Hammer für Gubens Ex-Knast fällt
Berliner Auktionshaus versteigert Gebäude / Offenbar mehrere Interessenten
Guben. Das ehemalige Gubener Gefängnis kommt am Samstag in Berlin unter den Hammer. Das Mindestgebot für das seit der Wende leerstehende denkmalgeschützte Gebäude liegt bei 12 000 Euro. Auf RUNDSCHAU-Anfrage erklärte Gerd Berchmann vom Auktionshaus Karhausen, dass es mehrere Interessenten gebe.
Das ehemalige Gefängnis, das rund 5000 Quadratmeter große Grundstück und ein dazugehöriges Zweifamilienhaus werden bei der Frühjahrsauktion des Auktionshauses Karhausen in Berlin versteigert. Gerd Berchmann rechnet fest mit einigen Interessenten. „Wir haben in Guben mehrfach Besichtigungen durchgeführt.“
Klar sei, dass der Zustand des Gefängnisgebäudes nicht gut sei, Dach und Fenster seien undicht, innen gibt es laut Auktionskatalog Feuchtigkeits- und Vandalismusschäden. „Es muss also in das Gebäude investiert werden“, so Berchmann. Das separate Wohnhaus sei aber in einem „ordentlichen“ Zustand und bringt Mieteinnahmen von rund 7900 Euro im Jahr. Keine Auskunft gibt das Auktionshaus allerdings zu Identität oder Plänen möglicher Kaufinteressenten. Nur so viel verrät Gerd Berchmann: „Das Angebot für das gesamte Areal ist sehr attraktiv.“
Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) hofft, dass den Zuschlag jemand bekommt, der die Ziele, die Guben mit der Stadtentwicklung verfolgt, nicht nur kennt, sondern diese auch beachtet. In der Vergangenheit war mehrfach versucht worden, Investoren für das Gelände zu gewinnen, so war unter anderem mit Plastinator Gunther von Hagens verhandelt worden.
Auch die Stadt hätte das Gebäude haben können. Sinnvoll sei ein Kauf jedoch nur, wenn man konkrete Projekte verfolge, so Hübner.
2008 hatte ein Architektenbüro eine Umgestalung zum Freizeit- und Tourismushotel vorgeschlagen. Eine Idee, die der Bürgermeister nach wie vor gut findet. „Interessant wäre ein Erlebnishotel schon.“
Zum Thema:
Das alte Gubener Gerichtsgefängnis wurde vermutlich in der Zeit von 1899 bis 1902 gebaut – als Folge der Errichtung des Amtsgerichts 1879 und des Landgerichts 1883.ab 1951 lautet die Bezeichnung Justizhaftanstalt.nach dem 1. Juli 1952 wurde das Gefängnis von der Justiz an die Deutsche Volkspolizei als eine von 32 Haftanstalten im Land Brandenburg übergeben und in eine Untersuchungshaftanstalt umgewandelt. Offiziell hatten 110 Häftlinge in dem Gebäude Platz – offenbar wurden aber zum Teil mehr Gefangene – darunter auch politische Häftlinge – untergebracht.1962 wurde die Haftanstalt aufgelöst und diente fortan den Versorgungsdiensten der Bezirksbehörde der Volkspolizei als Materiallager. Seit 1990 steht das Gebäude leer.Quelle: Gubener Heimatkalender 2005
Das alte Gubener Gerichtsgefängnis wurde vermutlich in der Zeit von 1899 bis 1902 gebaut – als Folge der Errichtung des Amtsgerichts 1879 und des Landgerichts 1883.ab 1951 lautet die Bezeichnung Justizhaftanstalt.nach dem 1. Juli 1952 wurde das Gefängnis von der Justiz an die Deutsche Volkspolizei als eine von 32 Haftanstalten im Land Brandenburg übergeben und in eine Untersuchungshaftanstalt umgewandelt. Offiziell hatten 110 Häftlinge in dem Gebäude Platz – offenbar wurden aber zum Teil mehr Gefangene – darunter auch politische Häftlinge – untergebracht.1962 wurde die Haftanstalt aufgelöst und diente fortan den Versorgungsdiensten der Bezirksbehörde der Volkspolizei als Materiallager. Seit 1990 steht das Gebäude leer.Quelle: Gubener Heimatkalender 2005
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 02. April 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. April 2011, 01:51 Uhr
Autor: Von Martina Albert

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