Kupfer ist eine Riesenchance
Ministerpräsident Platzeck spricht über Gold, Bergbaufolgen und Gemeindestruktur
Spremberg Die Stadt Spremberg mit dem Industriestandort Schwarze Pumpe zählt Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu den erfolgreichsten regionalen Wachstumskernen im Land. Das sehe er sich gern mal aus der Nähe an, auch wenn ihm die Zeit im Nacken sitzt.
Vom Stand der Planungen und Genehmigungen für den Kupferabbau im Gebiet rund um die Gemeinden Spremberg, Graustein und Schleife hat sich Matthias Platzeck zuvor direkt im Haus der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH ein Bild gemacht. 15 Tonnen Gold und andere Rohstoffe im Wert von mehreren Milliarden Euro seien schon eine Hausnummer. „Kupfer ist Neuland für uns Brandenburger, mit der Arbeit unter Tage haben wir hier kaum Erfahrung“, sagt Platzeck und verweist zugleich darauf, dass sich in Spremberg nun „die Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Mansfeld versammeln“. Alles in allem eine „große Herausforderung, die der gesamten Region über Jahrzehnte eine Riesenchance“ böte. Vor allem dem „sehr offensiven Umgang“ der Kupferschieferleute und deren Geschäftsführer Thomas Lautsch mit der Öffentlichkeit zollt Platzeck großen Respekt. „Wir werden alles dafür tun, dass die Kupferförderung ein Erfolg wird“, versichert der Ministerpräsident. Wo Bergbau getrieben wird, wird nicht nur Geld verdient, Millionen müssen auch für die Beseitigung der Folgen ausgegeben werden.
Im Zusammenhang mit der braunen Spree sagte Platzeck, dass „wir es lernen müssen, mit den Bergbaufolgen umzugehen“. Einerseits haben der Grundwasserwiederanstieg und die Flutung von Tagebaurestlöchern der Lausitz zu einer Seenlandschaft verholfen, andererseits stünden Gärten und Keller unter Wasser, und das Eisensulfat verfärbe die Spree. „Zur Sanierung werden wir weiter Forschungsarbeit leisten müssen, brauchen dazu aber ein neues Verwaltungsabkommen mit dem Bund“, erklärt Platzeck. Das laufe im Jahr 2012 aus. Bis dahin stelle das Land für Sanierungsaufgaben 180 Millionen Euro zur Verfügung, der Bund gebe noch einmal das Dreifache der Summe dazu.
Befragt zur Gemeindestrukturreform sagt Platzeck: „In den nächsten Jahren müssen wir etwas tun. Die Struktur ist in Ordnung, aber wir werden weniger Leute haben, die sind dann älter und wir werden deutlich weniger Geld zur Verfügung haben.“ Platzeck spricht von 20 Prozent – von derzeit zehn, auf acht Milliarden Euro bis zum Jahr 2020. „Darauf müssen wir reagieren“, sagt er und „wir können schon etwas ändern.“ Beispielsweise habe sich die Vorstellung von Bürgernähe gewandelt. Das Amt an der Ecke sei nicht mehr die Frage, die meisten Leute seien ohnehin via Internet mit den Behörden im Kontakt. Platzeck: „Eine gute Verwaltung ist das Lebenselixier, aber sie muss vom Bürger bezahlbar und erreichbar sein.“ Bis zum Jahr 2013 soll eine Enquetekommission Schlussfolgerungen ziehen, dann könne gehandelt werden.

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