. Damit wird in Spremberg die Jahrzehnte alte Tradition der Jugendweihe fortgeführt. „Nur, dass wir es nicht Jugendweihe, sondern eben Jugendfeier nennen“, sagt Organisatorin Sabine Klauke.

Symbolischer Augenblick

Im Jahr 2004 hatte das Spremberger Freizeitzentrum offiziell die Ausrichtung dieser festlichen Zeremonie übernommen, die den 14-Jährigen an der Schnittstelle zwischen Kindheit und Erwachsenwerden ihre neuen Rechte, aber auch Pflichten vor Augen führt. „Viele Spremberger Fami lien legen Wert darauf, dass ihre Kinder einen solchen symbolischen Augenblick erleben können“, erklärt Sabine Klauke. Zwar war die Zahl der Teilnehmer adäquat zu den Schülerzahlen in der Region zunächst rückläufig, doch seit zwei Jahren sind die Anmeldezahlen wieder ansteigend und stabil. „Neuerdings melden sich sogar Familien bei uns, deren Kinder andere Schulen außerhalb des Landkreises – zum Beispiel das Christliche Johanneum in Hoyerswerda oder die Sportschule in Potsdam besuchen. Sie wollen den Festtag in ihrer Heimatstadt genießen und werden natürlich gern von uns integriert“, sagt die Sozialpädagogin. Immer öfter melden sich zudem auch ehemalige Spremberger Familien, die irgendwann einmal in die alten Bundesländer gezogen sind, wo es die Jugendweihen kaum gibt. „Dann wird dieser Tag gern in der alten Heimat begangen“, so Sabine Klauke.

Doch bevor der Festtag mit Kulturprogramm, feierlichen Worten und Erinnerungsgeschenk über die Bühne geht, erfahren die Jungen und Mädchen in mehreren Jugendstunden etwas über ihre wachsende Verantwortung, ihre neuen Rechte und Pflichten. Themen sind in diesem Jahr zum Beispiel die Gefahren, die in Internet-Communities lauern, das Jugendstrafrecht wird von einem Jugendrichter erklärt und jeder kann sich in einem Hip-Hop-Kurs ausprobieren. Besonders beliebt sind meist auch die Jugendstunden, in denen es um Stil, Mode und Etikette geht. Geplant sind Veranstaltungen zu Kosmetik für Jugendliche, zum Haarstyling und ein Knigge-Kurs „Benimm ist in“ mit Drei-Gänge-Menü. „Diese Veranstaltung war so nachgefragt, dass wir sogar einen zweiten Termin organisieren mussten. Am 1. März wird die Wiederholung stattfinden“, kündigt Sabine Klauke an.

Keine Kleiderordnung

Eine vorgeschriebene Kleiderordnung gibt es zum Jugendfeier-Festtag im „Bergschlösschen“ nicht. „Die Festgarderobe können die Familien natürlich so aussuchen, dass sich die Jugendlichen darin auch wohlfühlen. Schließlich ist es ihr großer Tag“, ergänzt Sabine Klauke. Immer mehr Mädchen bewiesen in den vergangenen Jahren allerdings Mut zum festlichen Kleid. „Ein schöner Trend, der den klassischen Hosenanzug oder das Kostüm gerade etwas in den Hintergrund drängt“, sagt die Mitarbeiterin im „Bergschlösschen“. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Trends in diesem Jahr.“

Die Teilnehmergebühr für die Jugendfeier im Spremberger „Bergschlösschen“ beträgt 65 Euro. Darin inbegriffen sind die kostenlose Teilnahme an den Jugendstunden, die Ausrichtung der Feierstunde inklusive Erinnerungsgeschenk und Einladungskarten. Anmeldungen sind noch möglich.

„Bunt statt Blau“ heißt eine Ausstellung, die im Rahmen der Jugendstunden ab 1. März im Freizeitzentrum „Bergschlösschen“ über die Themen Sucht und Drogen aufklärt.