Höhenrettung mit Seilen und Rollen im Spremberger Stadtwald
Spremberg
Mit Teleskopsteigern kann eine Höhe von 100 Metern erreicht werden. Professionellen Industriekletterern sind fast keine Grenzen gesetzt. Am Dienstag haben sie im Windpark Spremberg gezeigt, was möglich ist, wenn es um die Rettung von Menschen geht. Der Windenergie-Anlagenbauer Fuhrländer hatte sich dazu die auf seilunterstützte Arbeitstechniken spezialisierte Firma Ropemen geholt.
Die Windmühlen-Baustelle im Stadtwald habe sich für die zweitägige Übung angeboten, sagt Fuhrländer-Pressesprecher Barthel Pester. Anlass sei die Entwicklung und Überprüfung von Rettungskonzepten, die über die Anwendung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Abstürze hinausgehe. Derartige Konzepte bietet beispielsweise die Zwei-Mann-Firma Ropemen aus Reichshof bei Köln an. Geschäftsführer Tom Nickel (37): „Wir sind eine gute Alternative zu den hochtechnischen Geräten und wir kommen fast überall hin.“ Der Industriekletterer hat sich für die Übung einige Experten für das seilunterstützte Retten geholt, darunter die Firma Greifzug und Knut Foppe. Foppe ist nicht nur Industriekletterer, sondern auch Rettungsassistent. Er sagt: „Menschen können versagen, auch das Material. Wenn das passiert, läuft die Zeit.“ Alles, was dazu diene, die Rettungsabläufe zu beschleunigen, sei wichtig. Unter Stress und Zeitdruck müssten die Höhenretter schnell in Höhen von mehr als 100 Metern gelangen, und in beengten Räumen agieren. „Da muss jeder Handgriff sitzen, also müssen Abläufe standardisiert werden“, sagt Foppe. In dem für einen Laien undurchdringlichen Gewirr von Seilen, Falldämpfern, Abseilgeräten, Handsteigklemmen, Umlenkrollen und Karabinerhaken, die die Höhenretter am Körper tragen, ist System. Oft von ihnen selbst erdacht oder verbessert, seien die Rettungsmittel beinahe in jeder Situation anwendbar. Für Ingo Drechsler und Rainer Klopffleisch von der Vattenfall-Werkfeuerwehr sei es wichtig, dass das Rettungsmaterial leicht sei. Wie Drechsler erzählte, hätten die Feuerwehrleute 17 Minuten gebraucht, um auf einen 150 Meter hohen Kühlturm zu gelangen – ohne Ausrüstung. 58 Höhenretter gebe es an den Vattenfall-Standorten Schwarze Pumpe/Welzow, Boxberg und Jänsch walde. Ingo Drechsler: „Unsere Einsatzgebiete sind Großgeräte in Tagebauen, Kraftwerke und Kühltürme. In einem Windmühlen-Turm haben wir auch schon geübt, aber in einem Gittermast noch nicht.“ Das war gestern bei dem kalten und diesigen Wetter auch nicht nötig. Die Vattenfaller haben sich mit neuer Sicherungstechnik vertraut machen können und neue Kontakte mit professionellen Industriekletterern knüpfen können. „Das hat sich gelohnt“, sagen die Männer von der Werkfeuerwehr.
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