04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Heiße Heizung kämpft gegen Frost

Die Mieter in der Stadt nutzten an diesen bitterkalten Tagen besonders viel Fernwärme

Spremberg Die klirrende Kälte an diesen Tagen hat besonders viele Spremberger dazu bewogen, ihre Heizungen weit aufzudrehen: Mit einem Fernwärmeverbrauch von 18 Megawatt verzeichneten die Städtischen Werke für die Zeit von sieben Uhr bis neun Uhr den bisherigen Rekordwert des jungen Jahres.

Sekunde für Sekunde flirren neue Zahlen über die Bildschirme im Büro des technischen Leiters der Städtischen Werke. Zwar mögen sie auf den Laien wie eine Geheimsprache wirken – doch Volker Hahn liest in ihnen wie in einem spannenden Buch. So erfährt er aus den Daten, dass die Frühaufsteher unter den Sprembergern morgens um vier Uhr damit beginnen, ihre Wohnungen zu heizen. Dass der Fernwärmeverbrauch zwischen acht und neun Uhr auf einen ersten Höhepunkt klettert und danach wieder rapide absinkt. Und dass es in den Wohnungen der Stadt zwischen 17 Uhr und 22 Uhr wieder gemütlich warm wird.

Mit einer Temperatur von 104 Grad Celsius verlässt das Heizwasser zum Beispiel die Wärmeübertragerstation am Lassowberg. Dann nimmt es seinen Weg durch die Haushalte der Stadt, kühlt sich dabei allmählich ab und kehrt mit 67 Grad Celsius wieder zurück.

Wind vertreibt den Schnee

Das alles liest Volker Hahn in der Leitwarte der Städtischen Werke am Freitag um 13 Uhr von den Bildschirmen ab, zu einer Zeit, als die Mitarbeiter des Bauhofs bereits ihre ersten Kontrolltouren durch Spremberg unternommen haben. Mit zwei Fahrzeugen sind sie in der Stadt unterwegs, um die Straßen zu untersuchen – zum einen in Richtung Schwarze Pumpe und Terpe, zum anderen in Richtung Graustein, Türkendorf und Haidemühl.

Lothar Groß vom Bauhof stellt fest: „Der Wind hat den Schnee nahezu überall wieder von den Straßen geweht, weshalb wir ihn nicht schieben und vorerst auch kein Salz streuen mussten.“ Nur auf den Brücken in Spremberg hinterlassen die Mitarbeiter der Stadtbrigade vorsorglich eine feine Splittschicht.

Abseits der warmen Wohnungen und freien Straßen herrscht jedoch Gefahr. So warnt Ralph Meier von der Pressestelle der Polizei vor dem Betreten von Eisflächen: „Durch den anhaltenden Frost der letzten Tage bildet sich auf den Gewässern eine wachsende Eisschicht“ – deren Dicke jedoch von Faktoren wie der Strömung abhängt, der Sonneneinstrahlung, aber auch dem Wind. er auch die Sonneneinstrahlung und der Wind einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Stärke des Eises. Der Polizeibeamte Ralph Meier erklärt: „Es besteht Lebensgefahr, die leider immer unterschätzt wird, was zu tragischen Unfällen führen kann.“ Einmal im Eis eingebrochen, könne sich ein Mensch nur wenige Minuten über Wasser halten.

So wird der Spremberger Schwanenteich selbst für den Fall, dass die Minustemperaturen länger andauern, auch in diesem Jahr nicht offiziell zum Schlittschuhlaufen freigegeben. Der Pressesprecher der Spremberger Stadtverwaltung, Alexander Adam, sagt: „Niemand könnte eine Gewähr dafür übernehmen, dass das Eis wirklich hält.“

Frühsport mit Schneeschieber

Falls die Meteorologen richtig liegen und in der kommenden Woche regelmäßig Schnee auf Spremberg herabrieselt, müssen sich die Grundstückseigentümer vor allem am Morgen warm anziehen. Denn die Satzung über die Straßenreinigung besagt: „Nach 20 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte sind am folgenden Tag werktags bis acht Uhr, sonntags und feiertags bis neun Uhr zu beseitigen.“

Anders als den Grundstückseigentümern, die sich dann notgedrungen zum Frühsport begeben müssten, dürften dem Chef der Städtischen Werke ein paar weitere kalte Tage ins Konzept passen. So erklärt Geschäftsführer Harald Geisler: „Wir bräuchten noch knapp zwei Wochen Frost, um das entstandene Defizit aufgrund des überaus milden Winters wieder auszugleichen.“

Zum Thema:

Zum ThemaDie Wasserschutzpolizei gibt aufgrund des Frostwetters diese Hinweise: Nutzen Sie möglichst Kunsteisflächen. Betreten Sie das Eis nie allein und erst wenn es trägt. Kinder nie unbeaufsichtigt auf Eisflächen spielen lassen. Die Eisfläche sofort verlassen, wenn das Eis knackt oder knirscht. Die Nähe von Brücken sowie fließende Gewässer mit offenen Stellen oder aufgebrochene Fahrrinnen meiden,
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:18 Uhr
Autor: Von René Wappler

Von René Wappler

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