28. Januar 2012, 00:00 Uhr

Roter Teppich für junge Familien - 1000 Euro Zuzugsprämie

Hornow-Wadelsdurf beschließt 1000 Euro Zuzugsprämie für Eltern mit Kindern

Hornow-Wadelsdorf Die Gemeinde Hornow-Wadelsdorf wirft einen letzten Anker aus, um die Grundschule im Ort und weitere Kindereinrichtungen aus eigener Kraft zu retten. Mit einer Zuzugsprämie und mit der Übernahme des Essengeldes für alle Erstklässler soll Familien mit Kindern das Dorf und die ländliche Grundschule schmackhaft gemacht werden.

Hornow-Wadelsdorf rollt für junge Eltern den roten Teppich aus. Foto: fotolia Foto: fotolia
„Wir dürfen nichts unversucht lassen. Jedes Mittel muss uns recht sein.“ Gemeindevertreter Robert Hänchen (Für Hornow-Wadelsdorf) streitet mit deutlichen Worten für seinen Vorschlag, jungen Familien einen finanziellen Anreiz zu geben, sich in Hornow oder Wadelsdorf anzusiedeln. Gemeint sind Familien, deren Kinder freilich dann auch die Kindereinrichtungen der Kommune besuchen: die Kita Land-Kinder-Land und die Grundschule in Wadelsdorf. Besonders die kleine Ganztagsschule im Grünen ist in ihrer Zukunft gefährdet. Die Schulentwicklung im Amt Döber-Land ist noch offen und der ländlich geprägten Schule in Wadelsdorf fehlen derzeit drei Anmeldungen, um im neuen Schuljahr ab August eine neue 1. Klasse bilden zu können. Bisher stehen erst zwölf Schulanfänger in der Liste, 15 werden benötigt.

Mit besonderen zusätzlichen Anreizen will die Gemeinde nun also junge Familien mit Kindern anlocken: Bereits beschlossene Sache ist zum Beispiel, dass alle Erstklässler in der Grundschule künftig ihr Mittagessen von der Kommune bezahlt bekommen. Rund 4300 Euro wird sich Hornow-Wadelsdorf das kosten lassen, bestätigt die Bürgermeisterin Antoinette Leesker.

Einstimmig hoben die Gemeindevertreter in dieser Woche nun auch noch für die Zuzugsprämie die Hand: Demnach bekommen alle nach Hornow oder Wadelsdorf ziehenden Familien, deren Kinder die örtlichen Kindereinrichtungen besuchen, knapp 1000 Euro geschenkt – gezahlt in drei Jahresscheiben von jeweils 333 Euro.

Kita-Leiterin Ramona Krautz hofft sehr, dass die Aktion von Erfolg gekrönt ist. Denn die Zukunft des Land-Kinder-Landes ist letztlich irgendwie auch an das Schicksal der benachbarten Grundschule geknüpft: Die Kita hat seit Jahren die Hortbetreuung für die Grundschüler übernommen.

Grundschul-Leiterin Heike Pfeiffer findet es prinzipiell gut, dass sich die Gemeindevertretung klar positioniert hat und „deutlich erkennbar hinter ihrer Schule steht“.

 

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Zum ThemaEin ähnliches Modell existiert bereits in anderen Orten: Junge Familien mit Kindern von bis zu acht Jahren, die in die Gemeinde Massen bei Finsterwalde ziehen und dort Wohneigentum erwerben, bekommen pro Kind 5000 Euro als Zuzugsprämie. Damit soll der Fortbestand der Massener Grundschule gesichert werden, wo es in diesem Jahr zu wenig Kinder gibt. Insgesamt stellt die Gemeinde 50 000 Euro zur Verfügung.
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Erstellt am: 28. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 29. Januar 2012, 10:38 Uhr
Autor: Von Catrin Würz

Von Catrin Würz

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