft werden? „Ich habe da so meine Zweifel, denn Schwäne müssen gründeln können. Der Spremberger Teich ist etwa ein bis drei Meter tief und diese Tiefe ist schon notwendig. Doch der Welzower Schwanenteich wurde künstlich angelegt, mit Folie ausgeschlagen. Schwäne fühlen sich an Stellen wohl, an denen sich eine Wasserflora bildet. Damals war es in Welzow ein natürlicher Teich, das war etwas ganz Anderes. In Welzow könnte ich mir vielleicht Enten oder Vögel vorstellen, denen macht der Straßenlärm nichts aus. Aber Schwäne sind da sehr sensibel.“

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Erstellt am: 11. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 10:22 Uhr
Autor: Von Martina Arlt

Von Martina Arlt

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