02. Juli 2010, 00:00 Uhr

In anderthalb Stunden von Welzow zur Ostsee

Senftenberger Vater-Sohn-Duo Peter und Rico Milzarek hebt an den Flugtagen ab

Welzow Am ersten Juliwochenende werden die Senftenberger Piloten Peter und Rico Milzarek öfter vom Welzower Flugplatz abheben. Anlässlich der traditionellen Flugtage bietet das Senftenberger Vater-Sohn-Duo mit der Z-42-Maschine des Fliegerclubs Bronkow Rundflüge über der Lausitz und darüber hinaus an. Vor 20 Jahren erlernten beide gemeinsam das Fliegen. Längst ist daraus eine Passion geworden.

Mit einem tschechischen Sportflugzeug Z 42 heben die beiden Senftenberger in Welzow ab. Das Foto zeigt eine baugleiche Maschine dieses Typs. Foto: Flugplatz Rudolstadt Foto: Flugplatz Rudolstadt
»Also, an meinen ersten Alleinflug kann ich mich noch recht gut erinnern«, erzählt Peter Milzarek. »Das ist im Frühjahr 1990 über dem Flugplatz Schwarzheide gewesen. Die gesamte Platzrunde war ich überaus aufgeregt. Alles ging gut.« Gemeinsam mit seinem damals 14-jährigen Sohn Rico hatte Peter Milzarek in der Wendezeit das Fliegen bei den erfahrenen Schwarzheider Piloten Walter Mudraschk, Horst Hempel und Günther Kunitz erlernt.

Der bereits zu DDR-Zeiten von ihm betriebene Modellsport habe für die »richtige« Fliegerei die Basis gebildet, erklärt der heute 57-jährige Unternehmer. Dadurch sei der Wunsch entstanden, sich einmal selbst ins Cockpit zu setzen. Diese Leidenschaft übertrug sich eins zu eins auf Peter Milzareks Sohn Rico. Als dieser seinen ersten Alleinflug absolvierte, wurde hinterher festgestellt, dass er zu jenem Zeitpunkt noch nicht das eigentlich notwendige 14. Lebensjahr erreicht hatte. »Die Fluglehrer nahmen es aber mit Humor«, erinnert sich Rico Milzarek.

Nicht viel später erwarben Vater und Sohn auch die Motorfluglizenz. Inzwischen haben sie die Berechtigung, 15 verschiedene Flugzeuge steuern zu dürfen und besitzen zudem die Kunstflugberechtigung. Inzwischen sind bei Vater und Sohn jeweils gut 500 Flugstunden zusammengekommen. »Turbulente Situationen« hätten sich dabei sehr in Grenzen gehalten. Peter Milzarek kann sich noch an eine Landung auf den Flugplatz Kamenz-Jesau erinnern, als plötzlich ein Reifen am Flugzeug kaputtgegangen war: »Da wurde mir schon mulmig. Die Maschine wackelte und vibrierte. Zum Glück ging alles gut.«

Sowohl Vater wie auch Sohn haben durchaus den Wunsch, einmal ein großes Passagierflugzeug zu steuern. »Der Airbus, das wäre was«, sagt Rico Milzarek leise. Doch dieser »Spaß sei nur für sehr viel Geld« zu haben. Wäre in den Jahren 1989/90 nicht die Wende in der DDR gekommen, hätte der heute 34-Jährige vielleicht eine Ausbildung zum NVA-Kampfpiloten durchlaufen. Stattdessen arbeitet Rico Milzarek heute als Bankkaufmann bei der Sparkasse Niederlausitz. So sei die Fliegerei sein größtes Hobby geworden.

An diesem Wochenende schlüpft er gemeinsam mit seinem Vater wieder in die Rolle eines Piloten. Mit der tschechischen Z-42-Maschine des Fliegerclubs Bronkow bietet das Senftenberger Vater-Sohn-Duo im Rahmen der Welzower Flugtage Rundflüge über die Lausitz und darüber hinaus (Sonnabend und Sonntag, jeweils zwischen 9 und 18 Uhr) an. »Wir können auch nach Heringsdorf an die Ostsee fliegen. Das ist von Welzow in einer Stunde und 35 Minuten geschafft«, weiß Peter Milzarek aus Erfahrung. Die Maximalgeschwindigkeit der Z-42 betrage 315 Stundenkilometer. Die meisten Fluggäste würden aber Runden über das Lausitzer Seenland bevorzugen. »Die vielen Seen, das ist schon überaus imposant«, sagt Milzarek mit leuchtenden Augen. Auf besonderen Wunsch könnte in der Maschine auch ein Zustand der Schwerelosigkeit simuliert werden. »Zur Not haben wir immer eine Tüte dabei, doch bislang hat lediglich ein Gast davon Gebrauch machen müssen«, erklärt der erfahrene Pilot.
Die Hobbypiloten Peter (r.) und Rico Milzarek. Foto: T. Richter Foto: T. Richter
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Erstellt am: 02. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Juli 2010, 10:00 Uhr
Autor: Von Torsten Richter

Von Torsten Richter

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